Merzig : Merzig setzt ein Zeichen für den Frieden

Der internationale Tag des friedlichen Zusammenlebens wurde erstmals in der Kreisstadt gefeiert. Viele Akteure wirkten dabei mit.

Die Friedenstauben sind ein echter Renner. Viele der jungen Besucher tragen sie bereits aufgemalt auf Händen und Wangen. Andere warten darauf, dass ihnen einer der Mitarbeiter das Abbild des weißen Vogels aufmalt.

Die Taube als Friedenssymbol passt zu dem Anlass, aus welchem all die Anwesenden überhaupt gekommen sind: der internationale Tag des friedlichen Zusammenlebens, der in Merzig in diesem Jahr zum ersten Mal gefeiert wurde. Dazu gab es auch auf der Bühne ein buntes Programm.

Passend zum Tag des friedlichen Zusammenlebens ist die Botschaft des Musicals „Tuishi pamoja – Wir wollen zusammen leben“ der Kreuzbergschule. „Streifen sind voll doof“ und „mit langhalsigen Tieren kann man nichts anfangen“ – das zumindest denken die beiden Giraffen- und Zebrakinder Raffi und Zea. Seit Jahren leben sie nebeneinander in der Herde, sehen sich, halten jedoch Abstand zueinander. Zu verschieden scheint ihr Äußeres, zu verschieden ihre Kultur. Doch nach einem Angriff eines Löwen und durch die Hilfe der pfiffigen Erdmännchen werfen die beiden ihre Vorurteile über Bord und lernen: wir sind zwar äußerlich verschieden, aber wir können Freunde sein – im Frieden vereint, schaffen wir zusammen alles. Mit einer Kostprobe aus ihrem neuesten Stück räumen die Schüler mit Vorurteilen auf und zeigen, wie bereichernd Andersartigkeit und Vielfältigkeit sein können und wie wertvoll ein friedliches Zusammenleben ist.

Unter dem Motto „Gemeinsam für den Frieden“ beteiligten sich neben der Kreuzbergschule und der CEB-Akademie auch die Villa Fuchs, die evangelische Kirchengemeinde, der Bietzerberg und das Merziger Jugendhaus an dem Aktionstag. „Diesen Tag gibt es seit drei Jahren“, erzählt Michael Rauch, Geschäftsführer der Villa Fuchs, „und wir wollen ihn zur festen Einrichtung in Merzig machen.“ Insbesondere Kinder sollen sich einbringen und inhaltlich etwas zum Frieden tun, sagt Rauch, das sei der Anspruch, um ihnen im Kindesalter kulturelle Vielfalt näherzubringen. Dieser Anspruch erfüllte sich auch: So malte das Team des Merziger Jugendhauses Friedenstauben auf die Wangen der Gäste, die Kinder vom Spatzennest stellten ihre Bilder des Projekts „Kunst verbindet!“ aus, und Kinderliedermacher Casi Eisenbarth animierte mit Marie-Gabriele die Besucher mit Friedensliedern zum Mitmachen. Ihr Projekt „Piece to Peace“ stellten die Jugendlichen rund um Rapper Markus Trennheuser ebenfalls auf der Bühne vor, wo sich kurzerhand um Bilal Almslam eine neue Band gründete, die Lieder aus Syrien spielte.

Treibende Kraft hinter der Idee war Birgit Bach, die zusammen mit den anderen Vertretern gemeinsam dieses Fest veranstaltete. „Miteinander statt gegeneinander“, sagte Bach und bekräftigte: „Frieden ist der Weg, dafür muss man kämpfen.“ Sie dankte neben Bürgermeister Hoffeld auch Heike Friedrich, Julia Bost, Sernaz Diri, Heike Wagner und Michael Rauch für ihr tatkräftiges Engagement. Bürgermeister Hoffeld betonte: „Jeder, der friedlich in Merzig lebt, gehört zu Merzig. Egal welche Religion, Kultur, Geschlecht oder Hautfarbe er hat.“ Den Abschluss bildete ein gemeinsames Friedensgebet, an dem die jüdische Seelsorgerin Rivka Holländer, Dechant Bernd Schneider, Pfarrer Klaus Kühnhaupt und Kemal Karacar, der Imam der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Merzig, teilnahmen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung