Schillernde Fastnacht in Britten

Narren feierten mit Showdarbietungen und Büttenreden, doch es wurde auch ein Redner von der Bühne gejagt.

Was seit vielen Jahren fällig war, ist in der aktuellen Session endlich passiert: Ein Britter Redner wurde mit Schimpf und Schande von der Bühne gejagt. Dabei hatte alles vergleichsweise harmlos angefangen. "Osen nauen Här", begleitet von einer Schar sangesfreudiger Messdiener, begann mit einem Friedensangebot: Im vergangenen Jahr hatte sich eine Bergener Bürgerin bitter über eine seiner Anekdoten beschwert. Er wollte deshalb dieses Mal nur Gutes über seine einfachen Nachbarn erzählen.

Dieser brave Vorsatz hielt allerdings nicht lange an. Er witzelte über die Bergener Kirche, die wahrscheinlich bald zwei Türme haben und so zu einer Pilgerscharen anlockenden Kathedrale avancieren wird, sprach über die Schwierigkeit, drei Bergener zu finden, die nicht miteinander verwandt sind und tröstete schließlich einen Flüchtling, der im Nachbarort Asyl suchen muss: "Vor vielen Jahren haben die Bergener einen Flüchtling aufgenommen, der wesentlich schlechter aussieht als du, und der ist heute Ortsvorsteher."

Da er beim Ausplaudern seiner Beichtgeheimnisse auch die Britter und Hausbacher nicht verschonte, taten sich schließlich zwei erboste Ortsvorsteher, der "Chef" und der echte Pastor zusammen und prügelten den Doppelgänger zum Saal hinaus.

Die Hirtzen sind dafür bekannt, dass sie sich kritisch mit ihrer Welt auseinandersetzen und dabei kein Blatt vor den Mund nehmen. So machte Hirtzenchronist Olli Ackermann eine klare Ansage gegen Fremdenfeindlichkeit und rechte Parolen. Begeisterter Beifall zeigte, dass er hier mit den Brittern einer Meinung war.

Er beklagte den Umstand, dass es in Britten keine Kneipe mehr gibt und ließ sich über den Zustand der dringend renovierungsbedürftigen Halle aus: "Um das zu flicken, braucht es Geld, das man aber lieber in Losheim hält."

Auch die Radiosendung "Neues aus Britten" sparte nicht mit Kritik. So monierte die Moderatorin, dass Britten nicht zum Bergentreff eingeladen wurde und wollte den Initiator einer Bürgerinitiative interviewen. Dazu kam es allerdings nicht, weil der gute Mann vorher überfallen und vermöbelt wurde.

Auch die Hausbacher kamen im Radio nicht gut weg: "Hausbich im Loch gift von Berjen ugestoch!"

Groß Furore machte ein Besuch des frisch gebackenen US-Präsidenten Donald Trump. Er kam nach Britten, weil sein Ur-Ur-Urgroßvater, der Trump Peter, ein Hochwälder gewesen war.

Viel gab es noch zu lachen an diesem Abend. Ein Supertalent wurde entdeckt, Vitter und Joachim ließen ihre Spottlieder erschallen, der Sitzungspräsident aus Scheiden gab sich die Ehre, und Herbert und Brigitte Blechkuche gewährten Einblicke in ihr kompliziertes Eheleben.

Natürlich wurde auch wieder fleißig getanzt. Kindergarde und Funkenmariechen zeigten, dass gute Jugendarbeit Früchte trägt. Ob Gardetanz, Freakshow oder Burlesque, die Teenager-Spätlese, eine Bande von Bankräubern oder das Männerballett: Sie alle waren blendend in Form, und noch weit nach Mitternacht wurde in der Hochburg der Hirtzen gefeiert.

Zum Thema:

Die Akteure Präsident: Florian Lichtmeß; Prinzenpaar: Laura I. (Lichtmeß) und Olli II. (Ackermann); Tänze: Kinder- und Hirtzengarde, Funkenmariechen Victoria Schommer, Junioren, KV Scheiden, Teenager Spätlese und Männerballett; Trainerinnen: Elisabeth Haupenthal, Anne Wolf, Anna Schon, Saskia Hero und Bettina Schmitt; Bütt und Sketche: Bernd Quinten, Olli Ackermann, Gerd Schmitt, Lukas Ackermann, Sally Ackermann, Rainer Schommer, Stefan Ewerhardy, Christine Schmitt-Steuer, Ann-Kristin Müller, Doris Klauck-Schommer, Olli Lillig, Siggi Baltes, Florian Lichtmeß, Jürgen Ackermann, Stefan Schreiner, Sascha Schwarz, Josua Schreiner, Lina Ackermann, Vitter und Joachim, Devid Hero, Rebecca Schmidt und Sebastian Schramm.