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Volksbank Untere Saar auf Partnersuche

Volksbank Untere Saar in Losheim : Eine Fusion soll die Zukunft sichern

Bank 1 Saar oder die Vereinigte Volksbank Saarlouis-Sulzbach/Saar? Der Vorstand der Volksbank Untere Saar führt Gespräche.

Die Volksbank Untere Saar mit Sitz in Losheim ist eine von derzeit noch sechs eigenständigen Volksbanken im Saarland. Doch das wird sich ändern: Wie der Vorstandsvorsitzende Bernd Mayer und sein Co-Vorstand Andreas Heinz gegenüber der SZ bestätigten, sucht das neben der Sparkasse Merzig-Wadern einzige in unserem Kreis ansässige Geldinstitut einen Partner für eine Fusion. In Frage kommen dabei offenbar zwei andere Volksbanken, wie die beiden Vorstandsmitglieder erläuterten: entweder die Bank 1 Saar oder aber die Vereinigte Volksbank Saarlouis-Sulzbach/Saar.

Mit welchem dieser beiden Geldinstitute die Volksbank Untere Saar sich letztlich zusammenschließen wird, ist aktuell nach den Worten von Vorstandschef Mayer noch offen. Sondierungsgespräche seien mit beiden geführt worden, und in beiden Fällen sei die Bereitschaft deutlich geworden, eine Fusion einzugehen. Anders sah es mit einem weiteren möglichen Fusionspartner aus, mit dem man ebenfalls gesprochen habe, erläutert Mayer: Die Levo-Bank mit Sitz in Lebach habe deutlich gemacht, dass sie an einem Zusammenschluss kein Interesse habe.

Auf der jüngsten Vertreterversammlung habe der Vorstand auch gegenüber den Repräsentanten der Bank-Anteilseigner bereits angekündigt, dass eine Fusion angestrebt und entsprechende Gespräche geführt würden. Heinz: „Wir haben das in Form eines offenen Dialogs gestaltet, alle Anwesenden hatten die Möglichkeit, Fragen an uns zu stellen.“ Diese Offenheit und Transparenz habe die Vertreterversammlung, die eine spätere Fusion gemäß Satzung verbindlich beschließen muss, dem Vorstand hoch angerechnet, resümiert Mayer. „Es wurde als sehr positiv empfunden, dass wir nicht erst hinter verschlossenen Türen verhandelt haben.“

Es gebe keine zwingenden wirtschaftlichen Gründe für einen solchen Zusammenschluss, betont der Vorstandschef: „Wir sind kerngesund, befinden uns in einer sehr guten wirtschaftlichen Situation.“ Aber, so Mayer: „Das ist in einer Situation, in der man sich für die Zukunft mit immer komplexeren Aufgaben rüsten muss, eine gute Ausgangsbasis.“ Denn die regulatorischen und administrativen Anforderungen an alle Banken würden ständig größer, ergänzt  Heinz. „Man denke nur an die jüngste Datenschutz-Grundverordnung.“ Auch das Thema Digitalisierung und alles, was damit zusammenhängt, werde für alle Banken zu einer immer größeren Herausforderung. Hier sei angestrebt, Synergien zu nutzen und auch die eigenen Mitarbeiter zu entlasten. Andreas Heinz: „Wir beschäftigen im Moment mit vielen Dingen, die unsere Kunden nicht weiterbringen, sondern nur Geld kosten.“ Durch die Fusion erwarte man, interne Prozesse effektiver und kostengünstiger darstellen zu können. Bernd Mayer ergänzt, dass es auch darum gehe, dass die Belastung für die Mitarbeiter nicht zu hoch werde angesichts der regulatorischen Anforderungen. „Wir sehen die Notwendigkeit, Dinge gemeinsam zu bewältigen, die außerhalb vom Kundengeschäft liegen.“ Dieser Ansatz führe zu immer mehr Bankzusammenschlüssen, nicht nur im Saarland, sondern in ganz Deutschland, ergänzt Andreas Heinz: „Als ich in den Beruf eingestiegen bin, gab es im Saarland noch 34 selbstständige Volksbanken. Heute sind es noch sechs.“

Ein zentraler Faktor bei dem Fusionsprozess sei, dass die regionale Identität auch in den immer größeren Einheiten, die im Bankwesen entstehen, erhalten bleibe, betont der Vorstandsvorsitzende. Für die Kunden solle sich durch die Fusion wenig ändern. „Die Ansprechpartner vor Ort bleiben gleich.“ Was indes mit der Fusion einhergehen werde, das wird eine Umstellung der Kontonummern sein, da sich die IBAN ändern werde, ergänzt Andreas Heinz. Ansonsten sollen sich die Veränderungen aber in Grenzen halten, sagt Mayer: „Es gilt, die Struktur aufrecht zu erhalten, die man hat.“ Was eine Fusion für das Zweigstellennetz der Bank bedeutet, das müsse man in den weiteren Gesprächen eruieren, ergänzt der Vorstandschef. So ist etwa die Bank 1 Saar im Ort Losheim mit einer Geschäftsstelle unmittelbar gegenüber dem Hauptsitz der Volksbank Untere Saar vertreten. Ob das nach einer eventuellen Fusion immer noch so sein wird, bleibe abzuwarten.

Wichtig ist den beiden Vorständen auch, die eigenen Mitarbeiter bei dem Prozess mitzunehmen und stets auf dem Laufenden zu halten, wie sie betonen: „Wir stehen in einem engen Austausch mit dem Betriebsrat, die Mitarbeiter werden über regelmäßige Infoschreiben auf dem Laufenden gehalten“, sagt Bernd Mayer. Unabhängig davon, welcher der in Frage kommenden Partner es letztlich sein werde, geben sich Mayer und Heinz zuversichtlich, dass die Fusion für ihr Haus positive Effekte bringen wird: „Es entsteht eine neue Bank, und das wird eine starke Bank sein.“ Beide potenziellen Fusionspartner „wissen ebenso wie wir, wo der Schuh drückt“, sagt Mayer. „Sie kommen alle aus dem Lager der Genossenschaftsbanken und haben ein weitgehend identisches Geschäftsmodell.“ Überdies pflege die Volksbank Untere Saar sowohl mit der Bank 1 Saar als auch der Vereinigten Volksbank ein gutes Verhältnis und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Volksbank- Vorstand Bernd Mayer. Foto: Kleinhanss

Wann die Fusion kommen werde, auch das sei noch offen, betonen Mayer und Heinz. Allzu lange werde es aber wohl nicht mehr dauern. „Das soll bis spätestens 2020 erledigt sein“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Und Andreas Heinz ergänzt: „Wir werden ganz nüchtern und sachlich prüfen, in welcher Konstellation wir uns am besten wiederfinden.“