Windpark geht in Kürze ans Netz

Das Projekt auf dem Galgenberg, erster Bürger-Windpark im Saarland, liegt im Zeitplan. Das vierte und letzte Rad, wie die anderen mit einer Gesamthöhe von 200 Metern und einer Leistung von zwei Megawatt, soll ab heute errichtet werden.

Die Arbeiten am Windpark Galgenberg auf der Wahlener Platte zwischen Losheim , Rissenthal und Wahlen gehen in die Endphase: Am vergangenen Freitag wurde das dritte von vier Rädern montiert, die den neuen Windpark nahe der bereits bestehenden Windkraftanlage auf dem Gelände des Markushofs bilden sollen. Das vierte und letzte neue Rad, wie die anderen mit einer Gesamthöhe von rund 200 Metern und einer Leistung von jeweils zwei Megawatt, soll ab dem heutigen Dienstag errichtet werden.

Einlagen von 1,7 Millionen Euro

Damit schreitet der erste Bürger-Windpark im Saarland seiner Vollendung entgegen. Denn drei der vier Räder dort werden mehrheitlich von der Bürger-Energie-Genossenschaft (BEG) Hochwald betrieben. Diese hat unter ihren Mitgliedern rund 1,7 Millionen Euro an Einlagen gesammelt und sich unter anderem mit diesen Beiträgen einen Anteil von 85 Prozent an der Betriebsgesellschaft des Windparks gesichert. Das vierte Rad in dem Areal wird von der Windpark Saar GmbH betrieben, die auch Betreiber des Windparks in Freisen sowie des bereits bestehenden Windrades auf dem Markushof-Gelände ist.

Großes Glück mit dem Wetter

Henry Selzer, Vorstandsvorsitzender der BEG Hochwald, skizziert die letzten Schritte auf dem Weg zur Inbetriebnahme des Windparks Galgenberg: "Wenn alle Räder errichtet sind, rückt ein Inbetriebnahme-Team an. Dann stehen zwei Tage mit Installations- und Verkabelungsarbeiten an." Anschließend seien die vier neuen Windräder prinzipiell fertig zur Inbetriebnahme. "Der gesamte Windpark sollte Ende Juli, Anfang August ans Netz gehen können", meint Selzer. Das Projekt liege damit im Zeitplan. "Wir haben trotz kleinster Verschiebungen großes Glück insbesondere mit der Witterung gehabt und mussten kaum nennenswerte Verzögerungen hinnehmen", sagt Henry Selzer. Das Projekt sei "ziemlich punktgenau gelandet und sehr gut ins Ziel gekommen".

Der Windpark Galgenberg ist für die Bürger-Genossenschaft eines der wichtigsten Vorhaben, zumal die Resonanz darauf beachtlich gewesen sei, betont Selzer: "Rund 230 Genossen haben in den Windpark investiert, die meisten davon kommen aus den Hochwaldkommunen Losheim am See, Weiskirchen und Wadern."

Mit dem neuen Windpark werde der Leitgedanke der 2012 gegründeten Bürger-Energie-Genossenschaft musterhaft in die Realität umgesetzt: Nämlich dort mit Windenergie eine Wertschöpfung zu erzielen, wo diese Energie auch erzeugt werde.

Bescheidener Überschuss

"Wer auf die Räder schaut, soll etwas davon haben", diese Devise präge die Aktivitäten der Bürger-Genossenschaft, sagt Henry Selzer. Auf der vor kurzem gelaufenen Mitgliederversammlung konnten die BEG-Verantwortlichen erstmals seit Gründung der Genossenschaft einen, wenn auch noch eher bescheidenen, Überschuss präsentieren. Rund 6200 Euro blieben am Ende des Geschäftsjahres 2013 unterm Strich an Gewinn, nach Verrechnung mit den Verlustvorträgen aus früheren Jahren und der Überstellung in die gesetzlich definierte Rücklage waren es noch rund 1500 Euro, die als Dividende ausgeschüttet werden konnten. Die Bilanzsumme der BEG betrug 2013 rund 2,667 Millionen Euro.

Ertragslage verbessert sich

Sobald der Windpark auf dem Galgenberg seinen Betrieb aufgenommen hat, dürfte die Ertragssituation der Genossenschaft sich aber verbessern, schätzt Henry Selzer. Neben ihren wirtschaftlichen Aktivitäten hat die BEG auch im Energiebeirat des saarländischen Wirtschaftsministeriums einen Platz gefunden und engagiert sich zudem in einem Netzwerk der zurzeit acht existierenden Energie-Genossenschaften, die sich seit 2013 zu regelmäßigen Konsultationen treffen.

Am Windpark Perl beteiligt

Neben dem Windpark auf dem Galgenberg ist die BEG auch mit sieben Prozent an dem Windpark Perl, den federführend die VSE errichtet hat, beteiligt. Außerdem betreibt die Genossenschaft mehrere Fotovoltaikanlagen, etwa auf dem Kindergarten in Erbringen oder in Reimsbach. Weitere Beteiligungen an Windparks sind geplant, unter anderem an den neuen Anlagen, die bei Merchingen gebaut werden sollen, sowie jenen auf dem Schimmelkopf bei Weiskirchen und dem Windpark an der deutsch-französischen Grenze bei Büdingen/Wellingen nahe den "Steinen an der Grenze".

Zum Thema:

Auf einen blickDie Bürger-Energie-Genossenschaft (BEG) Hochwald wurde am 24. Januar 2012 in Losheim gegründet. Bereits im ersten Jahr ihres Bestehens zählte sie über 350 Mitglieder, was die selbst gesteckten Ziele der Verantwortlichen bei weitem übertraf. Bis Juni 2014 ist die Mitgliederzahl auf fast 490 gestiegen. Vorsitzender des Vorstandes der Genossenschaft ist Henry Selzer, weiter gehören Reinhard Demuth und Gert Heiermann dem Vorstand an. Den Aufsichtsrat bilden Jürgen Millen, Werner Thielen, Edith Hacket, Rolf Fassbender und Thomas Hoffmann. Die Bürger-Energie-Genossenschaft ist seit 23. Mai 2012 ins Genossenschaftsregister eingetragen. cbe