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Wahlen
Stimmungsraketen bei der Jubiläums-Kappensitzung

Die Tanzgruppe Joys bei ihrem Tanz. FOTO : WERNER KREWER
Die Tanzgruppe Joys bei ihrem Tanz. FOTO : WERNER KREWER FOTO: Werner Krewer
Wahlen. Von Ute Keil

Keinen närrischen, aber einen runden Geburtstag feierte der Wahlener Karnevalsverein „Änn de Bitt“. Sechs Jahrzehnte hat er auf dem Buckel, und seit 44 Jahren gibt es hier sogar einen Kinderelferrat. Das Wahlener Fösendsurgestein Alban Fey hat einmal gesagt: „Wenn der Verein 60 wird, werde ich 80. Dann komme ich wieder in die Bütt.“


Und genau das tat er bei der Kappensitzung am Wochenende, witzig und spritzig wie eh und je. Das Volk jubelte ihm zu, denn er bestätigte wieder einmal, dass die Wahlener Narren nicht altern. Sie sind zu jeder Zeit „spitzenmäßig dick döh“.

Natürlich war auch die Jubiläumskappensitzung wieder Spitze. Ein Saaldiener aus dem Deutschen Bundestag stellte fest, dass das, was gegenwärtig in Berlin passiert, nur noch im Suff ertragen werden kann. Wenn man in der Hauptstadt arbeitet, muss man ja Hochdeutsch sprechen und sich möglichst gewählt ausdrücken. Das klappte anfänglich auch ganz gut, aber dann redete Jacky sich in Wut, und brüllend platzte das schönste Wahlener Platt aus ihm heraus.

Dass bei dem Gesang der Klageweiber auch die Männer herzlich lachten, zeigte wieder einmal, dass die Wahlener mit einem gesunden Humor ausgestattet sind. Die Mitglieder der Gruppe „Haarscharf“ präsentierten sich nämlich als lustige Witwen, die ihre Ehemänner auf sehr fantasievolle Weise um die Ecke gebracht hatten. Nun sind sie wieder zu haben – allerdings noch nicht gleich, weil einige von ihnen noch ein paar Jährchen absitzen müssen - zur Kappensitzung gab’s Freigang.

Eine Büttenrednergewerkschaft forderten die beiden stimmgewaltigen Barden Daniel und Florian. Erstes Gesetz: Auch bei schlechten Witzen muss gelacht werden. Dabei haben die beiden eine solche Regelung in keinster Weise nötig. Sie sprudeln über vor lustigen Ideen und zelebrieren die Fösend in ihrer ganz eigenen, unnachahmlichen Weise. Egal ob sie Geige und Piano erklingen lassen, blödeln, zanken oder auf der Bühne herumspringen – sie geben immer hundert Prozent, und das Publikum dankt es ihnen mit donnerdem Applaus. Nur ein Beispiel aus dem Pointen-Feuerwerk: „Wie war noch mal der Name des schwedischen Disco-Türstehers? – Lasse Reinströmen.“



Auch die Tänzerinnen und Tänzer des KV „Änn de Bitt“ waren in Hochform. Das Juniorentanzpaar zeigte, dass es den Saarlandmeistertitel redlich verdient hatte. Joys und Tills übertrafen sich selbst, und nach einer einjährigen Pause gab es auch wieder ein Männerballett, das als Bienenschwarm einen Tanz mit beachtlichen akrobatischen Einlagen aufs Parkett legte.

Mit dem Wahlener Lied und einer großen Polonaise durch die Halle endete die Sitzung, aber bis Aschermittwoch warten auf das Narrenvolk noch viele schöne Veranstaltungen.

Die Wahlener Männergarde als Bienenschwarm bei ihrem Tanz. FOTO : WERNER KREWER
Die Wahlener Männergarde als Bienenschwarm bei ihrem Tanz. FOTO : WERNER KREWER FOTO: Werner Krewer
Das Wahlener Tanzgruppe Joys begeisterte mit ihrer Tanzvorführung das närrische Publikum.
Das Wahlener Tanzgruppe Joys begeisterte mit ihrer Tanzvorführung das närrische Publikum. FOTO: Werner Krewer