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Kapelle
Urwahlener Kapelle wird 150 Jahre alt

Pünktlich zur 150-Jahr-Feier der Kapelle wird auch ein neues Heimatbuch vorgestellt.
Pünktlich zur 150-Jahr-Feier der Kapelle wird auch ein neues Heimatbuch vorgestellt. FOTO: Ruth Selzer/Pfarrgemeinde St. Helena
Wahlen. Pfarrgemeinde St. Helena lädt für diesen Sonntag zu einem großen Fest samt Messe, Musik und Mahlzeiten ein.

() Zum Fest zur 150-Jahr-Feier der Urwahlener Kapelle lädt die Pfarrgemeinde St. Helena Wahlen für diesen Sonntag, 24. Juni, direkt an die Kapelle ein. Das Fest beginnt um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel. Die Messe begleitet die Gruppe „Brass for Fun“. Im Anschluss lädt die Urwahlener Bergkapelle zum Frühschoppen ein. Für Mittagessen ab 12 Uhr ist gesorgt. Am Nachmittag unterhält der Musikverein „Harmonie“ Wahlen bei Kaffee und Kuchen. Zur wechselhaften Geschichte der Kapelle erscheint in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Losheim ein Buch in der Reihe „Losheimer Beiträge zur Heimatgeschichte“. Das Buch wird auf der 150-Jahr-Feier vorgestellt.


Die Urwahlener Kapelle, die dem Heiligen Markus geweiht ist, besteht seit 1868. Überlieferungen berichten, dass die Kapelle der letzte Überrest einer einstigen Siedlung mit dem Namen „Urwahlen“ sei. Diese soll während des 30-jährigen Krieges von schwedischen Truppen, die sich auf der ehemaligen Römerstraße nach Metz zurückzogen, zerstört worden sein. Das Dorf wurde ausgeplündert, jedoch kein Raub der Flammen. Die Schweden hatten etwas zurückgelassen, das viel schlimmer war: die Pest. Entsetzt seien die letzten Überlebenden ins Tal geflohen und hätten hier „Wahlen“ gegründet. Kann diese Geschichte stimmen?

Laut einer Urkunde von 1147 des Erzbischofs Albero von Trier könnte es sich bei dem Örtchen namens „Wala“ um das untergegangene „Urwahlen“ handeln. Hierzu würde auch die Begriffserklärung passen, die den Namen „Wahlen“ von dem lateinischen „Vallum“, also „Wall“, ableitet. Tatsächlich liegt „Urwahlen“ auf einer antiken Wallanlage. Urkunden aus dem Jahre 1603 weisen auf einen Ort mit dem Namen „Wallen“ hin. 15 Jahre später begann der Dreißigjährige Krieg (1618–1648). Sicher ist, dass unterschiedliche Heere und Truppen durch die Region zogen und das Land entvölkerten.



Interessant ist, dass ein Haus (bereits abgerissen) im heutigen Wahlen die Jahreszahl 1625 erkennen ließ. Somit muss die Neuansiedlung im Tal in den ersten sieben Jahren des Krieges erfolgt sein. Warum die „Urwahlener“ ihr Dorf damals wirklich verließen, wird wohl im Dunkeln der Geschichte verborgen bleiben. Es erinnert nur noch die Kapelle an das ursprüngliche Wahlen. Immer wieder haben sich Menschen gefunden, die sich ehrenamtlich um die Kapelle bemühten und somit dieses Erbe aufrecht erhielten.

1936 wurde die Kapelle unter Leitung von Ortsbürgermeister Schommer erstmals renoviert. 1963 haben Schüler der Volksschule Wahlen mit ihrem Lehrer das Äußere der Kapelle und die Außenanlagen ausgebessert. Außerdem haben sie die ausrangierte Glocke aus der Pfarrkirche von Waldhölzbach besorgt, da die andere Glocke im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen wurde. 1973 haben Altbürgermeister Ferdi Schäfer und weitere Helfer den Innenanstrich und die Altarstufen erneuert. Der Glockenturm wurde ausgebessert, Hecken und Rasen wurden neu angepflanzt und Ruhebänke aufgestellt. 1983 sanierten Musiker der „Urwahlener Bergkapelle“, der Musikband „Con Brio“ und Mitglieder des Karnevalsvereins Wahlen das äußere Mauerwerk, legten eine Drainage um die Kapelle, brachten einen Bitumenanstrich am Sockel an, verlegten Pflastersteine, beseitigten Schäden an den Fenstern und an der Tür. Das Glockenseil wurde neu geführt und ein Wetterhahn aufgesetzt.

1986 wurde das Dach mit Original-Schiefer neu eingedeckt, die Bänke gestrichen und der Altar und die Chorschranken in hellblau und gold gestrichen. 1994 erneuerten Mitglieder der „Katholischen Landjugendbewegung“ zusammen mit Fachkräften den Innenputz und beseitigten Risse in der Decke. 2009 bekam das Gotteshaus einen neuen Innen- und Außenanstrich durch Günter Helfen, und 2010 wurden die acht Fenster erneuert. In diesem Jahr schließlich wurde die Fassade von Männern der Altersabteilung der Feuerwehr Wahlen entmoost und anschließend neu angestrichen.