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Maria-Croon-Medaille verliehen

Losheim. Einen kurzweiligen Abend mit einem tollen Musikprogramm hatte der Losheimer Bürgermeister Lothar Christ am Freitagabend in der Losheimer Eisenbahnhalle versprochen. Anlass war die Verleihung der Maria-Croon-Medaille (wir berichteten). Preisträger sind Ludwig Schmal aus Hausbach für das Jahr 2007 und Winfried Thieser aus Wahlen für das Jahr 2008 Von SZ-Mitarbeiter Ferdinand Seyfried

Losheim. Einen kurzweiligen Abend mit einem tollen Musikprogramm hatte der Losheimer Bürgermeister Lothar Christ am Freitagabend in der Losheimer Eisenbahnhalle versprochen. Anlass war die Verleihung der Maria-Croon-Medaille (wir berichteten). Preisträger sind Ludwig Schmal aus Hausbach für das Jahr 2007 und Winfried Thieser aus Wahlen für das Jahr 2008.Bürgermeister Christ hieß in der vollbesetzten Halle zahlreiche Ehrengäste willkommen, darunter die beiden "würdigen Preisträger, Vorbilder im Ehrenamt und als Menschen". Es gehe bei der Verleihung um das klassische und inspirierende Gebiet der Kultur, um Musik. "Was wäre unsere Welt, unsere Gemeinde ohne Musik und Gesang? Was wäre ein Fest, eine Feierstunde, ohne Musik?", stellte Christ in den Raum. 115 Jahre Musikverein Hausbach, viele Jahre Gemeinde-Jugendorchester und Dachverband der Musikvereine seien nur einige Stichworte zum Abend. Es gehe aber auch um heimatgeschichtliches Bewusstsein im Sinne der Namensgeberin der Auszeichnung, die mit heiterem Gemüt das ländliche Brauchtum lebensnah beschrieben habe. "Unsere beiden Ehrengäste stehen für das breite Spektrum der Kultur in unserer Gemeinde", sagte Christ.Es gab nicht nur Festreden zu hören. Moderator Thomas Fried führte durch einen schwungvollen Abend, feierlich eröffnet vom Musikverein Hausbach unter Gerhard Kunz mit dem Concerto d'Amore. Für seine selten so stimmungsvoll gehörte Interpretation des "Steigermarsches" dankte das Publikum mit stehendem Beifall. Nicht minder anspruchsvoll das weitere Programm mit der Chorgemeinschaft Hausbach unter Günther Waller und dem Musikverein Wahlen mit Dirigent Dietmar Jäckels. Nach einer unendlichen Gratulationscour von Vereinsabordnungen und politischen Mandatsträgern gelang Irmgard Diwersy und der Mundartgruppe des Heimatvereins der Gemeinde Losheim am See ein erfrischender und heiterer Ausklang eines festlichen Abends, aufs Bewährte organisiert von Silvia Kreis von der Gemeindeverwaltung. Ludwig SchmalDie Ortsvorsteher der Heimatgemeinden der Preisträger hielten die Laudatio auf ihre Mitbürger. Für Ludwig Schmal sprach der Hausbacher Ortsvorsteher Bernd Quinten. Ludwig Schmal, 77, ist seit zehn Jahren Vorstandsmitglied im Heimatverein Losheim am See und vertritt hier die Interessen seines Heimatortes Hausbach bei der Erarbeitung und Herausgabe von Heimatbüchern. Als Autor hat Schmal mitgewirkt bei der Broschüre "Losheimer Heimatgeschichte, Band I, Nikolaus Groß, Pfarrer und Heimatforscher." Weitere Arbeiten von Schmal sind im Geschichtsbuch der Hochwaldgemeinde Losheim am See nachzulesen, mit einem Beitrag zu Handel, Handwerk und Gewerbe. Daneben ist Schmal kulturell auch in der Musik tätig, im Musikverein und in der Chorgemeinschaft Hausbach.Winfried ThieserDer Wahlener Ortsvorsteher René Schommer würdigte Winfried Thieser. Der siebzigjährige blickt auf ein Leben voller Musik zurück, seit 1970 Bassist im Musikverein Wahlen, viele Jahre im Vorstand des Vereins und seit 15 Jahren als Vorsitzender des Dachverbandes der Losheimer Musikvereine. Im Auftrag der Gemeinde obliegt ihm die Jungbläser-Ausbildung in der Gemeinde und in der Kreismusikschule. 1994 gründete Thieser das Gemeinde-Jugendorchester als Ausbildungsorchester, das er bis heute leitet. Sein musikalisches Talent führte zur Gründung der Musikfreunde "Oldies". Thieser ist deren Vorsitzender. Das übrige Vereinsgeschehen in Losheim lässt Thieser dabei nicht kalt. So gehört er als aktives Mitglied seit 1994 dem Partnerschaftsverein "Losheim am See - Capannori" an. Thieser engagiert sich zudem in der Seniorenarbeit der Gemeinde. fs



Hintergrund Maria-Croon-MedailleDie Namensgeberin der Auszeichnung, Maria Croon Foto: SZ), weit über ihre Heimat hinaus bekannt gewordene Heimatschriftstellerin, wurde am 13. Mai 1891 in Meurich, Kreis Trier-Saarburg, geboren, hätte also dieser Tage ihren 118. Geburtstag. Mit ihrem Mann Nikolaus Croon zog sie nach Merzig und war Mutter von drei Kindern. Als Lehrerin wirkte sie an verschiedenen Schulen im Saarland. Sie ging 1961 in den Ruhestand, den sie in Britten verbrachte.Fünfzig Jahre ihres Lebens war Maria Croon als Schriftstellerin tätig. Sie zählt zu den bekanntesten Heimatschriftstellern im Saarland. Ihre Werke und Bücher sind einer großen Leserschaft bekannt. Sie schrieb sowohl hochdeutsch als auch in ihrer moselfränkischen Mundart. Sie versuchte sich in allen Literaturgattungen. Ihr Ziel war nicht nur Unterhaltung, sondern auch, Sitten und Gebräuche, Sprache und Glaube sowie Personen und Ereignisse für die Nachwelt festzuhalten oder wieder lebendig werden zu lassen. Glaube und Moral durchziehen das Werk der überzeugten Katholikin. Bereits zu Lebzeiten erhielt sie zahlreiche hohe Auszeichnungen, wie das Bundesverdienstkreuz und den Preis des Deutschen Autorenverbandes. Maria Croon verstarb am 23. März 1983 im Losheimer Ortsteil Britten. fs