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Umweltministerium unterstützt Gehöferschaft Losheim im Kampf gegen Waldschäden

Staatssekretär in Losheim : Waldbauern kämpfen gegen den Borkenkäfer

Mit 6400 Euro unterstützt die Landesregierung die Gehöferschaft Losheim beim Kampf gegen Schadorganismen im Wald.

Einmal hat’s ganz schön unter dem noblen Dienstwagen von Umwelt-Staatssekretär Roland Krämer gescheppert. Damit war aber auch fast zu rechnen, als sein BMW auf dem Britter Kirchenweg in den Wald schräg gegenüber dem Stausee abbog. Denn auf solchen „Holzwegen“ liegen eben auch dickere Äste, denen ein richtiger Geländewagen gar nicht mal ausweichen muss.

Einige 100 Meter weiter war das Ziel dieser Offroad-Tour erreicht. In diesem Wald der Gehöferschaft Losheim haben Stürme und der Borkenkäfer – alles Folgen des Klimawandels – „Narben“ hinterlassen, die das Herz der Förster bluten lassen. Dieses Szenario bot Roland Krämer die perfekte Kulisse, um dem Vorsteher der Gehöferschaft, Christoph Jager, einen Bewilligungsbescheid der Landesregierung über 6400 Euro „für die Bekämpfung von Schadorganismen im Gehöferschaftswald in allen Abteilungen gemäß Forsteinrichtungswerk“ zu übergeben, wie es im Ministeriumsdeutsch heißt.

Wer allerdings geglaubt hatte, mit diesem Betrag wäre dieser Wald noch zu retten, dem versicherte Jager glaubhaft, damit tatsächlich auf dem „Holzweg“ zu sein. „Ich bin überzeugt, dass die alten Fichtenbestände hier rund um die Stümpfe dem Käfer bereits zum Opfer gefallener Bäume bereits in wenigen Jahren ebenfalls in den Sägewerken verarbeitet sein werden. Dann werden von diesem heutigen Waldbild nur noch die da drüben bereits gepflanzten jungen Buchen zu sehen sein.“ Keine schönen Aussichten.

Dieser perspektivischen Tristesse konnte auch der Staatssekretär nicht widersprechen. Immerhin hätten die Verantwortlichen im Saarland früher als in anderen Bundesländern die Zeichen der Zeit erkannt und entsprechend reagiert. „Vor rund 30 Jahren haben wir bereits verstärkt zu einer naturnahen Waldbauwirtschaft umgesteuert, die den Umbau von Fichtenmonostrukturen zu Mischwäldern mit vergrößerten Laubbaumanteilen vorangetrieben hatte.“

Insbesondere im Staatswald an der Saar sehe der Laubholzbestand mit einem etwa 30-prozentigen Anteil an der gesamten Waldfläche deutlich besser aus als anderswo. Das allein verbessere allerdings die Aussichten für den Wald angesichts des dramatischen Klimawandels auch nicht wesentlich.

Die ökologischen und erst recht die ökonomischen Folgen durch Käferfraß (Fichten) und anhaltende Trockenheit der jüngsten Hitzeperioden (Buchen) treiben, so Krämer, den Förstern des Staatswaldes, erst recht aber den Verantwortlichen des Privatwaldes wie hier in der Gehöferschaft Losheim die Sorgenfalten auf die Stirn. Der Staatssekretär: „Als Folge der traditionellen Realteilung im Saarland haben wir es hier vielfach mit privaten Waldeigentümern zu tun, die die waldbauliche Betreuung ihrer zum großen Teil winzigen Flächen sachkundigen Förstern der Gehöferschaften anvertrauen. Und da diese von der Klima- und Käferkalamität aktuell stark Betroffenen inzwischen eine Katastrophenmeldung nach der anderen zu verkraften haben, wollen wir als Landesregierung mit solchen Förderbescheiden wie hier und heute im Rahmen unserer Möglichkeiten gegensteuern.“

Hilft also so ein Förderbetrag von 6400 Euro der Gehöferschaft Losheim aus der Bredouille? Mit einem bitteren Lächeln schüttelte Jager seinen Kopf: „Natürlich sind wir dankbar für diese Hilfe, aber aus dem Schneider sind wir damit noch lange nicht.“ Als Beispiel verwies er auf die Fichte, die im Saarland etwa 27 Prozent des Waldes ausmache, und in normalen Zeiten zu etwa 90 Prozent die Erträge aus dem Holzverkauf dominiert. „Aber wir leben längst nicht mehr in normalen Zeiten – aktuell fressen die Borkenkäfer unsere Fichtenbestände auf. Um die Verbreitung der Käfer aufzuhalten, müssen die befallenen Bäume schnellstmöglich in die Sägewerke. Die wiederum können sich vor dem aktuellen Überangebot von Fichten kaum noch retten, so dass wir unsere Bäume nur noch schwer und zumeist weit unter Preis loswerden.“

Außerdem nähmen die Verluste auch bei den eigentlich recht robusten Buchen und anderen Laubbäumen durch die Klimawandel-bedingten Trockenperioden und in der Folge von Sturmschäden dramatisch zu. Jager: „Einen Silberstreifen am Horizont kann ich deshalb nicht erkennen.“

Ungeachtet dieser wenig erfreulichen Aussichten zeigte sich der Staatssekretär davon überzeugt, dass auch in solchen schwierigen Zeiten eine nachhaltige, naturnahe Holzwirtschaft mit dem schonenden Umgang der Ressource Holz auf Dauer der einzig erfolgversprechende Weg sei, dem Wald trotz des Klimawandels eine Chance zu geben. Dem schloss sich auch Jager an: „Wir werden in der Gehöferschaft Losheim auch weiterhin mit viel Engagement alles in unseren Kräften Stehendende tun, um unseren schönen und lebenspendenden Hochwald über die befürchteten immer wärmeren Jahre zu retten.“