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Neujahrsempfang der Vereinigung Losheimer Unternehmer

Neujahrsempfang in Losheim : Unternehmer stoßen aufs neue Jahr an

Beim Neujahrsempfang der Vereinigung Losheimer Unternehmer boten die Gastredner einiges an Diskussionsstoff.

Wenn im Saalbau die Klänge von Sir Henry’s Dixieband ertönen, sitzen die Mitglieder der Vereinigung Losheimer Unternehmer (VLU) bei ihrem Neujahrsempfang. Vorstandssprecher Kai Seiwert begrüßte die Gäste und Bürgermeister Helmut Harth, nunmehr seit etwa 100 Tagen in seinem neuen Amt, präsentierte die Gemeinde als Dienstleistungsunternehmen – übrigens das siebtgrößte im Saarland. Es beschäftigt rund 200 Mitarbeiter und hat einen Jahresumsatz in Höhe von 30 Millionen Euro, von denen sieben Millionen für Investitionen ausgegeben werden können. Nachhaltigkeit sei ein wichtiges Thema und es ruhe auf den Säulen Wirtschaftswachstum, Umweltverträglichkeit und sozialem Miteinander. Bei Letzterem spiele auch die VLU eine wesentliche Rolle.

Nach altem Brauch hatten die Verantwortlichen zwei Gastredner eingeladen, die Informationen und Stoff für Diskussionen mitbrachten. Yves Braun, Marketingleiter der Bank 1 Saar, sprach über die digitale Transformation und ihren Einfluss auf das Kundenverhalten. Kryptowährung und autonomes Fahren würden unsere vertraute Welt verändern ebenso wie Firmen, die das, was sie anbieten, gar nicht mehr selbst herstellen, sondern nur die Transaktionen durchführen.

Aus drei Kommunikationskanälen – Radio, Fernsehen und Printmedien – seien Tausende geworden und es bestehe für die Geschäftswelt eine große Abhängigkeit von Google, Facebook und ähnlichen Multiplikatoren. Die Geschäftsleute müssten sich heute einiges einfallen lassen, um von ihren Kunden im Internet entdeckt zu werden. Organisationen wie die Stiftung Warentest beeinflussten ebenfalls das Verhalten der Konsumenten. Kundendaten würden von Fachleuten analysiert, damit eine individuelle Ansprache möglich sei, soziale Netzwerke wie Facebook dienen als Werbekanal. Auch über Whatsapp würden Informationen untersuchen, um Käuferprofile zu erstellen.

Die Folgen: Statt persönlicher Beratung nehmen immer mehr Leute das Internet in Anspruch. Sie bewerten den Service, wobei sie sieben Mal mehr dazu bereit seien, Mängel kundzutun als eine positive Beurteilung abzugeben. Die Kundenwünsche würden durch die Riesenauswahl individueller und viele neigen dazu, sich in den Geschäften umzusehen und dann doch im Internet zu bestellen.

Braun legte aber nicht nur die Probleme dieser Entwicklung dar, sondern er hatte auch konkrete Handlungsansätze zu bieten. Der Unternehmer sollte sein eigenes Angebot und das Kundenverhalten genau kennen, seine Ansprache individuell gestalten, Automatisierungstools, Livechats und Chatbots nutzen. Wichtig sei es, eigene Inhalte zu präsentieren, zum Beispiel über Youtube, auf Abo-Modelle zuzugreifen, sich Unterstützung zu holen und generell mit offenen Augen durch die Welt zu gehen.

Der zweite Gastredner, Heiko Hummel von der Firma Energiedata 4.0, stellte ein interessantes Straßenbeleuchtungssystem vor, das in einigen Städten schon erfolgreich installiert wurde. Die Lampen, die auf bereits bestehende Masten montiert werden können, produzieren nicht nur „intelligentes Licht“ (Intensität nach Bedarf), sondern sie verfügen auch über Kameras, freies Wlan und können bis zu zwei Gigabit von Leuchte zu Leuchte senden. Auch Parksensoren können an das modular aufgebaute System angeschlossen werden.

Die Energieproduktion erfolgt durch Solar- oder Windkraft. Unter günstigen Voraussetzungen ist das System völlig autark. Wie Hummel ausführte, geht ein Viertel des Verkehrsaufkommens in den Städten auf das Konto der Parkplatzsuche. An dem Beispiel eines Supermarktparkplatzes zeigte er auf, wie sein Überwachungsapparat hier Abhilfe schaffen kann. Wenn beispielsweise festgestellt wird, dass 20 Stellplätze fast nie genutzt werden, kann man flexibel reagieren und diesen Parkraum an umliegende Anwohner vermieten. Die Referenten standen noch geraume Zeit für Fragen zur Verfügung, und mit vielen interessanten Eindrücken gingen die VLU-Mitglieder zum gemütlichen Teil der Veranstaltung über.