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Wandern auf dem Bergener bei Bergen: Schöne Natur, rücksichtslose Menschen

Kostenpflichtiger Inhalt: Wandern auf dem Bergener : Achtlose Wanderer trüben das Erlebnis auf Traumschleife bei Bergen

Vom Niederrhein hat es Mauritius te Dorsthorst in unsere Gefilde verschlagen. Nun erkundet der begeisterte Wanderer auf ausgewählten Premiumwegen das Saarland und die Umgebung – Schritt für Schritt.

Bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir den Start- und Zielpunkt der Wanderung: den Parkplatz zwischen Campingplatz und Reitanlage an der Girtenmühle. Unweit des Parkplatzes findet sich das Eingangstor zur Traumschleife Der Bergener. Ab hier schlängelt sich der 11,2 Kilometer lange Weg durch Waldgebiete, über den Panzbach und teilweise entlang des Metzenbachs und des Rotenbachs. Zu einem alten Steinbruch und stellenweise im Grenzgebiet zu Rheinland-Pfalz. Wir sind an dem Tag den Weg entgegen der normalen Laufrichtung gegangen.

Nach Angaben der Internetseite des Saar-Hunsrück-Steiges (www.saar-hunsrueck-steig.de) werden auf der Strecke 183 Höhenmeter überwunden. Der höchste Punkt der Wanderung liegt auf 500 Meter. Für diese Wanderung werden etwas weniger als vier Stunden veranschlagt. Wir sind den Weg allerdings mit Pause in etwas mehr als zweieinhalb Stunden gegangen, was wir angesichts der geringen Steigung und der breit ausgebauten Wege nicht als sportlich empfunden haben.

Dem Mistkäfer gefällt’s auf dem Bergener. Foto: Mauritius te Dorsthorst

Direkt beim Erreichen des Parkplatzes ist uns klar, dass wir an dem Tag die Jacken nicht brauchen werden, so stark scheint die Sonne. Also lassen wir die Jacken im Auto zurück und begeben uns auf den Weg. Da wir in entgegengesetzter Laufrichtung unterwegs sind, führt uns der Weg zunächst entlang des Campingplatzes, wo wir von freundlichen Campern, die sich in der Sonne ausgebreitet haben, begrüßt werden. Über den Panzbach führt eine kleine Holzbrücke in den ersten Waldabschnitt.

Nach etwa hundert Metern queren wir den Rotenbach. Von hier aus führt uns der Weg nach und durch Bergen, dabei kommen wir auch an einem Gasthaus vorbei, welches wegen der aktuellen Situation an dem Tag unserer Wanderung geschlossen ist. Beim Begehen des Bergener in Laufrichtung kommt das Gasthaus erst gegen Ende der Wanderung und bietet somit eine gute Einkehrmöglichkeit.

Schöne Blüten erfreuen die Wanderer, die im Frühling den Bergener besuchen. Foto: Mauritius te Dorsthorst

Wir lassen Bergen hinter uns und gelangen nach kurzer Zeit zu einer Kapelle, danach führt der Weg zu einer Kneippanlage, die sich unweit des Wanderweges befindet, aber am Tag unserer Begehung außer Betrieb ist. Dieser Teil des Weges befindet sich inmitten des Naturparks Saar-Hunsrück. Eigentlich ein schönes Waldgebiet. Allerdings fällt auf, dass auf und neben dem Weg überall Müll liegt. Überwiegend finden sich bei unserer Wanderung Plastikmüll und Verpackungsreste und auch der Wald sieht hier sehr in Mitleidenschaft gezogen aus. Auch sind auf diesem Wanderweg wesentlich mehr Menschen unterwegs als auf unseren anderen Wanderungen in der Region, wodurch ein wirkliches Ruheerlebnis in der Natur nicht eintritt. Vielmehr schockieren uns der schlechte Zustand des Waldes und der Abfall, den rücksichtslose Wanderer hinterlassen haben.

Trotz dieser schlechten Verhältnisse führt uns der Weg weiter zu einem Aussichtspunkt am Steinbruch, der auf etwa 409 Meter liegt. Und nach kurzem Abstieg folgt der letzte Anstieg zum höchsten Punkt der Wanderung. Ab da sind es für uns etwa noch drei Kilometer zu unserem Ziel, dem Parkplatz. Dabei kommen wir kurz vor Erreichen des Zieles nach insgesamt 14 504 Schritten noch zu einem Waldteich.

Ist es moderne Kunst? Foto: Mauritius te Dorsthorst

Der Wanderweg war sehr einfach zu gehen, es gab keinen steilen Anstieg und auch war der Weg an sich sehr breit ausgebaut. Daher würde ich den Weg als leicht einschätzen, auch dass uns an dem Tag sehr viele Familien mit Kindern im Vorschulalter entgegengekommen sind, stützt diese Aussage. Somit kann ich der Einschätzung des Saar-Hunsrück-Steiges, der Weg sei mittelschwer, nicht folgen. Ebenso halte ich die Vergabe von fünf von sechs Punkten für die Landschaft für nicht gerechtfertigt. Der Weg war bei unserem Besuch über weite Teile sehr verschmutzt, weil sich die Wanderer hier scheinbar achtlos ihres Mülls entledigt haben.

Zur Anfahrt: Wir sind an dem Tag mit dem Auto angereist. Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommen will, kann laut Saar-Hunsrück-Steig mit der Bahn bis Merzig fahren und von dort aus weiter mit Bus 204/205 bis Bergen, Ortsmitte. Von dort aus führt ein Fußweg zum Startpunkt der Wanderung.

Foto: SZ/Steffen, Michael

www.saar-hunsrueck-steig.de