1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Losheim am See

SG Scheiden-Mitlosheim kann sich nur schwer mit dem unfreiwilligen Abstieg anfreunden

Nach überraschendem Verbandsbeschluss : Das Scheiden tut Scheiden richtig weh

Die SG Scheiden-Mitlosheim kann sich nur schwer mit dem Abstieg aus der Bezirksliga anfreunden. Der Trainer richtet schon mal eine Kampfansage an die neue Liga – obwohl noch ein Torhüter gesucht wird.

Durch den Beschluss des virtuellen Fußball-Verbandstages, der am 9. Juni stattfand, müssen alle Tabellen-Letzten aus den saarländischen Fußball-Ligen bis zur Bezirksliga absteigen. Im Kreis Merzig-Wadern muss daher der 1. FC Reimsbach den Weg aus der Saarlandliga Richtung Verbandsliga gehen (siehe Text oben), die SG Scheiden-Mitlosheim muss die Bezirksliga Merzig-Wadern verlassen und wird in der neuen Runde in der Kreisliga A Hochwald an den Start gehen.

Für viele Beobachter kam der Verbandstags-Entschluss aus heiterem Himmel. Bei der SG dagegen hatte man mit der Entscheidung, den bitteren Weg in die Kreisliga antreten zu müssen, durchaus gerechnet. „Es gibt halt nicht viele Argumente, wenn man nach 19 Spielen nur sieben Punkte eingefahren hat“, findet Christian Banweg, der Vorsitzende der SG. „Wenn dann der Tabellenletzte durch Mehrheits-Beschluss des Verbandstages absteigen muss, dann ist es halt so.“ Dennoch findet auch er den Beschluss hart. „Fast überall wurde beim Saison-Abbruch entschieden, dass es keine Absteiger geben soll, nur im Saarland wird anders gehandelt. Von daher ist es schon traurig, dass wir runter müssen“, sagt Banweg.

Im Verein habe es allerdings ohnehin nicht mehr viele Leute gegeben, die der Mannschaft zugetraut hätten, das sportliche Ziel, sprich den Liga-Verbleib, noch zu schaffen. Banweg aber gehörte zu diesen Optimisten. „Die Mannschaft, die nach der Winterpause einen klaren Aufwärts-Trend verzeichnete, und auch ich selbst haben immer an das kleine Fußball-Wunder geglaubt“, beteuert der Vorsitzende. „Von daher hätten wir gerne eine sportliche Chance gehabt. Doch der Abbruch war angesichts der Corona-Entwicklung logisch – und ich bin weit davon entfernt, die demokratischen Entscheidungen des Verbandstages infrage zu stellen. Ich bin aber der Meinung, wenn der Verbandstag nicht virtuell stattgefunden hätte, wären einige Dinge konträrer ausdiskutiert worden“, macht Banweg aus seinem Herzen keine Mördergrube.

Ebenfalls nicht viel Gutes kann Fabian Lion dem Abstieg abgewinnen. Seit der Winterpause ist er gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Philipp Trainer der SG. „Wir hatten in der Vorbereitung viel gearbeitet und in den beiden Spielen vor der Krise gezeigt, dass wir viel gelernt haben. Von daher glaube ich sogar, dass wir es sportlich wirklich noch hätten schaffen können“, meint Lion – trotz sieben Punkten Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze bei noch elf Partien.

 Nun aber wird die SG in der Kreisliga einen neuen Anfang mit dem alten Kader starten müssen. „Wir bleiben bis auf Torwart Simon Schommer komplett zusammen. Allerdings wiegt dieser Verlust schwer, denn wir konnten noch keine adäquate Nummer eins verpflichten. Da werden wir alle Hebel in Bewegung setzen müssen, damit diese Schlüssel-Position gut besetzt wird“, sagt Lion.

Trotz des Problems zwischen den Pfosten richtet der Trainer gleich eine Kampfansage an die Liga: „Wir wollen um den Titel spielen und möglichst wieder aufsteigen. Als unsere Konkurrenten sehe ich in erster Linie die Reserven von Reimsbach und Weiskirchen.“ Da scheint eine spannende Saison auf die Fans der Kreisliga A Hochwald zu warten.