Myosotis hilft und trotzt widrigen Umständen

Myosotis hilft und trotzt widrigen Umständen

Seit 15 Jahren stehen in der Stiftung Myosotis die Türen offen für alte Menschen und solche mit Handicap, die Pflege und Betreuung brauchen. Das Jubiläum nahmen nun viele zum Anlass, den Gründern und der Leitung zu danken.

Mitten im Britter Oberdorf steht ein Gebäude, in dem alte und behinderte Menschen betreut wohnen oder liebevoll gepflegt werden. Das Haus hat eine längere Geschichte. Bereits 1991 gründeten Mario Baldi und Eduard Merziger den Verein Markusbrücke, der sehr rasch wuchs und zunächst in Trier, 1992 dann auch in Bardenbach eine Einrichtung für psychisch kranke Menschen schuf. Um ihre Arbeit langfristig zu sichern, riefen Baldi und Merziger am 6. November 2000 Myosotis ins Leben, eine Stiftung für die Betreuung hilfsbedürftiger Menschen.

Beiratsvorsitzender Wolfgang Schmitt schilderte bei der Feier zum 15-jährigen Bestehen der Stiftung die Probleme, die sich nach dem plötzlichen Tod von Mario Baldi vor den Organisatoren auftaten, die mittlerweile aber durch hartnäckige Arbeit und Sachverstand zum größten Teil gelöst wurden.

"Myosotis ist der botanische Name für das Vergissmeinnicht, und es darf auch nie vergessen werden, dass es überall in unserer Umgebung hilfsbedürftige Menschen gibt", erklärte die stellvertretende Ministerpräsidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger . Die gesundheitliche Versorgung vor allem älterer Menschen sei heute nicht nur Christenpflicht, sondern auch ein ernst zu nehmender Wirtschaftsfaktor. "Der Mensch steht im Mittelpunkt, trotzdem muss am Ende des Jahres die Bilanz stimmen", brachte Rehlinger die Sache auf den Punkt. Diese Gratwanderung werde hier in Britten hervorragend gemeistert. Vor allem das vor zehn Jahren neu eröffnete Haus habe viel dazu beigetragen, dass die Region auch im ländlichen Raum über eine gute Versorgung alter Menschen verfügt.

"Mario Baldi hätte das gefallen", meinte Beiratsmitglied Wolfgang Krause, der die Festrede hielt. Auch die zentrale Lage im Ort, die von den Anwohnern zunächst skeptisch beäugt worden war, erwies sich in der Praxis als überaus sinnvoll.

Dies bestätigte auch der Beigeordnete der Gemeinde Losheim, Norbert Müller, der die Einrichtung als Heimstätte und Ort der Begegnung bezeichnete. Mit dem Bau sei ein Symbol für das Miteinander entstanden. 80 Prozent aller alten Menschen haben den Wunsch, die letzte Zeit ihres Lebens in den eigenen vier Wänden zu verbringen, was pflegende Angehörige oft an die Grenze ihrer Belastbarkeit bringt. Hier im Haus Myosotis werde deshalb besonders viel Sorgfalt darauf verwendet, Ankunft und Umstellung zu erleichtern.

Mario Baldi und Edi Merziger hatten in der Satzung von Myosotis verfügt, dass ihr eigenes Vermögen nach ihrem Ableben der Stiftung zugeführt werden solle. Wie Wolfgang Krause berichtete, hat Merziger schon jetzt einen großen Teil seines Vermögens der Stiftung zur Verfügung gestellt. Dieser Haltung gebühre ein hohes Maß der Anerkennung, schloss Krause seine Ausführungen.

Schmitt sprach von einigen Aufgaben, die Geschäftsführer Frank Simon, Vorstand und Beirat noch vor sich haben, aber er zeigte sich sehr zufrieden mit der gegenwärtigen Konstellation und äußerte die Hoffnung, "dass wir im Sinne der Stiftung auch weiterhin die richtigen Entscheidungen treffen."