Zeitreise in der Scheune

In der „Museumsscheune" sind historische Arbeitsgeräte wie Waagen oder Bohrmaschinen zu sehen. Aber auch eine „gudd Stubb“, die mit Möbeln aus der Zeit um die Jahrhundertwende eingerichtet wurde.

Das Haus, nachdem es originalgetreu restauriert worden ist.
Ernst-Rudolf Hein. Fotos: Lorig

. Ein neuer touristischer Anziehungspunkt entsteht zurzeit in der Gemeinde Losheim am See: Das Nalbacher Ehepaar Gabi und Ernst-Rudolf Hein hat in Wahlen am so genannten Katzenborn ein über 100 Jahre altes Bauernhaus stilgerecht restauriert und im Innern ein kleines Heimatmuseum eingerichtet. In der alten Scheune präsentiert das Ehepaar viele historische Arbeitsgeräte. Zudem ist der ehemalige Stallbereich des früheren Bauernhauses bespickt mit alten Werkzeugen, wie sie an anderer Stelle heute kaum noch zu sehen sind. 15 Mitglieder des historischen Vereins der Gemeinde Nalbach, in dem Hein Mitglied ist, waren kürzlich die ersten Besucher in der privaten Museumsscheune und äußerten sich begeistert vor allem über deren Interieur. Im Laufe des nächsten Jahres wollen die Eigentümer das kleine Museum im Scheunen- und Werkstattbereich interessierten Besuchergruppen zugänglich machen.

Vor drei Jahren hatte das Ehepaar Hein das 1911 erbaute Bauernhaus, in dem früher Johann Helfen mit seiner Familie lebte, gekauft. Drei Jahre lang arbeiteten Hein und dessen Gattin überwiegend in Eigenarbeit an der detailreich und originalgetreu durchgeführten Sanierung des Gebäudes. In der Scheune des alten Bauernhauses hat das Ehepaar eine so genannte "gudd Stubb" mit Möbeln aus der Zeit um 1880 eingerichtet. Aber auch diverse alte Küchengeräte, wie Zentrifugen, Buttermaschinen und viele Hilfsmittel, wie es sie in früheren Zeiten in einem Bauernhaushalt gab, hat das Nalbacher Ehepaar in dem Wahlener Haus zusammengetragen.

Der seltene Fußboden des ehemaligen Stallbereichs besteht aus sehr altem Sandstein. Highlights unter den Exponaten in der Museumsscheune sind unter anderem, mehrere Dezimalwaagen, historische Bohrmaschinen aus dem 19. Jahrhundert, ein 150 Jahre alter spezieller Lohelöffel zum Schälen von Eichenrinden, über 90 Jahre alte elektrisch betriebene Schrot- und Getreidemühlen sowie ein Strohhäcksler und eine Konservendosenmaschine.

Unter den Exponaten im Werkstattbereich befinden sich so kuriose Utensilien, wie beispielsweise ein Gerät, um Tabak zu schneiden, eines der ersten elektrischen Feuerzeuge oder ein Öffner für Einmachgläser. "Viele der alten Werkzeuge haben uns die Geschwister Marianne, Hedwig und Hubert Nalbach aus Diefflen freundlicherweise geschenkt, wofür ich sehr dankbar bin", erläuterte Hein im Gespräch mit der SZ.

Kontakt zum Ehepaar Hein: Tel. (0 68 38) 8 22 11.