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Merzig-Wadern
Mehr offene Ausbildungsstellen als Bewerber

Merzig-Wadern. Im Landkreis Merzig-Wadern bleibt die Arbeitslosigkeit im März weiter unter Vorjahresniveau, teilt die Agentur für Arbeit mit.

Im März ist die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Merzig-Wadern weiter gesunken. Mit 2390 lag sie um 130 unter dem Februar- und um 360 unter dem Vorjahreswert (minus 13 Prozent). Dies geht aus dem Monatsbericht der Agentur für Arbeit hervor, den diese an Gründonnerstag veröffentlicht hat. Die Arbeitslosenquote lag demnach bei 4,4 Prozent, das waren 0,7 Prozentpunkte weniger als vor einen Jahr.


„Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt lässt die Arbeitslosenzahlen weiter sinken“, kommentiert Jürgen Haßdenteufel, Chef der Agentur für Arbeit Saarland, die positive Entwicklung. „Während der Wintermonate ruhten viele Außenarbeiten, und jetzt nehmen die Aufträge und Einstellungen wieder zu. Auch der Tourismus und die Gastronomie bekommen mit Beginn der Freiluftsaison neuen Schwung. Für die nächsten Wochen rechne ich mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit“, fährt er fort.

Bereits jetzt seien bei der Agentur für Arbeit deutlich mehr offene Ausbildungsstellen als Bewerber gemeldet. Dies ist nach Angaben der Arbeitsagentur schon ein Hinweis darauf, dass am Ende des Vermittlungsjahres aufgrund der demografischen Entwicklung nicht alle Ausbildungsstellen besetzt sein werden. Nach den Worten von Haßdenteufel lohnt sich deshalb für die Firmen auch ein Blick auf Jugendliche oder junge Erwachsene, deren Potenziale bisher noch nicht genutzt werden. Nicht immer spiegelten sich die Kompetenzen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Schulnoten und Zeugnissen wider.



Allerdings ergeben sich unterschiedliche Tendenzen, wenn man ins Auge nimmt, wie sich die Arbeitslosenzahlen je nach zuständiger Institution entwickelt haben: Bei der Agentur für Arbeit lag die Zahl der Arbeitslosen im März bei 994, das waren 113 weniger als im Februar und 7,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr um 20 auf rund 100 gesunken. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe „50plus“ lag bei 465. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent erhöht.

Die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter des Landkreises Merzig-Wadern (es ist zuständig für Empfänger von Arbeitslosengeld II und der Grundsicherung) lag hingegen im März mit 1395 nur um 17 unter dem Vormonatsniveau. Immerhin: Gegenüber März 2017 ist sie um 280 gesunken. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern ist die Arbeitslosigkeit gegenüber März 2017 deutlich gesunken. Knapp 100 Jüngere unter 25 Jahren waren im März gemeldet, 37 weniger als vor einem Jahr. 427 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Dies entspricht einem Anteil von 31 Prozent an allen Arbeitslosen. Ihre Zahl konnte gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent reduziert werden. Weniger als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen sind gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits ein Jahr oder länger registriert. 593 Langzeitarbeitslose bedeuteten einen Rückgang im Vergleich zu März 2017 um 24 Prozent.

Die Unterbeschäftigung lag im Kreis Merzig-Wadern im März mit 3560 Personen um 500 unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 67 Prozent. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind.

Im März haben die Unternehmen der Region 230 offene Stellen zur Besetzung gemeldet, 39 Prozent mehr als vor einem Jahr. Aktuell sind noch 885 offene Stellen gemeldet, ein Plus von 35 Prozent zum Vorjahr. Besonders viele Mitarbeiter werden weiterhin in der Zeitarbeit, im Handel, im Verarbeitenden Gewerbe, im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen gesucht.

Im Kreis Merzig-Wadern wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 450 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 160 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 220 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, nur acht weniger als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im März waren noch 370 Stellen unbesetzt und rund 140 Jugendliche unversorgt. In vielen Betrieben sind die Einstellungsverfahren derzeit noch nicht abgeschlossen und es bieten sich noch zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten. Die Berufsberatung der Arbeitsagentur Saarland rät daher den Jugendlichen, spätestens jetzt zu starten und die Angebote zu nutzen.

 Im Saarland sind in vielen Betrieben noch nicht alle Einstellungsverfahren abgeschlossen — Ausschau halten lohnt sich also.
Im Saarland sind in vielen Betrieben noch nicht alle Einstellungsverfahren abgeschlossen — Ausschau halten lohnt sich also. FOTO: dpa / Monika Skolimowska