Zuhören als Lebensaufgabe

Losheim. Margot Rülke redet nicht gern über sich, sie ist eher die Frau im Hintergrund. Nur ihr soziales Engagement, das ist der 58-Jährigen ein Anliegen, über das sie gern spricht, wenn auch absolut unter Wahrung der Schweigepflicht.Margot Rülke arbeitet seit einigen Jahren als Grüne Dame im Krankenhaus. Einmal in der Woche besucht sie ehrenamtlich die Patienten im St

Losheim. Margot Rülke redet nicht gern über sich, sie ist eher die Frau im Hintergrund. Nur ihr soziales Engagement, das ist der 58-Jährigen ein Anliegen, über das sie gern spricht, wenn auch absolut unter Wahrung der Schweigepflicht.Margot Rülke arbeitet seit einigen Jahren als Grüne Dame im Krankenhaus. Einmal in der Woche besucht sie ehrenamtlich die Patienten im St. Josef Krankenhaus in Losheim, redet mir ihnen, oder hört zu. "Da gibt es oft sehr viel Gesprächsbedarf", sagt sie, "die Leute freuen sich immer sehr, wenn man reinkommt." Die erste Frage ist immer: "Wie geht es Ihnen heute?" Das "heute" ist dabei besonders wichtig.Zusätzlich ist Margot Rülke bei der Caritas in der ambulanten Hospiz-Arbeit tätig, das heißt sie begleitet sterbende Menschen und deren Familien. "Es geht darum, für die Familie da zu sein und auch die Angehörigen mal für ein oder zwei Stunden zu entlasten", erklärt sie ihren Einsatz. Seit drei Jahren besucht sie jetzt schon die gleiche Familie, fühlt sich inzwischen als Teil davon. "Ich weiß nicht, wie es mir geht, wenn die alte Dame stirbt", gibt sie zu. Denn natürlich entwickeln sich manchmal persönliche Beziehungen zu den Patienten. Da müsse man dann aber seine Grenzen kennen, einen Eigenschutz aufbauen und nicht zu viele Emotionen einbringen. Margot Rülke kann das, sie hat früher selbst als Krankenschwester gearbeitet. Und ist von Natur aus eine gut gelaunte, fröhliche Person.Margot Rülke hat bis heute keine Stunde ihrer ehrenamtlichen Tätigkeiten bereut: "Die sozialen Dienste, das ist mein Ding, das ist mir geschenkt worden, dass ich mich um solche Menschen kümmern kann". Ein Geschenk, das sie intensiv nutzt. Und obwohl sie oft Leid und Schmerz sieht, kommt doch auch viel für sie auch zurück. "Meist gibt es ein liebes und herzliches Dankeschön, das ist ja heutzutage schon ganz viel", sagt Margot Rülke, "eine Frau im Krankenhaus sagte mal: 'Sie hat heute Morgen ein Engel geschickt.'" Das reicht ihr aus.Ausgleich findet die geborene Mettlacherin, die seit 1973 in Losheim wohnt, in der Natur. Spazieren, Radfahren: "Dabei tanke ich auf." Die Familie, ihr Mann und ihre zwei Söhne, sind ihr im Leben sehr wichtig. "Und manchmal gehe ich nach dem Dienst im Krankenhaus in die Kapelle und rede mit Gott. Dann bin ich einfach froh, dass mir jemand zuhört." Denn das ist ja sonst ihr Job. "Ich lebe gern in Losheim, weil sie dort einen schönen See, eine schöne Landschaft und tolle Wanderwege haben. In der Ortsmitte bekommt man alles, was man sich wünscht, und es ist einfach eine schöne Ortschaft mit tollem Flair."Karina Roth, 36 Jahre