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Hallenfußball
Losheims Fans rocken die Saarlandhalle

Sieger der Herzen: Die Fans des SV Losheim bildeten mit 350 Anhängern den größten Fanblock in der Saarlandhalle. Und feierten ihre Mannschaft auch nach dem Ausscheiden wie die Sieger. 
Sieger der Herzen: Die Fans des SV Losheim bildeten mit 350 Anhängern den größten Fanblock in der Saarlandhalle. Und feierten ihre Mannschaft auch nach dem Ausscheiden wie die Sieger.  FOTO: Thomas Wieck
Saarbrücken/Losheim. Fußball-Landesligist SV Losheim hat am Sonntag beim Masters früh die Segel streichen müssen. An der Fan-Unterstützung lag es nicht. Der SV hatte wohl die meisten Anhänger in der Saarlandhalle. Von Philipp Semmler

Der Traum, als Außenseiter beim Volksbanken-Masters für Furore zu sorgen und ins Halbfinale einzuziehen, ging für die Fußballer des SV Losheim nicht in Erfüllung. Trotzdem wurde der Landesligist von seinen zahlreichen Fans mit einer La-Ola-Welle gefeiert.



Kein Wunder: Mit rund 350 Anhängern hatten die Schwarz-Weißen den wohl größten Fanblock aller acht Masters-Teilnehmer. Vier bis auf den letzten Platz gefüllte Busse hatten sich aus dem Hochwald auf dem Weg nach Saarbrücken gemacht. Viele davon hatten sich T-Shirts mit der Aufschrift „Sieben Jahre ohne uns – da sind wir wieder“ übergestreift. Vor der Teilnahme am Sonntag war Losheim nämlich zuletzt 2011 beim Masters dabei.

Diese lange Durststrecke sorgte wohl dafür, dass die Anhänger des Landesligisten richtig heiß aufs Masters waren. „Es war einfach genial, was unsere Fans in der Halle geleistet haben. Wir wussten ja, dass einiges vorbereitet war, aber was dann hier abging, war phänomenal“, zeigte sich auch SVL-Spielertrainer Nico Lalla begeistert.

Die Losheimer Masters-Party war auch nach dem letzten Spiel der Mannschaft noch nicht beendet. „Wir fahren jetzt noch in eine Gaststätte, wo wir gemeinsam mit den Fans feiern“, kündigte Lalla an, bevor er nach der 2:3-Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen die SG Lebach-Landsweiler zum Duschen in den Katakomben verschwand.

Besonders beeindruckend: Die Unterstützung der Losheimer Fans riss auch nach einer bitteren Schlappe für ihre Elf in der Auftakt-Partie nicht ab. Da war der Landesligist gegen den Regionalligisten und späteren Masters-Sieger SV Röchling Völklingen chancenlos und unterlag mit 1:7.

Den zwischenzeitlichen 1:3-Anschlusstreffer für Losheim erzielte Dominik Gaszka. „Nach dieser Partie hatte ich Bedenken, dass wir nicht konkurrenzfähig sind“, gab Lalla zu. „Aber in den beiden folgenden Spielen haben wir gezeigt, dass wir zurecht beim Masters dabei sind.“

Nach der heftigen Auftakt-Pleite brauchte sein Team bereits im zweiten Gruppenspiel gegen Saarlandligist VfB Dillingen dringend einen Sieg, um die Chancen aufs Halbfinale zu wahren – und dieser wurde eingefahren, wenn auch mit ein wenig Dusel. Losheim führte durch einen Doppelpack von Thomas Bies zwar schnell mit 2:0, doch wenige Sekunden vor dem Ende hieß es 4:4. Dann machte Dillingen allerdings sein sechstes Team-Foul. Elf Sekunden vor Schluss gab es damit einen Zehn-Meter-Strafstoß für das Lalla-Team. Der 40-Jährige selbst verwandelte zum 5:4 – und sorgte damit für Begeisterungsstürme im SVL-Fanblock.

Losheim hatte damit ein „Endspiel“ ums Weiterkommen gegen Saarlandligist SG Lebach-Landsweiler in der Tasche. Allerdings hatte Lebach-Landsweiler mit Ex-SVL-Trainer Faruk Kremic an der Seitenlinie dabei die leicht bessere Ausgangsposition. Denn der SG genügte bereits ein Unentschieden, Losheim brauchte einen Sieg. Drei Minuten vor Schluss führte Lebach-Landsweiler mit 2:1.

Lalla setzte alles auf eine Karte und nahm Schlussmann Timo Straßel aus der Hütte. Feldspieler Rouven Friedrich streifte sich ein oranges Leibchen über und agierte als fliegender Torwart. Zunächst mit Erfolg: Lukas Becker traf zweieinhalb Minuten vor dem Ende zum 2:2 für den SVL. Doch die kalte Dusche für den Landesligisten folgte nur 60 Sekunden später: Lebachs Torwart Jonas Bauer parierte einen Schuss von Lalla. Den Abpraller beförderte SG-Mittelfeldspieler Christian Brill aus dem eigenen Strafraum heraus zum 3:2 für Lebach-Landsweiler ins verwaiste Losheimer Gehäuse.

Damit war das Aus der Hochwälder um 16.34 Uhr endgültig besiegelt. „Das ist sehr schade. Ich denke es wäre mehr drin gewesen“, urteilte Lalla. „Trotzdem hat es riesigen Spaß gemacht. Wenn die Mannschaft will, werden wir nächsten Winter wieder versuchen, zum Masters zu kommen“, sagte der 40-Jährige, der seinen Vertrag beim SVL vergangene Woche für die kommende Runde verlängert hat.

Der Losheimer Calogero Licata (rechts) versucht hier, den Vormarsch von Lebachs Peter Oswald zu bremsen. Lebach setzte sich im „Finale“ der Vorrunde knapp mit 3:2 durch und besiegelte somit das Aus von Losheim.
Der Losheimer Calogero Licata (rechts) versucht hier, den Vormarsch von Lebachs Peter Oswald zu bremsen. Lebach setzte sich im „Finale“ der Vorrunde knapp mit 3:2 durch und besiegelte somit das Aus von Losheim. FOTO: Thomas Wieck