Sich finden lassen

An den nächsten Sonntagen gehen wieder Kinder zur Ersten Heiligen Kommunion. Sie haben viel über den Glauben gelernt und freuen sich auf die Begegnung mit Jesus Christus im heiligen Brot - ein Glaubensfest.

Es ist jedoch auch ein Fest der Familie. Eltern, Geschwister, Großeltern, Paten und Nachbarn sind oft in die Feier mit eingebunden. Bei vielen Mitfeierenden ist das wohl auch ein Fest der Begegnung mit Gott, aber ganz sicher nicht bei allen. Irgendwann in ihrem Leben ist ihnen der Bezug zu Gott verloren gegangen. Manche sehnen sich danach, weil sie diesen Bezug einmal hatten - damals in der Kindheit .

Wie wieder anknüpfen? Viele Versuche scheitern. Erzählungen anderer, die intensive Erfahrungen etwa bei Meditation oder bei einer Wallfahrt gemacht haben, können Anregung sein. Es gibt jedoch keinen Königsweg.

Aus der Bibel kennen wir die Geschichte der beiden Emmausjünger. Sie sind unterwegs und verzweifelt. Jesus, auf den sie ihre ganze Hoffnung gesetzt hatten, wurde gekreuzigt. Sie erkennen den unbekannten Begleiter, der sich zu ihnen gesellt, nicht, erst später beimBrechen des Brotes.

Es ist nicht mehr der Jesus, den sie kannten. Er tritt neu und unerkannt hinzu. So ist das auch für viele von uns. Der Gott unserer Kindheit ist entschwunden. Allerdings kann er neu unser Begleiter werden, wenn wir uns von ihm finden lassen - als Erwachsene.