Mitgliederversammlung BEG Hochwald in Losheim am See

Mitgliederversammlung BEG Hochwald in Losheim : Sonne lässt die Energie-Rebellen strahlen

Bürger-Energiegenossenschaft (BEG) Hochwald zog Bilanz: Geschäftsjahr 2018 war das beste seit ihrer Gründung 2012.

Das Geschäftsjahr 2018 der Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) Hochwald eG konnte als das beste seit ihrer Gründung im Jahr 2012 abgeschlossen werden. Mit dieser Feststellung begrüßte Henry Selzer im Saalbau von Losheim am See zur Mitgliederversammlung. Und weil auch Jürgen Millen als Vorsitzender des Aufsichtsrates diese positiven Nachrichten nur unterstreichen konnte, durfte sich selbst an diesem Abend niemand darüber wundern, dass bei den satzungsgemäßen Abstimmungen nicht eine einzige Nein-Stimme die zufriedene Harmonie trübte.

Nach der Begrüßung versicherte zunächst einmal Helmut Harth als neuer Bürgermeister der Gemeinde Losheim den Genossen, dass er sich ungeachtet des jüngsten politischen Gegenwindes – wie im Wahlkampf versprochen – für den weiteren Ausbau der Windkraft einsetzen werde. Den lobenswerten Einsatz der BEG für die erneuerbaren Energieressourcen werde er nach Kräften unterstützen. „Wenn es euch, ihr lieben Energie-Rebellen, noch nicht gäbe, müsste man euch erfinden“, sagte der neue Verwaltungschef.

Im Wechselspiel führten dann Jürgen Millen und der BEG-Vorstandsvorsitzende Henry Selzer durch die weitere Tagesordnung. Im Bericht des Vorstandes wurde zunächst erläutert, wie es zu dem positiven Abschluss des vergangenen Geschäftsjahres kommen konnte. Dabei spielten natürlich die Beteiligungsberichte zum Bürgerwindpark Galgenberg GmbH, zur Beteiligungsgesellschaft Windpark Perl GmbH, zur Windenergie Merzig GmbH (Merchingen 2 und Silwingen/Büdingen) sowie über die PV-Anlagen eine tragende Rolle. Gerade bei den Photovoltaik-Großanlagen möchte sich die BEG in Zukunft noch stärker engagieren. Jürgen Millen berichtete stolz über die inzwischen abgeschlossene Verbandsprüfung, bei der nur eine verspätete Mitgliederversammlung kritisiert worden sei. Diese sei aber dem Wunsch des Vorstands geschuldet, den Mitgliedern einen anschaulichen Jahresbericht vermitteln zu können. Und gerade die im Bericht aufgezählten Aktiva (Summe 2018: 5 237 483 Euro / Vorjahr 5 200 423) und Passiva (Summe 2018: 5 237 483 / Vorjahr 5 200 423) konnten sich sehen lassen. Der Bilanzgewinn wurde von 131 701 Euro im Jahr 2017 auf 175 354 Euro vergangenes Jahr gesteigert.

Und als Millen aufgrund des guten Sonnenjahrs vom „ordentlich erhöhten Bilanzgewinn“ sprach, lehnten sich die versammelten Genossen zufrieden auf ihren Stühlen zurück. „Unsere Eigenkapitalquote von über 90 Prozent ist sehr solide, und so haben wir unter dem Strich keine Bankschulden!“ Letztlich trugen wohl auch die Nachricht vom gestiegenen Reingewinn (2017: 142 757 Euro, 2018: 183 773 Euro) und die Aussicht, dass das BEG-Betriebsergebnis voraussichtlich im kommenden Jahr erst recht „durch die Decke“ gehen werde, nicht unwesentlich dazu bei, dass sich niemand bei der abschließenden Aussprache zu Wort meldete.

Besonders interessierten sich die Genossen für die von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagene Gewinnausschüttung.

Die Bürgerenergiegenossenschaft  hatte vorgesehen, aus dem aktuellen Gewinn 3,2 Prozent an die rund 600 Mitglieder auszuschütten und sowohl im Bürgerwindpark als auch in der BEG selbst einen Teil des Gewinns als Rücklage für schlechte Zeiten zu „bunkern“.

Obwohl die Mitgliederversammlung auf eine komplette Ausschüttung von 3,86 Prozent hätte bestehen können, freuten sich Jürgen Millen und Henry Selzer über den Vorstand und Aufsichtsrat gegenüber erwiesenen Vertrauensbeweis, als ihr Dividendenvorschlag einstimmig angenommen wurde. So richtig konnte danach auch niemanden die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat überraschen.

Zum Abschluss der Mitgliederversammlung gingen mit Dr. Reinhard Demuth, Vorstand der Bürgerenergiegenossenschaft Hochwald, und Werner Thielen, Mitglied des Aufsichtsrates, zwei verdiente Pioniere von Bord – nicht, ohne mit Blumen und kleinen Geschenken von Henry Selzer und Jürgen Millen verabschiedet zu werden.

Als Nachfolger wurde danach Patrik Müller aus Wadrill dem Vorstandsvorschlag entsprechend einstimmig in den Vorstand berufen. Auch bei dieser Personalie erwiesen sich die Energie-Rebellen als gar nicht so rebellisch. Dagegen honorierten sie Millens abschließendes Versprechen: „Wir haben noch einiges vor!“

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