1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Losheim am See

Schülerinnen organisieren Less-Waste-Dinner in Losheim

Beim Dinner : Erleichtert nach fünf Monaten Vorbereitung

Kurz vor Beginn des Dinners waren Ella Hackethal und Franziska Mohm ganz aufgeregt. 60 Personen hatten sich für das „Zero-Waste-Dinner“ der beiden Schülerinnen von der Peter-Dewes-Gemeinschaftsschule in Losheim angemeldet, doppelt so vielen mussten sie aus Platzgründen absagen.

„Das hätten wir nie gedacht“, sagte Ella begeistert. Stunden zuvor hatten sie die Tische und Dekorationen aufgestellt, die Besorgungen eingeholt und beim Vorbereiten der Gerichte geholfen. Als die ersten Gäste eintrudelten, sank die Anspannung, dafür war es mit der Ruhe vorbei.

Ella und Franziska schlüpften routiniert in die Rolle der Gastgeberinnen, begrüßten ihre Gäste, plauderten und ließen keinen Wunsch offen. Binnen weniger Minuten erfüllte eine heitere Stimmung das alte Gartenhaus des Bistros F’Lauers in Losheim. An den mit brennenden Kerzen und grünen Pflanzen verzierten Tischen herrschte ein reger Austausch zwischen den Gästen – ein gemischtes Publikum aller Altersklassen.

Fünf Monate steckten sie in Vorbereitungen und Werbung. Arbeit, die sich am Ende auszahlte. Serviert wurde an dem Abend eine Kürbiscremesuppe mit Ingwer als Vorspeise, der Hauptgang bestand aus Sellerie- oder Schweineschnitzel mit Champignonrahmsoße, Blumenkohl und Kartoffelspalten. Als Dessert gab es drei verschiedene Sorten Kuchen. Alles selbstgemacht, denn die Lebensmittel bekamen die Schülerinnen von ortsansässigen Geschäften aus Losheim und Nunkirchen.

Zwischen den Gängen hatten die beiden Zeit, kurz Luft zu schnappen. Wie sie sich fühlten? „Gestresst, aber zufrieden“, meinte Franziska Mohm. Als Übergang zum nächsten Gericht informierten Freunde von ihnen die Gäste über die Verschwendung von Lebensmitteln und dass es für Umwelt schonender ist, saisonales Obst und Gemüse zu kaufen, statt Ware zu importieren. Förderlich wäre es zudem, zu Obst zu greifen, das möglicherweise optische Mängel aufweist. Denn ein Apfel, der zwar geschmacklich gut ist, wird weggeworfen, weil er nicht ganz rund ist. So landen jährlich zig Tonnen Lebensmittel im Müll, weil sie nicht der optischen Norm entsprechen, geschmacklich aber unbedenklich sind. Nach dem Dinner verlosten die Schülerinnen ihre Testprodukte bei einer Tombola. Laura Görgen aus Weiskirchen machte beim Zero-Waste-Dinner mit, weil ihr der Umweltschutz wichtig ist. „Das Thema ist mittlerweile präsenter in den Medien und wird von der Politik vernachlässigt“, monierte die Schülerin. „Wir müssen nachdenken, was wir ändern können“, sagt sie.

Ella Hackethal sei ihr dabei ein Vorbild, verrät sie. Ähnlich ging es auch Leonie Jakobs aus Rappweiler. Sie ist inzwischen von einer Plastikflasche zu einer Glasflasche umgestiegen, nur vor der Benutzung einer Menstruationstasse anstelle eines Tampons zögere sie noch. Die Vorträge fand Leonie Jakobs informativ und den Abend „sehr schön“. Am Ende ihres Less-Waste-Dinners waren auch Ella und Franziska zufrieden. „Wir haben an alles gedacht und viele positive Rückmeldungen bekommen, ob es die Stimmung, die Vorträge oder das Essen waren“, sagte Ella. „Wir konnten viele Menschen erreichen und zum Nachdenken und sogar Handeln anregen“, ergänzte Franziska.

Auch ihr Lehrer Ulrich Schwindt war zufrieden und das war fast das Wichtigste, denn: Für das Projekt erhalten die zwei Projekt-Orgnaisatorinnen eine Note. Was für eine es wird? „Ich denke, sie können sich über eine Eins freuen“, verriet Ulrich Schwindt.