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Mehrere Initiativen bemühen sich um Hilfsdienste für Bedürftige

Aufruf zu Unterstützerdiensten : Wie Menschen im Kreis einander helfen

Der Landkreis Merzig-Wadern organisiert eine Börse für Helfer in Zeiten des Corona-Virus. Auch in mehreren Orten gibt es spezielle Angebote.

Die Ehrenamtsbörse des Landkreises Merzig-Wadern richtet in Zeiten des Coronavirus eine Vermittlungsplattform für Einkaufshilfen und Hilfen für sonstige Besorgungen für Menschen aus Risikogruppen ein. Damit sollen mögliche Versorgungsengpässe von besonders gefährdeten Personengruppen verhindert werden, die aufgrund der Ansteckungsgefahr nicht selbst Geschäfte oder sonstige Einrichtungen aufsuchen und auf die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel verzichten sollten.

„Mir ist es wichtig, dass die Versorgung unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger, die zur Risikogruppe gehören, im Landkreis in den kommenden Wochen sichergestellt ist“, sagt Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich. Die Einrichtung der Vermittlungsplattform soll eine „unkomplizierte Hilfestellung genau dort anbietet, wo sie dringend benötigt wird“, betont Schlegel-Friedrich.

Da noch freie Kapazitäten vorhanden sind, ruft der Landkreis Merzig-Wadern betroffene Personen dazu auf, sich zu melden. Wer Hilfe benötigt oder sich als ehrenamtlicher Einkaufshelfer engagieren möchte, kann sich bei der Ehrenamtsbörse melden: unter Tel. (0 68 61) 8 03 24 oder per E-Mail an einkaufshilfe@merzig-wadern.de.

Auch in Schwemlingen wird Unterstützung für betroffene Menschen angegeboten. Nach dem Motto „Anpacken für unser Dorf“ haben engagierte Bürger die Initiative „Schwemlingen hilft“ gegründet, um in der schwierigen Zeit gegenseitige Unterstützung zu bieten. Ziel sei es, die Dorfgemeinschaft zu stärken und sich ausreichend um die kranken, behinderten und älteren Menschen im Dorf zu kümmern. Ebenso soll ein Netzwerk eingerichtet werden, welches bei der Betreuung von Kindern helfen soll.

Das Vorhaben hatte die Initiatorin Maria Bänsch, die Leiterin des Projektes Eigenständig Wohnen im Alter (EWA) ist, schon vor der Pandemie: „Ich wollte schon immer gerne eine solche Initiative ins Leben rufen, weil ich der Meinung bin, dass ein Dorf als eine Art Mikrokosmos gut dafür geeignet ist.“ Die Gefahr, dass durch die bevorstehende Isolation viele Menschen noch mehr vereinsamen, soll mit der Initiative verhindert werden. Sie soll „soziale Brücken schlagen“, damit niemand auf sich alleine gestellt ist, erklärt die Bänsch, frühere Ortsvorsteherin von Schwemlingen. Neben dem Einkaufen, der Medikamentenversorgung, technischer Hilfe und der Organisation von behördlichen Angelegenheiten und anderen Servicediensten sei auch eine intensive Zusammenarbeit mit den örtlichen Geschäften, Ärzten, der Apotheke, der Post und anderen Institutionen geplant. Auch der örtliche Wasgau-Markt habe der Initiative zugesichert, Waren gegen einen geringen Aufpreis nach Hause zu liefern sowie den ehrenamtlichen Helfern Bestellung für die Hilfesuchenden einzupacken.

Diejenigen, die sich als ehrenamtliche Helfer engagieren möchten, werden nach der Anmeldung von Bänsch an die jeweilige Person vermittelt. Da es wichtig ist, möglichst direkte Kontakte unter den Menschen zu vermeiden, wird Hilfesuchenden „ein persönlicher Pate zur Seite gestellt“, sagt Bänsch. „Es haben sich schon viele Menschen gemeldet, die gerne helfen möchten“, freut sie sich, „bisher sind es schon mindestens 25 Leute.“ Vier der bisherigen Helfer haben sich für eine Kinderbetreuung angeboten, heißt es weiter. Nach der schwierigen Zeit soll es aber noch nicht vorbei sein, denn „die Initiative ist langfristig geplant“, betont Bänsch, „auch nach der Krise sollen Schwemlinger anderen Schwemlingern helfen, wenn Hilfe benötigt wird“.

Wer Hilfe anbieten kann oder Hilfe benötigt, kann sich bei Maria Bänsch unter Tel. (01 60) 8 01 65 25 oder per E-Mail an maria@baensch.biz melden.

Kontakt und weitere Infos zur Ehrenamtsbörse beim Landkreis unter Tel. (0 68 61) 8 03 24 oder per E-Mail an einkaufshilfe@merzig-wadern.de.

www.merzig-wadern.de/ehrenamt