Wer ist eigentlich Bob Dylan?

Merzig-Wadern. Bob Dylan, schillernde Ikone des Folk, Rock und Pop, tritt in Todd Haynes Film-Hommage "I' m not there" gleich sechsfach in Erscheinung: Als elfjähriger Singer-Songwriter reist er Ende der 50er Jahre durchs Land wie einst die schwarzen Blues-Legenden

Merzig-Wadern. Bob Dylan, schillernde Ikone des Folk, Rock und Pop, tritt in Todd Haynes Film-Hommage "I' m not there" gleich sechsfach in Erscheinung: Als elfjähriger Singer-Songwriter reist er Ende der 50er Jahre durchs Land wie einst die schwarzen Blues-Legenden. Mit 19 ist er ein scharfzüngiger Poet, wenig später ein erfolgreicher Folk-Troubadour im pulsierenden Greenwich Village der frühen 60er. Kaum als Stimme einer neuen Generation gefeiert, erfindet er sich als Bandleader neu und stößt seine Fans mit elektrifiziertem Rock vor den Kopf. Er reüssiert als Schauspieler, scheitert als Familienvater, gerät als christlicher Prediger in Vergessenheit und taucht wieder auf im Hinterland von Missouri: als in die Jahre gekommener Outlaw, der sich noch einmal auf die Reise macht ...Unfassbar wie Dylon selbstDer Film zeigt Dylan im Kampf mit besserwisserischen Journalisten, mit enttäuschten Fans und sektiererischen Dylanologen, die sich vielleicht auch an diesem Film stören werden, und im Kampf um die Liebe zu seiner Frau. Kaum glaubt man, ihn verstanden zu haben, ist er schon weiter gezogen und längst ein anderer. Der richtige Bob Dylan bleibt den ganzen Film hindurch der große Abwesende. Kurz vor dem Ende flackert dann eine verwackelte, dunkle Konzert-Aufnahme über die Leinwand: Eine Nahaufnahme seines Gesichtes, ins Mundharmonikaspiel vertieft, die Augen geschlossen. "I' m not there" ist unfassbar wie Bob Dylan selber und mannigfaltig wie ein Bob Dylan-Song, wahrlich große Kunst.Kein Porträt von BobFügt sich das alles am Ende zu einem Porträt des wahren Bob Dylan? Natürlich nicht. Stattdessen erleben wir einen großartigen, süchtig machenden Film, der eigentlich nichts anderes porträtiert als unsere eigenen Wahrnehmungen von Dylan über die Jahrzehnte hinweg. "I' m not there" läuft am Dienstag, 2. September, um 20.30 Uhr im Service Kino Losheim und am Mittwoch, 3. September, um 20.30 Uhr im Starlight Kino Wadern. Im Odeon Kino Merzig wird der Film am Dienstag, 9. September, und am Montag, 15. September, bereits um 20.15 Uhr gezeigt. red "Der Besondere Film" ist eine gemeinsame Veranstaltung des Eigenbetriebes Touristik, Freizeit und Kultur der Gemeinde Losheim am See, des Kulturamtes der Stadt Wadern und der Jugendbüros Losheim und Wadern-Weiskirchen sowie der Filmtheaterbetriebe Dubois und dem Odeon Kino Merzig. Ab sofort ist es möglich, Karten zu reservieren. Informationen und Reservierungen zum "Besonderen Film" gibt's im Kreisjugendamt, Telefon (06861) 80165.