Peter Heck sprach in Losheim über die Zukunft der Dörfer

Losheim : Peter Heck sprach über Zukunft der Dörfer

Wie können wir in Dörfern mehr für Umwelt und Klima tun? Mit dieser Frage beschäftigen sich viele Gemeinden, auch in Losheim wirft man einen Blick auf das Thema. Peter Heck, Direktor am Institut für angewandtes Stoffstrom-Management in Birkenfeld, sprach im Hochwälder Brauhaus darüber, wie nach seinem Dafürhalten eine neue Land-„Wirt“-Schaft mit zukunftsfähiger Mobilität, nachhaltiger Energieversorgung und regionalen Vermarktungsnetzen im Dorf langfristig funktionieren können.

Zu dem Informationsabend hatte Helmut Harth, parteiloser Bürgermeisterkandidat für Losheim, geladen.

 „Aktuell stehen wir vor mehreren globalen Herausforderungen, wie dem Klimawandel, der Globalisier-, Digitalisier- und Urbanisierung sowie einer Gesellschaft, die sich im Wandel befindet“, sagte Heck. All diese Herausforderungen führten, würden sie ignoriert, zu Ressourcenknappheit, Ernteausfällen und Flucht und Umweltkatastrophen, Erderwärmung und Artensterben, so Heck. So sei seit Jahren bekannt, dass mit dem Insektensterben auch Vögel sterben. Gemeinden bräuchten daher wilde Blumenwiesen, um den Bestand der Insekten zu fördern und somit auch den der Vögel, erläuterte Heck.

Auch das Thema Nachhaltigkeit sei wichtig für die Gestaltung der Zukunft. „Nachhaltigkeit bedeutet auch: Geld verdienen statt verlieren“, sagte Heck. Dafür Steuergelder einzusetzen, hält Heck indes für falsch, als sinnvoller erachtet er eine Beteiligung der Bürger. Ein Schritt zu mehr Nachhaltigkeit ist für die Installation von Photovoltaikanlagen, um eigenen Strom zu produzieren. „Der Strombedarf wird in den nächsten 30 Jahren steigen“, prophezeite Heck. In einer Gemeinde würden im Schnitt über 450 000 Euro für Heiz- und Stromkosten ausgegeben – „dieses Geld müssen wir in Biogas, Photovoltaik, Windstrom und Gebäudeeffizienz stecken“, sagte Heck. Zum Beispiel lassen sich ihm zufolge mit einer guten Dämmung Energie- und Heizkosten sparen. Auch die Verwendung von LED-Leuchten in Straßenlaternen bringe Einsparungen.

Handlungsbedarf sah er auch in der Landwirtschaft: „Wir brauchen den Kohlenstoff im Boden, dieser macht den Boden fruchtbar. Die ländlichen Räume sind die Gärten der Metropolen.“ So müssen Landwirte die Multifunktionalität der Agrarfläche stärken, beispielsweise durch Agrarholz oder das Anlegen von Wild- und Kräuterbeeten als Abgrenzung der Felder.

Mehr von Saarbrücker Zeitung