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Sammy Schu siegt beim Martinslauf in Losheim

Lauf : Zum 30. Geburtstag richtig aufgebrezelt

Ein Volkslauf-Leckerbissen feierte knackiges Jubiläum: der Losheimer Martinslauf fand zum 30. Mal statt, 1140 Läufer waren dabei.

Hmmm – schmeckt das lecker! Belohnung muss sein. Den Biss in die Zuckerbrezel hat sich Leo an diesem Sonntagmorgen auch echt verdient. Vor wenigen Minuten lief das sieben Jahre alte Sprinter-Ass beim 30. Losheimer Martinslauf ins Ziel der Zwei-Kilometer-Strecke und landete auf einem Mittelfeld-Platz. Wirklich müde wirkt er nicht. „Ich habe dafür trainiert und eine Urkunde bekommen“, berichtet Leo stolz und will im nächsten Jahr noch mehr Gas geben.

Der Nachwuchsläufer mit der Nummer 351 feiert bei der Jubiläums-Veranstaltung des TV Losheim seine Martinslauf-Premiere. Die meisten der 1136 Frauen, Männer, Jugendlichen und Kinder im Ziel sind dagegen Wiederholungstäter. Wie viele „Teilnehmer-Brezeln“ in 30 Jahren über den Tresen gewandert sind, weiß Chef-Organisatorin Martina Schuler nicht so genau. Es müssen aber zig Bäckerei-Ladungen gewesen sein, bei einer Gesamtzahl von weit über 30 000 Startern in drei Jahrzehnten. „Mein bester Lauf endete für mich damals nach 38:36 Minuten. In der Zeit nach 1993 habe ich nur noch organisiert und geholfen“, erzählt Schuler, während sie in der Dr.-Röder-Halle Urkunden sortiert. Der Losheimerin Tanja Schmitt reichen diesmal 39:00 Minuten zum Sieg auf der Zehner-Strecke, die komplett um den Stausee führt.

Vorjahressiegerin Katharina Rausch vom LA Team Saar kommt 13 Sekunden später an. „Stellenweise war es überraschend hügelig. Aber die Bands, die Zuschauer und die Musik an der Strecke haben echt motiviert“, pustet Claudia Strauß nach 1:02:42 Stunden durch.

Schnellster Mann im Hauptlauf ist Sammy Schu (33:14 Minuten). Alexander Sutschet braucht 34:20 Minuten und kann Rang eins aus dem Vorjahr nicht verteidigen. Dafür wird der Lokalmatador vom TV Losheim von Charly Scherer im Ziel herzlich begrüßt. Gewohnt munter und lässig kommentiert der Martinslauf-Veteran das Geschehen auf der Schluss-Geraden – die unruhige Nacht merkt man ihm nicht an. „Ich bin vom lauten Regenprasseln wach geworden. Am Morgen war es trocken, und das Teamwork der Helfer war wie immer einmalig – es passte alles“, resümiert der Moderator nach der Ankunft des letzten Läufers.

Im ersten Jahr machte der frühere TV-Vorsitzende noch selbst mit. „Ich bin den Fünfer in einer 18er-Zeit gelaufen. Seitdem stehe ich am Mikrofon“, grinst Scherer und erinnert an seine Lieblings-Anekdote: Es geschah im Jahr, als die elektronische Zeitmessung Stoppuhr und Papier ablösen sollte. Den Strom für die Technik zapfte der Verein im Haus einer Anwohnerin ab. Dummerweise waren die Daten noch nicht gespeichert, als die verfrüht den Stecker zog. „Sie dachte, der Lauf wäre rum, aber es waren noch Nachzügler auf der Strecke – und alle Daten weg. Zum Glück hatten wir der Technik misstraut und alles zusätzlich von Hand zu Fuß eingegeben. So blieb das Chaos aus“, krächzt der „Lautsprecher des Martinslaufs“ mit lädierter Stimme und hält es wie Leckermäulchen Leo. 2019 will er wieder alles geben.