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Neue Energie für ein starkes MiteinanderInternationaler Vergleich auf hohem NiveauEuropas Zusammenwachsen begünstigen

Neue Energie für ein starkes MiteinanderInternationaler Vergleich auf hohem NiveauEuropas Zusammenwachsen begünstigen

Sand in Taufers/Losheim am See. In Südtirol wurden die Preisträger des Dorferneuerungswettbewerbes der europäischen Arge Landentwicklung und Dorferneuerung ausgezeichnet. Gewonnen hat die Vorarlberger Gemeinde Langenegg, Österreich

Sand in Taufers/Losheim am See. In Südtirol wurden die Preisträger des Dorferneuerungswettbewerbes der europäischen Arge Landentwicklung und Dorferneuerung ausgezeichnet. Gewonnen hat die Vorarlberger Gemeinde Langenegg, Österreich. Losheim am See, das in diesem Jahr das Saarland vertreten durfte, wurde zusammen mit anderen Gemeinden mit einem Preis der zweithöchsten Kategorie ausgezeichnet.Stimmungsvolles Fest Mehr als 1000 Akteure aus über 30 europäischen Regionen kamen zur Preisverleihung in der Südtiroler Gemeinde Sand in Taufers, Italien, der Gewinnerin des Europäischen Dorferneuerungspreises 2008. Die Gemeinde hatte anlässlich der diesjährigen Preisverleihung ein stimmungsvolles Fest organisiert. Das Motto des Europäischen Dorferneuerungswettbewerbes "Neue Energie für ein starkes Miteinander" thematisierte zwei der wohl größten Herausforderungen unserer Zeit und verlangte nach innovativen Konzepten gegen den Klimawandel sowie nach effizienten Maßnahmen zum sozialen Zusammenhalt von Generationen, Geschlechtern und Kulturen.Erfahrungsaustausch Dem Festakt und auch den zahlreichen Rahmenveranstaltungen wohnten neben einer Reihe anderer hochrangiger Persönlichkeiten auch Vertreter der Landesregierungen von Südtirol und Vorarlberg sowie der europäischen Kommission bei. Geprägt wurde die Veranstaltung vor allem von den mehr als 1000 Dorferneuerungs-Aktivisten aus über 30 europäischen Staaten. Konferenzen, Workshops, Open Space, Exkursionen, eine Ausstellung der Wettbewerbsprojekte, ein Festumzug, eine Genussstraße zur Präsentation regionaler Produkte und ein grandioses Fest der Begegnung, das sich über den ganzen Ort erstreckte und drei Tage andauerte, rundeten das Programm ab. Wichtig dabei war auch der Meinungs- und Erfahrungsaustausch, interessant die unterschiedliche Herangehensweise ans Thema.Losheim am See. Die Siegergemeinde Langenegg startete ihren Entwicklungsprozess bereits Mitte der 1990er Jahre auf Basis eines von Bürger und Experten erarbeiteten Konzeptes. Initialprojekt war die Sanierung eines geschichtsträchtigen Gebäudes mitten im Ortszentrum. In den Folgejahren wurden zahlreiche Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energieträger auf den Weg gebracht. Biogasanlagen, Hackschnitzelheizanlagen und eine Vielzahl an Photovoltaik- und Solaranlagen, deren Errichtung von der Gemeinde gefördert wurde, machen Langenegg heute zu einem Vorreiter in Sachen Energieautarkie. Dazu passt auch die Nutzung der heimischen Weißtanne als Baumaterial für zahlreiche private und kommunale Bauprojekte und zahlreiche Aktivitäten, die beweisen, dass man gewillt ist, die Energie aller Bevölkerungsgruppen zu nutzen. Beispiele dafür sind die Einbindung der "Langenegger Lebenshilfe Werkstätte" in das Wirtschaftsleben, die Vorderwälder Mitfahrbörse, die "Langenegger Talente" - eine Ersatzwährung, die dazu beiträgt, das Geld in der Gemeinde zu halten, ein gemeindeeigenes Carsharing-Auto, ausleihbare Jahreskarten für den Verkehrsverbund Vorarlberg sowie ein umfassendes Sozialkonzept für junge, alte und bedürftige Mitbürger. "Neue Energie für ein starkes Miteinander" bewiesen auch alle anderen