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Merzig hat jetzt einen Bücherschrank
Von der Telefon- zur Lesezelle

Bei der Eröffnung des Bücherschranks auf dem Gustav-Regler-Platz in Merzig hat sich Kreisstadtmitarbeitern Heike Wagner von „der Buchverkäuferin ihres Vertrauens“, Ingrid Röder von der Buchhandlung Rote Zora, ein gutes Buch empfehlen lassen.
Bei der Eröffnung des Bücherschranks auf dem Gustav-Regler-Platz in Merzig hat sich Kreisstadtmitarbeitern Heike Wagner von „der Buchverkäuferin ihres Vertrauens“, Ingrid Röder von der Buchhandlung Rote Zora, ein gutes Buch empfehlen lassen. FOTO: Nina Drokur
Merzig. Die Merziger nehmen ihre Mini-Bücherei am Gustav-Regler-Platz in Besitz. Leseratten bedienen sich. Von Nina Drokur

„Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“ Dieses Zitat von Aurelius Augustinus ziert den Bücherschrank auf dem Gustav-Regler-Platz in Merzig. Am Montag hat Bürgermeister Marcus Hoffeld dieses, wie er sagt „wirklich wunderbare Projekt“ zusammen mit Eva Ehl vom Schwesternverband offiziell eröffnet. In einer ehemaligen Telefonzelle, die mit einem Holzregal und Büchern ausgerüstet wurde, kann ab sofort täglich von 8 bis 17 Uhr gestöbert werden. Wer möchte, kann auch eigene Bücher mitbringen und tauschen.


Bis jetzt ist die Lesezelle überwiegend mit Restbeständen aus dem ehemaligen inklusiven Café Liberté bestückt. Zur Eröffnung hat Ingrid Röder von der Buchhandlung Rote Zora aber bereits ein dickes Paket mit weiteren Büchern dabei. Auch die Stadtbücherei hat ihre Unterstützung zugesichert, sagt Eva Ehl.

Die Idee kam vor circa einem Jahr von Ann-Sophie Willeitner. Die Siersburgerin kannte das Konzept aus Köln, wo sie vorher gewohnt hat. Die Stadt hat den Vorschlag angenommen und mit dem Schwesternverband einen Unterstützer gefunden. Rund 20 Klienten des Schwesternverbandes werden sich um den Bücherschrank kümmern, morgens auf- und abends abschließen, nach dem Rechten sehen und gegebenenfalls für Bücher-Nachschub sorgen. Ihnen hat die Telefonzelle auch ihr neues Aussehen zu verdanken. Um sie gleich als Bücherschrank zu erkennen, zieren Bücherseiten aus dem Ken-Follett-Roman „Die Säulen der Erde“ die Außenwände.



Finanziert wurde das Projekt aus dem „Verfügungsfonds Soziale Stadt“, sagt Heike Wagner, Mitarbeiterin der Kreisstadt Merzig im Bereich Familie und Soziales. Rund 1000 Euro hat es nach ihren Aussagen gekostet, die Zelle zu kaufen und von der Sammelstelle in Berlin nach Merzig zu bringen.