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Malen frei nach Hundertwasser

Stolz präsentieren die Kleinen die Bilder, die sie mit Gerd Bentz gezaubert haben. Foto: Ruth Solander
Stolz präsentieren die Kleinen die Bilder, die sie mit Gerd Bentz gezaubert haben. Foto: Ruth Solander
Rappweiler. Der Förderverein des Kindergartens hatte die Idee, eine Vernissage zu veranstalten, bei der die Kunstwerke der Kinder zum Verkauf stehen. Aus dem Erlös dieser Ausstellung soll eine Vogelnestschaukel für die Kinder angeschafft werden. Der Vorschlag sorgte beim Kindergartenpersonal, bei den Eltern, aber vor allem bei den Kindern für große Begeisterung Von SZ-Mitarbeiterin Ruth Solander

Rappweiler. Der Förderverein des Kindergartens hatte die Idee, eine Vernissage zu veranstalten, bei der die Kunstwerke der Kinder zum Verkauf stehen. Aus dem Erlös dieser Ausstellung soll eine Vogelnestschaukel für die Kinder angeschafft werden. Der Vorschlag sorgte beim Kindergartenpersonal, bei den Eltern, aber vor allem bei den Kindern für große Begeisterung. Da hieß es nur noch: ran an das Papier oder den Keilrahmen. Das Thema war frei, jedes Kind konnte malen, was es wollte. "Durch das Anschauen und Vorlesen von Bilderbüchern haben sich bei den Kindern schöne Ideen entwickelt. So war die Raupe Nimmersatt und Elmar, der Elefant ein häufiges Thema", sagt Susi Gläsner vom Kindergartenteam. " Viele haben aber auch das gemalt, was sie interessiert, so zum Beispiel ihr Lieblingstier oder etwas aus dem Fernsehen", erzählt sie. Der Vorschulkindertreff "Wackelzähne" hat sich im Atelier getroffen und sich an der abstrakten Kunst des Malers Paul Klee versucht. Das Werk "Rote Brücke" , das der Künstler 1928 geschaffen hat, galt es nachzumalen. Neben dem Malen der Kinder hat sich auch eine Gruppe von Eltern zusammengetan und mit ihren Sprösslingen gemalt. Auch dabei kamen sehr interessante Themen zum Vorschein. "Mit Hilfe eines Elternteils sind natürlich wieder andere Möglichkeiten gegeben. Das hat Eltern und Kindern sehr viel Spaß gemacht", erklärt Maria Greuter vom Team. Höhepunkt der Malaktion war der Besuch des Künstlers Gerd Bentz, der eine Galerie in Lockweiler hat und Malkurse für Kinder und Erwachsene anbietet. Den Kindergartenkindern war es freigestellt, ob sie an dem Malkurs teilnehmen wollten. Insgesamt hatten sich etwa 20 interessierte "Maler" angemeldet. Die Aufregung war groß, denn einen echten Künstler kennenzulernen ist immerhin nichts Alltägliches. "Ich habe noch nie eine Aktion mit so vielen Kindern gemacht, die so gut geklappt hat", freut sich Susi Gläsner, die bei kleineren Malproblemen behilflich ist. Pünktlich um acht Uhr versammeln sich die kleinen Künstler im Rundbau, wo jeder einen Tisch für sich zur Verfügung hat. Gerd Bentz ist von der Disziplin seiner "Malschüler" beeindruckt. "Als ich herein kam, ging sofort der Geräuschpegel nach unten und die Kinder hörten gespannt zu, was ich ihnen erklärte", erzählt er. Thema der Malaktion ist der Künstler Hundertwasser.Bentz hat ein Buch mitgebracht, das die vielen Bauwerke zeigt, die der Maler und Architekt entworfen und gebaut hat. "Die freie Architektur war ihm sehr wichtig. Jeder Mensch sollte das Recht haben, so zu wohnen, wie er möchte", erklärt Bentz die Philosophie von Hundertwasser. "Er wehrt sich gegen gerade Linien. Die gibt es auch nicht in der Natur", so Bentz. Die Häuser und Siedlungen in dem Buch finden die Kinder natürlich hochinteressant. So sind die Vorgaben eben auch nicht alltäglich: runde Häuser, Zwiebeltürme, Bäume auf dem Dach und Blumen und Bäume, die aus dem Fenster wachsen. Dazu wird ohne Lineal und mit Wasserfarben gemalt. Krumme Linien sind erwünscht. Ein Kindergarten, bei dem diese Vorgaben in die Tat umgesetzt worden waren, gibt es auch in dem Buch. "Der ist so schön, so einen wollen wir auch haben", ist von allen Seiten zu hören. Die fünfjährige Emely findet es witzig, dass bei Hundertwasser Bäume aus dem Fenster wachsen. Auf die Frage, ob sie das bei sich zu Hause auch so haben wolle, antwortet sie allerdings: "Nein, in echt lieber nicht." Emma ist mit ihrem Bild noch nicht ganz fertig. "Die Zwiebeltürme müssen noch trocknen, dann ist das Bild fertig", erklärt sie eifrig. Nach einer Pause geht es in die Endphase. Gerd Bentz gibt die Anweisung: "Bevor wir ausschneiden, malen wir mit Filzstift die Umrisse nach." Dann geht es ans Ausschneiden. Am Ende werden die Bilder auf schwarzen Fotokarton aufgeklebt. Alle sind mächtig stolz, als ihre Kunstwerke fertig gestellt sind. "Durch das Anschauen von Bilderbüchern haben sich bei den Kindern schöne Ideen entwickelt."Susi Gläsner vom Kindergartenteam"Bei Hundertwasser wachsen Bäume aus dem Fenster, das ist witzig."Emely, fünf Jahre




Auf einen BlickDie Vernissage findet am heutigen Freitag, 29. Mai, 17.30 Uhr, im Kindergarten Rappweiler in der Hochwaldstraße 29 a statt. Dabei stehen alle Bilder, die in den letzten Monaten gemalt wurden, zum Verkauf. Von dem Erlös der Veranstaltung soll eine Vogelnestschaukel gekauft werden, die etwa 1700 Euro kostet. Vereine und Firmen haben bereits mit einer Spende dazu beigetragen. Weitere Spenden sind sehr willkommen. rso