Wasserstand wird reguliert

Am Hölzbach an der Grenze zwischen den Gemeinden Losheim und Weiskirchen bedroht ein von Bibern geschaffener See den Erdwall einer privaten Teichanlage. Korrekturen am Damm sollen der Gefahr entgegenwirken.

In den Biberdamm wird ein Rohr eingebaut. Foto: Werner Ludwig. Foto: Werner Ludwig

In einer gemeinsamen Aktion haben der Naturschutzbund (Nabu) und die Gemeinde Losheim am See dafür gesorgt, dass ein Biberdamm am Hölzbach jetzt eine Wasserstands-Regulierung erhält. Seit zehn Jahren lebt eine Biberfamilie am Hölzbach an der Gemeindegrenze zwischen Losheim am See und Weiskirchen . Sie fühlt sich in der neu eroberten Heimat sichtlich wohl. "Der Biber erweist sich hier als erfinderischer Landschaftsgestalter, hat zwischenzeitlich eine sehr große Biberburg gebaut und einen mächtigen Biberdamm errichtet", heißt es von der Nabu-Ortsgruppe Losheim-Weiskirchen in einer Pressemitteilung.

Großer Bibersee

Bachaufwärts hat sich infolge der Bauaktivitäten des Nagers ein sehr weitläufiger Bibersee angestaut. Die Nabu erläutert: "Der Biber tut dies, um einerseits die Eingänge seiner Burg zum Schutz der Jungen vor Fressfeinden gleichmäßig unter Wasser zu setzen. Und andererseits, um ganzjährig über sein Lebenselixier Wasser bequem an seine Pflanzennahrung heranzukommen." Mit diesem Tun gelte der Biber als Schlüsseltierart im Lebensraum Bachaue, da sehr viele andere Pflanzen- und Tierarten von seiner Wasserregulierung profitieren.

Fleißiger Baumeister Der Damm hat inzwischen nach Angaben der Nabu-Ortsgruppe "durch ständige Erweiterungsmaßnahmen der fleißigen Baumeister" eine Länge von rund 130 Metern und eine Höhe von 1,50 Meter erreicht. Der Bibersee staut jedoch mittlerweile den Erdwall einer privaten Fischteichanlage ein, sodass dieser seine Stabilität zu verlieren droht.

Der ehrenamtliche Nabu-Biberbetreuer Wolfgang Reifenrath hat diese Entwicklung über Jahre beobachtet und hat nun vorgeschlagen, durch einen sanften Eingriff den Wasserstand zu regulieren, um sowohl das betroffene Privateigentum zu schützen als auch eine gleichmäßige Biotopentwicklung zu gewährleisten, da der Biber eine geschützte Tierart ist. Der Bürgermeister der Gemeinde Losheim am See , Lothar Christ, hatte in seiner Funktion als Verantwortlicher für die Gewässerunterhaltung spontan dem Nabu Weiskirchen-Losheim seine Unterstützung zugesichert.

Sorgfältige Planung

Nach sorgfältiger Planung und Vorbereitung machten sich vor wenigen Tagen Wolfgang Reifenrath und Helmut Harth vom Nabu gemeinsam mit Manfred Schillo, Werner Ludwig und Felix Quartz, allesamt Mitarbeiter der Gemeinde Losheim am See , sowie Frank Grütz von der Naturwacht Saar als zuständigem Schutzgebietsbetreuer an die Arbeit. Zuerst wurde der Biberdamm an einer geeigneten Stelle geöffnet, um den Wasserstand abzusenken und Platz für ein Rohr zu schaffen. Anschließend wurde ein sechs Meter langes und mit Schlitzen präpariertes Rohr eingebaut und danach der Damm wieder verschlossen. "Dieses stabile Rohr soll nun zukünftig den Wasserspiegel auf einer für den Teichbesitzer erträglichen Höhe halten", erklärt der Nabu.

Erkenntnisse sammeln

Der Naturschutzverband wird nach eigenem Bekunden die Wirksamkeit dieser Maßnahme beobachten und so Erkenntnisse sammeln, wie der Biber auf diesen Eingriff reagiert und welche Empfehlungen sich hierdurch für das übrige saarländische Biberbetreuernetz des Nabu ergeben können. Denn die in den 1990er Jahren im Saarland wiederangesiedelten 68 Elbebiber hätten sich zu einem Bestand von etwa 550 Tieren entwickelt und besiedelten nun nahezu alle saarländischen Bachsysteme.

Eines ist dem Nabu-Ortsverband noch wichtig: "Der Nabu bedankt sich bei der Gemeinde Losheim am See für die unkomplizierte Zusammenarbeit und für die Übernahme der Sachkosten."