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Mangelnde Schwimmfähigkeit bei Kindern

Merzig-Wadern : Frank Wagner: „Schwimmen ist eine Lebensversicherung“

Fehlende Schwimmkurse, zu wenige Schwimmbäder, nicht genug qualifizierte Lehrkräfte – die Folge: 59 Prozent der Grundschüler können laut Angaben des DLRG nicht schwimmen. Der Merziger CDU-Landtagsabgeordnete Frank Wagner sieht dringenden Handlungsbedarf: „Bei dieser hohen Zahl an Nichtschwimmern müssen die Alarmglocken schrillen.

Schwimmen ist mehr als eine Freizeitzeitbeschäftigung, die Fähigkeit zu schwimmen ist eine Lebensversicherung. Abwarten und am Beckenrand sitzen kann daher nicht die Lösung sein.“

In der Kita „Abenteuerland“ Ballern-Fitten findet bereits seit 2005 jährlich für die Vorschulkinder im Rahmen des Projektes „Kids in Bewegung“ ein Kurs zur Verbesserung der Schwimmfähigkeit und zur Wassergewöhnung statt (wir berichteten). „Als ausgebildeter Sport- und Grundschullehrer beobachte ich seit vielen Jahren, dass immer weniger Kinder im ersten Schuljahr sicher schwimmen können. Daher ist es wichtig, hier frühzeitig anzusetzen und die Kitas in Kooperation mit Vereinen und Institutionen einzubeziehen. Projekte wie der Kurs in der Kita in Ballern sollten eine Blaupause sein“, meint Wagner.

Es gibt nach Worten des Landtagsabgeordneten bereits gute Initiativen im Saarland. Das Landesinstitut für Präventives Handeln (LPH) sei beispielsweise mit Hilfen für den Grundschulsport und dem „Tag des Schwimmens“ aktiv. Darüber hinaus beteiligten sich einige Kitas wie die in Fitten-Ballern an dem Projekt „Kids in Bewegung“ in Kooperation mit dem DLRG Merzig. Aus Wagners Sicht kommt es darauf an, die Kräfte besser zu bündeln und auch die Eltern in die Pflicht zu nehmen: „Die Eltern müssen hier noch intensiver beraten werden und es muss dann vor Ort auch entsprechende Projekte in den Kindergärten und Schulen geben. In unserer Region läuft hier schon einiges.“ Die SZ hat über das Projekt berichtet.

Neben dem Projekt in der Kita Fitten-Ballern beteiligt sich die Kreis­stadt Merzig auch in jedem Jahr am „Tag des Schwimmens“. Die verschiedenen Projekte und Maßnahmen müssen nach Wagners Ansicht aber gebündelt werden und es sollte einen regelmäßigen Austausch oder Absprachen geben. Frank Wagner spricht sich für einen runden Tisch der beteiligten Institutionen aus: „Alle, die in diesem Bereich aktiv sind, vom DLRG, den Schulen und Kindergärten über das LPH bis zum Landessportverband sollten sich vernetzen“, fordert der Abgeordnete. Und: „Darüber hinaus brauchen wir weitere Fortbildungen für Lehrkräfte, Erzieher und Fachkräfte von außen. In diesem Zusammenhang wären auch Projekte in den Freiwilligen Ganztagsschulen denkbar. Klar ist: Das Thema geht uns alle an, selbstverständlich auch die Politik.“