Viele „Fahrkarten“ in Rissenthal

Bereits zum 13. Mal lud der Schützenverein Freischütz Rissenthal am Wochenende zu seinem Sommerbiathlon. Das Wetter war zwar, wie fast schon gewohnt, nicht das Beste. Die Starter im Saar-Pfalz-Cup kamen dennoch auf ihre Kosten.

Die ungemütliche Witterung machte den Verantwortlichen des Schützenvereins Freischütz Rissenthal nicht viel aus: "Dafür ist Rissenthal ja irgendwo bekannt", sagt Michael Klasen mit Blick auf die bisherigen Auflagen des Sommerbiathlons und schmunzelt. Kurz darauf beginnt der Vorsitzende mit der Siegerehrung der Rennen im Saar-Pfalz-Cup. Dort stellten sich bei der vorletzten Station der Saison 37 Sportler dem anspruchsvollen Kurs, der durch den Regen noch schwieriger wurde. Auch auf das Schießen nahm die Witterung scheinbar Einfluss, denn ein fehlerfreier Auftritt am mitten auf dem Fußballplatz aufgebauten Schießstand blieb aus.

Freyer patzt am Schluss

Lange gut im Rennen lag Tim Freyer im Jugend-Lauf über 3,2 Kilometer. Doch bei der dritten und letzten Schießeinlage ließ der Nachwuchsakteur vom SV Heltersberg liegend zwei Scheiben stehen - und musste zwei Mal 70 Meter extra in Kauf nehmen. So wurde es im Kampf um den Sieg noch mal richtig eng. Am Ende lag Freyer nur vier Sekunden vor Jean-Luc Diehl vom Biathlon-Team Saar, der acht "Fahrkarten" schoss.

Spannend ging es auch bei den Schülern über 2,4 Kilometer zu. Dort lag Tobias Reichert aus Bubach in 15:35 Minuten nur 16 Sekunden vor Nils Godel. Es war für den 13-Jährigen vom Biathlon-Team Saar schon der sechste Sieg im diesjährigen Saar-Pfalz-Cup. Damit hat er den Gesamtsieg vor dem Abschluss am 17. September in Kirrberg sicher. "Ich bin vor etwa zwei Jahren über einen Freund zum Sommerbiathlon gekommen. Es gefällt mir einfach, das Schießen vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als das Laufen", erzählt Reichert. Er wird nach Rang zwei im Vorjahr also seinen ersten Cup-Sieg feiern.

Sven Müller hat dagegen schon einige Erfolge mehr auf dem Konto. So krönte sich der 19-Jährige vom SV Steinwenden vorletztes Wochenende in München erneut zum deutschen Meister im Target-Sprint, einer relativ neuen Disziplin, die drei Stadionrunden und zwei Schießeinlagen mit dem Luftgewehr kombiniert. "Darüber habe ich mich sehr gefreut. Nächstes Jahr findet in Suhl die erste Weltmeisterschaft im Target Sprint statt. Da arbeite ich drauf hin", verriet Müller, der in Rissenthal nach fünf Kilometern zeitgleich mit seinem jüngeren Bruder Marco ins Ziel kam.

Folz siegt beim Heimspiel

Ein einsames Rennen lief wieder die fast 50-jährige Ivana Kruijff aus Bliesmengen-Bolchen, die in 27:47 Minuten nur zwei Sekunden länger brauchte als die Müllers. Auch Kruijff hatte sich in München zur deutschen Meisterin im Target Sprint gekürt, dazu kam der zweifache DM-Triumph im Sprint und Massenstart Ende Juli in Altenberg. Dort verbuchte auch Simone Folz von Freischütz Rissenthal große Erfolge. Die Mittvierzigern, die vor zehn Jahren beim Rissenthaler Volksbiathlon mit ihrem Mann und ihren drei Kindern "einfach aus Spaß mal mitgemacht" hatte, errang Staffel-Silber und wurde im Einzel in Sprint und Massenstart jeweils Vierte. "Das war mein erster DM-Start, von daher war Platz vier diesmal auf keinen Fall der undankbare", strahlte Folz, die beim Heimspiel am Sonntag die Kategorie der Damen 2 gewann und somit dazu beitrug, dass auch der 13. Rissenthaler Sommerbiathlon ein Erfolg wurde. Ebenso wie Janik Eichstädt, der bei den Männern gewann. Und vielleicht spielt dann ja bei der 14. Auflage im nächsten Jahr auch mal Petrus mit.