Teilnehmer. Neben vielen guten Projekten wurden die zwölf Besten mit einem "Europäischen Dorferneuerungspreis für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität" ausgezeichnet. Zu diesen Gemeinden zählt auch Losheim am See, das damit die bisher höchste Auszeichnung einer saarländischen Gemeinde in diesem Wettbewerb erzielte. Die Teilnahme an dem Wettbewerb wurde durch die Abteilung Landwirtschaft des Ministeriums für Wirtschaft angeregt und unterstützt, was angesichts des Ergebnisses sicher eine gute Entscheidung war. Losheim am See konnte ähnlich wie Langenegg mit einer Vielzahl von Projekten zur Nutzung regenerativer Energie aufwarten, und beeindruckte damit die Jury. Auch in Losheim wurden die Grundsteine dafür bereits Mitte der neunziger Jahre durch eigene Förderprogramme zur Nutzung von Solarenergie gelegt. Durch die schrittweise Umsetzung von Projekten zur Windkraftnutzung, zur Biogaserzeugung und den enormen Ausbau der Photovoltaik gibt es saarlandweit keine Kommune, die bei der Erzeugung regenerativer Energie eine vergleichbare Dichte an Projekten und eine solche Leistung aufweisen kann. Die geplante Holzhackschnitzelheizung auf genossenschaftlicher Basis im Ortsteil Britten stieß auch bei den Teilnehmern auf reges Interesse, da auch andere Dörfer solche Nahwärmeinseln bereits erfolgreich betreiben oder planen. Große Resonanz fanden aber auch die übrigen Aktivitäten der Gemeinde, die mit "neuer Energie" im übertragenen Sinne angegangen werden. Dazu zählen vor allem die Vorreiterrolle bei der Umsetzung der Premiumwanderwege, der Bau des Gartens der vier Jahreszeiten am Stausee und der Aufbau des Wertstoffhofes in Verbindung mit der Losheimer Arbeitsmarktinitiative.Beispielhafte Projekte Für Bürgermeister Lothar Christ, der mit einer Delegation aus Losheim am See angereist war, um den Preis entgegen zu nehmen, freute sich über die hohe Auszeichnung der Gemeinde. Wichtig war ihm vor allem aber der Erfahrungsaustausch mit den anderen Teilnehmern und die Information über beispielhafte Projekte anderer Gemeinden. Die Veranstaltung bot interessante Einblicke in die Möglichkeiten und Aktivitäten und erlaubt einen internationalen Vergleich auf hohem Niveau. 13 weitere Teilnehmer dürfen sich über einen "Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung", vier über einen "Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung", freuen. red/dyLosheim am See. Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis wurde 1990 von der Europäischen Arge Landentwicklung und Dorferneuerung mit dem Ziel, den Erfahrungsaustausch zu fördern, Europas Zusammenwachsen zu begünstigen und die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der ländlichen Regionen der europäischen Öffentlichkeit bewusst zu machen, ins Leben gerufen. Er wird seit 1990 im Zwei-Jahres-Rhythmus veranstaltet und bewertet neben der äußeren Erscheinung vor allem die inneren Qualitäten der Dörfer und Gemeinden, also Aktivitäten im Sinne einer Standort angepassten, wirtschaftlichen Entwicklung, die Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen, die Auseinandersetzung mit Architektur, Siedlungsentwicklung, Ökologie und Energieversorgung sowie kulturelle Initiativen und Weiterbildungsmaßnahmen. Wesentlich dabei sind ein ganzheitlicher Ansatz, eine Orientierung in Richtung Nachhaltigkeit und eine von Bürgerbeteiligung, Eigeninitiative und Kooperationsbereitschaft geprägte Methodik der Umsetzung. Die Veranstaltung wurde von der Europäischen Kommission, Generaldirektion Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung, gefördert. red/dy Infos: Theres Friewald-Hofbauer, Tel. (00 43) 15 33 84 01, Werner Ludwig, Tel. (0 68 72) 60 91 45