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Merzig-Wadern rockt
„McLouds“ steht für extrem viel Palaver

The Feelgood McLouds (v. l.): Woll, Matze, Marc, Schirra und Günther. Gitarrist Denis legt derzeit eine Pause ein.
The Feelgood McLouds (v. l.): Woll, Matze, Marc, Schirra und Günther. Gitarrist Denis legt derzeit eine Pause ein. FOTO: Band / SZ
Nonnweiler. Die Punk-Rock-Band The Feelgood McLouds ist eine echte Live-Band. Viele Festival-Auftritte haben die Musiker bereits bekannt gemacht.

Es ist 21.30 Uhr, und der Proberaum ist menschenleer. An den Wänden hängen Band-Banner, Plakate und Vorhänge. Ein paar leere Bierflaschen stehen auf Couch-Tischen. Das Licht ist gedimmt. Nur vereinzelt stehen Verstärker und Musik-Instrumente herum. Trotzdem strahlt der Raum eine gemütliche Atmosphäre aus. Nach und nach trudeln die fünf Musiker in ihrem Proberaum ein. „Wir haben gerade alles in die Autos gebracht. Morgen spielen wir auf der Kirmes“, entschuldigt sich Schlagzeuger Matze, der aus Siersburg stammt und in Saarbrücken lebt. Die anderen Bandmitglieder stellen sich als Woll (spielt unter anderem Mandoline, aus Hasborn), Schirra (Bass, Gesang, aus Rathen im Löstertal), Marc (Gitarre, aus St. Wendel) und Günther (Gesang, Flöte, aus Nalbach) vor. Gemeinsam bilden sie die Punk-Rock-Band The Feelgood McLouds.


Feelgood bedeutet „sich gut fühlen“. Und das tun die Bandmitglieder vor allem, wenn sie auf der Bühne stehen, wo diese gute Laune auch für ihre Zuschauer ansteckend ist. Dort trinken sie gerne auch mal das ein oder andere Bier, was zu ihren Texten hervorragend passt. Das deutsch anklingende „Laut“ im zweiten Teil des Bandnamens „McLouds“ ist auch nicht weit hergeholt: „Es ist etwas schwierig für uns, in kleinen Clubs zu spielen, da wir extrem Palaver machen“, sagt Matze, der sich kaum zurückhalten kann, wenn ein Schlagzeug vor ihm steht. Deshalb spielen sie, wie sie sagen, am liebsten auf Festivals, wie beispielsweise dem Open Dosen in Noswendel. Das ist ein nicht kommerzielles Rock- und Punkfestival am Noswendeler See. Weitere Auftritte hatten sie auf ähnlichen Festivals wie Ant­attack, Primsrock, dem AStA-Open-Air oder dem Green-Hill-Festival. Auf dem Altstadtfest in Saarbrücken und im Exhaus in Trier haben sie auch schon gespielt. Schirra, der Bassist der Band, und Sänger Günther sind die Begründer der Feelgood McLouds, Günther ist gleichzeitig auch Mitveranstalter des Open-Dosen-Festivals. Sie planten in einer früheren, ruhigen Zeit ihres Lebens gemeinsam ein Akustik-Projekt, bei dem Günther zunächst die Tin Whistle, eine spezielle Schnabelflöte, spielen sollte. Daraus entwickelten sich dann die Feelgood McLouds.

Woll spielt in der Band Mandoline, Dudelsack und ebenfalls die Tin Whistle. Er hat mit Saxofon und Klavier angefangen und danach diese besondere Blockflöte für sich entdeckt. „Ich habe gemerkt, dass man damit ohne viel Aufwand ganz tolle Sachen machen kann“, sagt er. Danach habe er den Dudelsack und die Mandoline einfach mal ausprobiert, und das habe gut funktioniert. Außerdem passen diese Instrumente gut zur Musik der Band, die ihre Punk-Songs stark vom Irish Folk beeinflussen lässt.

Marc bringt mit seinen Songs über die Liebe obendrein noch eine Spur Romantik in die Gruppe. Ein Beispiel dafür ist „Sheer Whiskey“, bei dem es um einen verlassenen Mann geht, der vor die Tür gesetzt wurde und sich selbst zuprostet. Das Lied haben sie bereits als Demoversion aufgenommen und online gestellt.

Der gemeinsame Nenner der sechs Musiker ist jedoch der Punk-Rock. Allerdings fehlt an diesem Abend der sechste Mann im Probenraum. „Unser erster Gitarrist Denis ist in der Babypause sozusagen“, erklärt Schirra. Marc sei anfänglich als vorübergehender Ersatz geplant gewesen, doch hat er sich mittlerweile einen festen Platz in der Band erspielt. „Er bleibt auch nach Denis’ Rückkehr als zweiter Gitarrist dabei“, sagt Günther.



Ihre Texte haben, neben den Liebessongs von Marc, vor allem zwei Themen, erklären Matze und Günther: „Trinken ist mehr als nur trinken“, erläutert der Schlagzeuger. Es gehe um die Geselligkeit beim Trinken und ums Vergnügen. „In manchen Liedern geht es einfach nur darum, wie schön es ist, nach Hause zu kommen und mit seinen Kumpels einen zu trinken“, sagt Günther. Einer ihrer Songs trägt den Titel „Thank god, I’m jobless“, was so viel bedeutet wie „Gott sei Dank, ich bin arbeitslos“. Es soll auf das Spannungsverhältnis anspielen, das die Redewendung „leben, um zu arbeiten, oder arbeiten, um zu leben“ zum Ausdruck bringt.

Das Band-Logo, ein Hochwälder Wildschwein, hat Bassist Schirra selbst gemalt. Es soll für die Heimatverbundenheit stehen, die die Bandmitglieder aus dem Hochwald teilen. Ihre erste Platte mit dem simplen Titel „The Feelgood McLouds“ erschien Ende vergangenen Jahres. Mit elf Songs über Trinken, Feiern und Freundschaft ist es ein Album voller Punk-Rock- und Pub-Lieder geworden. Es wurde beim Label Big Barrel Records veröffentlicht und wird über Broken Silence deutschlandweit vertrieben.

Eine kleine Besonderheit gibt es bei der Debütscheibe: Es wird das Album auch als klassische Vinyl-LP geben. Schallplatten seien für Musik­liebhaber etwas Besonderes, betonen die Musiker. „Eine Vinylplatte muss man komplett durchhören“, sagt Günther. Dafür hätten sie bei der Produktion auch reichlich draufgezahlt, ergänzt Matze. Das mache ihm aber nichts aus, denn „Musik ist für mich alles“. Die Feelgood McLouds, das wird deutlich, haben Spaß und machen ihr Ding. Oder, wie Günther es ausdrückt: „Klar freuen wir uns, wenn die Leute uns gut finden. Aber wir machen Musik, wie es uns gefällt. Was andere darüber denken, steht auf einem anderen Blatt.“