| 20:06 Uhr

Wechselnde Mehrheiten sind Alltag

Losheim. Ein Gemeinderat mit unklaren Mehrheitsverhältnissen und wechselnden Mehrheiten - diese Vorstellung kann in der Losheimer Kommunalpolitik eigentlich keinen schocken Von SZ-Redakteur Christian Beckinger

Losheim. Ein Gemeinderat mit unklaren Mehrheitsverhältnissen und wechselnden Mehrheiten - diese Vorstellung kann in der Losheimer Kommunalpolitik eigentlich keinen schocken. Denn in dieser Konstellation arbeitet der Rat bereits seit der letzten Wahl 2004, als angesichts von zwei großen und zwei "kleinen" Fraktionen und der relativ knappen Stimmenverhältnisse keine festen Bündnisse und Koalitionen geschmiedet wurden. Das hat gleichwohl nicht dazu geführt, dass die Gemeinde "unregierbar" wurde. Ein Großteil der Beschlüsse im Rat in der zurückliegenden Amtsperiode wurden einvernehmlich gefasst. So richtig kontrovers ging es in der Losheimer Kommunalpolitik in den vergangenen Jahren eher selten zu. Wenn einmal, dann drehte sich die Diskussion dabei um den Garten der Vierjahreszeiten am Stausee oder die Sanierung des Saalbaus - zwei Dinge, die insbesondere von der Grün-Alternativen Liste (GALL) sehr kritisch gesehen wurden. Dass die Diskussionen im Losheimer Rat in den vergangenen Jahr weniger von Parteipolitik und statt dessen mehr von sachorientiertem Pragmatismus geprägt waren, hat der Gemeinde indes nicht geschadet. Immerhin ist es den Losheimern gelungen, ihr Haushaltsdefizit seit den letzten Wahlen deutlich um zwei Drittel zu senken - von 7,5 auf 2,5 Millionen Euro.Spannend verspricht das Abschneiden der kleinen Parteien zu werden: Die Grün-Alternative Liste hatte 2004 noch "interne" Konkurrenz durch eine Liste der Bündnisgrünen. Diesmal haben sich die Grünen im Kreis auf eine Kooperation verständigt, so dass die GALL Stimmenzuwächse verbuchen könnte. Außerdem steigen mit der FDP und den Linken zwei ganz neue Akteure in den Ring: Sie waren bei der letzten Kommunalwahl in Losheim noch gar nicht dabei, über ihr Stimmenpotenzial kann nur spekuliert werden.