Porträt Björn Kondak: Polit-Karriere auf der Überholspur

Rimlingen : Polit-Karriere auf der Überholspur

Er ist 37 Jahre alt, aber schon an der Spitze seiner Partei in Losheim – und jetzt will Björn Kondak dort für die SPD Bürgermeister werden.

Gerade einmal 37 Jahre ist Björn Kondak alt, und doch strebt der Sozialdemokrat das höchste politische Amt in der Stausee-Kommune an: Bürgermeister von Losheim am See möchte Kondak werden und damit in die Fußstapfen seines Parteigenossen Lothar Christ treten, der sich Ende September in den Ruhestand verabschieden wird.

Für den hochgewachsenen SPD-Kandidaten hinterlässt der scheidende Rathauschef ein gut bestelltes Feld, wie Kondak erklärt: „Lothar Christ hat die Gemeinde Losheim am See zu einer der erfolgreichsten Kommunen des Saarlandes gemacht. Finanziell sind wir für die Herausforderungen der Zukunft hervorragend aufgestellt.“ Mit neuen Ideen wolle er an diese Erfolge anknüpfen und die Gemeinde nachhaltig weiterentwickeln.

Dazu sollen die Finanzen der Gemeinde weiter solide bleiben, erklärt Kondak, dennoch soll am Stausee in eine gute Infrastruktur für die Bürger investiert werden. Er will die Hallen und Bürgerhäuser modernisieren und zu lebendigen Treffpunkten für die Dorfgemeinschaft umgestalten. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, auch über neue Baugebiete, liegt dem Sozialdemokraten am Herzen, ebenso die Barrierefreiheit aller öffentlichen Einrichtung oder die Schaffung alternativer Einkaufsangebote in den Ortsteilen der Gemeinde.

Der Weg in die Politik führte für Björn Kondak über einen Zebrastreifen: Einen solchen wollte seine Mutter vor Jahren nämlich in ihrem Wohnort Rimlingen angelegt haben, weswegen sie sich an den damaligen Ortsvorsteher Lothar Sonntag wandte. Der machte der Frau im Verlaufe des Gespräches ein kommunalpolitisches Engagement schmackhaft – „so sind meine Eltern zur SPD gekommen“, erinnert sich Kondak, der sich als Kind einer Arbeiterfamilie bezeichnet. Das sieht er als eine seiner Stärken an: „Ein Arbeiter wie ich kennt die Nöte und Sorgen der kleinen wie der großen Leute.“ Er selbst trat 1998 mit 16 Jahren in die Partei ein, just zu dem Zeitpunkt, als er nach dem Besuch der Realschule in Merzig mit seiner Lehre als Kfz-Mechaniker begann. Sieben Jahre später wechselte er nach Saarlouis zum Autobauer Ford, wo er begann, sich gewerkschaftlich zu engagieren. Zu dem Zeitpunkt war er schon Mitglied im Gemeindeverbands-Vorstand der SPD in Losheim, in den er mit 18 Jahren erstmals als Vertreter der Jungsozialisten gewählt worden war. Je intensiver er sich der Politik widmete, umso mehr musste seine andere große Leidenschaft zurückstecken: der Motorsport. Mit acht Jahren, erzählt Kondak, habe er begonnen, Kartrennen zu fahren. Allerdings sei er irgendwann im wahrsten Wortsinn dem Gefährt entwachsen, sagt er lächelnd: „Ich bin zu groß geworden für die Karts.“ Aber er habe sich noch einige Zeit lang als Zeitnehmer bei Rennveranstaltungen betätigt.

Doch die Politik nahm immer größeren Raum in seinem Leben ein. Konsequent und zügig verlief seine weitere kommunalpolitische Laufbahn: 2009 wurde er erstmals in den Ortsrat von Rimlingen und in den Gemeinderat Losheim gewählt. In seinem Heimatort übernahm er gleich das Amt des stellvertretenden Ortsvorstehers. Bei der folgenden Kommunalwahl 2014 zog er erneut in den Gemeinderat ein, wurde zudem in Rimlingen zum Ortsvorsteher gewählt. Schon ein Jahr zuvor, mit Anfang 30, hatte er den Vorsitz des SPD-Gemeindeverbandes übernommen. Zudem wurde Björn Kondak damals zum zweiten Beigeordneten und damit ehrenamtlichen Stellvertreter des Bürgermeisters gewählt. Und jetzt ist er Kandidat seiner Partei für die Bürgermeisterwahl geworden, die ihm bei seiner Nominierung im November 2018 klar das Vertrauen aussprach. Kondak musste sich damals gegen einen konkurrierenden Bewerber, den Wahlener Ortsvorsteher Volker Braun, behaupten. Mit zwei Dritteln der Stimmen setzte sich der jüngere Kandidat durch, der heute betont, dass er von Braun sehr gut im Wahlkampf unterstützt wird.

In diesem Wahlkampf ist Björn Kondak viel in der Gemeinde herumgetourt, hat Hausbesuche in den Ortsteilen unternommen und bei zahlreichen weiteren Anlässen das Gespräch mit den Bürgern gesucht. Dafür habe er sich nicht viel umstellen müssen, sagt er: „Ich bin gesellig und gehe gern unter Menschen.“ Er und seine Frau Julia, die er im vergangenen Jahr geheiratet hat, gehörten nicht zu jenen Zeitgenossen, die ihre Samstagabende auf der Couch vor dem Fernseher verbringen. Wenn der Beruf und die kommunalpolitischen Verpflichtungen es ihm erlauben, unternimmt Kondak mit seiner Partnerin gerne Wandertouren: „Wir haben im Saarland und den angrenzenden Regionen schon nahezu alle Wege abmarschiert“, sagt er. Ein weiteres Hobby: das Kochen – „aber da komme ich in letzter Zeit nicht mehr so viel dazu“. Und dann ist da auch noch das neue Eigenheim, das er sich im vergangenen Jahr in Rimlingen errichtet hat. Auch da gebe es immer was zu tun: „Wenn mal Luft ist, wird rund ums Haus gewerkelt.“ Er kenne durch seine kommunalpolitischen Arbeit die Gemeinde und ihre Bürger sehr gut, sagt Kondak. Auch wisse er, was „Schaffen“ bedeutet. Und er sieht sich als Kümmerer – als „jemand, der sich mehr um die Belange anderer sorgt als um die eigenen“.

Mehr von Saarbrücker Zeitung