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Was tun, wenn kein Wasser fließt?

Mitlosheim. Nach Ansicht von Thomas Gastauer haben die von einem Rohrbruch in Mitlosheim Betroffenen zu lange auf dem Trockenen gesessen. Seine Frage: Gibt es Notfallpläne, wenn die Wasserversorgung unterbrochen ist? Margit Stark

Gibt es einen Notfallplan, wenn Wasser oder Strom ausfallen? Eine Frage, die Mitlosheims ehemaligen Ortsvorsteher Thomas Gastauer seit Sonntagabend umtreibt. Über Stunden auf dem Trockenen zu sitzen, darf nach seiner Ansicht nicht sein. Eine Antwort erwartet er nach seiner Erfahrung vom Sonntag von der saarländischen Landesregierung, der er einen Brief geschrieben hat.

Als Gastauer gegen 20 Uhr den Wasserhahn aufdrehte, blieb das Wasser aus. "Erst 15 Stunden später floss es wieder aus der Leitung", berichtet er der SZ. Grund: ein Wasserrohrbruch in der Mitlosheimer Straße. Nach Worten von Michael Görgen, Betriebsleiter der Hochwaldwasser GmbH, war eine Versorgungsleitung geplatzt - eine Sache, die sich meist im Herbst und Frühjahr ereignet, wie Görgen, Diplom-Ingenieur bei der gemeinsamen Gesellschaft der Wasserversorgung Losheim, der Wasserwerke Wadern GmbH und des Gemeindewasserwerks Weiskirchen, sagt. Sofort sei der Notdienst ausgerückt. Seine Aufgabe: das Wasser abzustellen, um eine Unterspülung der Straße zu verhindern. Auf Anweisung der Polizei wurde laut Görgen auch eine Ampel installiert, damit der Verkehr ohne mögliche Gefährdung einspurig an dieser Stelle vorbeifahren konnte. Betroffen waren nach seiner Schätzung etwa zehn Haushalte. "Es wurde den Leuten an dem Sonntagabend auch gesagt, dass sie sich mit Wasser versorgen sollten", teilte er auf SZ-Anfrage mit. Am nächsten Morgen sei das Rohr repariert worden, so dass gegen zehn Uhr die Haushalte wieder mit Wasser versorgt waren.

Nach Ansicht von Gastauer haben die Betroffenen zu lange auf dem Trockenen gesessen. Deshalb hat er sich an die saarländische Landesregierung gewandt. Seine Frage: Gibt es im Saarland keine Regelungen oder Notfallpläne für die Versorgung der Bevölkerung bei Ausfall von Wasser oder Strom? Die Adressaten seines Schreibens: Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, Innenminister Klaus Bouillon und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger . "Eine Information der Bevölkerung erfolgte nicht. Ich denke, dass die lange Zeit für die Bürger unzumutbar ist", ist in dem Brief zu lesen, der der SZ vorliegt.

"Bei vorhersehbarer Unterbrechung der Wasserversorgung kann die Bevölkerung sich darauf vorbereiten. Bei plötzlichem Ausfall der Wasserversorgung müssen seitens der Kommune und des Versorgungsunternehmens doch kurzfristige Lösungen organisiert werden." Als Beispiel nennt Gastauer mobile Stellen zur Wasserentnahme. "Ältere und pflegebedürftige Menschen, Familien mit Klein- und Schulkindern sind in besonderem Maße auf eine Wasserversorgung angewiesen", schreibt er in dem Brief weiter. Es geht ihm nach seinen Worten nicht darum, einen Schuldigen zu suchen. "Wichtiger ist es, dass sich manche Fälle nicht wiederholen. Gibt es von Seiten der Landesregierung und der zuständigen Behörden keine Vorgaben?"