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Losheim
BI will nicht vor Verkehrslärm kapitulieren

Achim Laub (rechts) und Jürgen Millen sind die treibenden Kräfte der neuen Bürger-Protestbewegung gegen die Verkehrsbelastung in Losheim.
Achim Laub (rechts) und Jürgen Millen sind die treibenden Kräfte der neuen Bürger-Protestbewegung gegen die Verkehrsbelastung in Losheim. FOTO: Dieter Ackermann
Losheim am See. In Losheim formiert sich der Widerstand der Bürger gegen eine zunehmende Verkehrsbelastung im Ort. Von Dieter Ackermann

Über den richtigen Namen wollen die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) erst in Ruhe nachdenken. Auch der geeignete Vorsitzende muss noch gefunden werden. Aber einig waren sich die BI-Mitglieder aus Losheim bei ihrem ersten Treffen im Gasthaus Alter Markt, dass sie nicht länger tatenlos ihre Lebensqualität durch den Verkehrslärm und zu schnell fahrende Autos in Losheim und den Ortsteilen einschränken lassen wollen (die SZ berichtete bereits kurz). Um ihre Vorstellungen auch tatsächlich umsetzen zu können, soll jetzt Druck gemacht werden. Und den sollen schon bald der Bürgermeister und die Kommunalpolitik von Losheim zu spüren bekommen. Vom bevorstehenden Kommunalwahlkampf verspricht sich die BI bei den Verantwortlichen eine gesteigerte Wahrnehmungsbereitschaft für ihre Bürgeranliegen.


Da ein Vorsitzender erst noch gesucht und gefunden werden muss, übernahmen an diesem Abend Achim Laub, ehemaliger Touristiker der Seegemeinde, und Jürgen Millen kommissarisch die Versammlungsleitung. Ihnen gegenüber saßen BI-Mitglieder, die ausnahmslos die aktuelle Lärmbelastung durch den Verkehr vor ihren Häusern beklagen, und keine Zweifel daran zuließen, dass sie die daraus resultierenden Einschränkungen ihrer empfundenen Lebensqualität nicht länger hinnehmen wollen. Den Stein ins Rollen gebracht hatte im September eine Unterschriftensammlung von Anwohnern der Saarlouiser Straße in Losheim, die von zahlreichen Bürgern unterschrieben wurde. Knapp 90 Interessierte aus den verschiedenen Ortsteilen folgten dann einer Einladung der Grün-Alternativen Liste Losheim (GALL) zu einer Infoveranstaltung, bei der von teilweise unerträglichen Verkehrsbelastungen die Rede war. Der dort artikulierte Bürgerzorn führte letztlich zur Gründung der BI.

Und bei deren erster Sitzung stellte es sich jetzt als hilfreich heraus, dass Achim Laub schon mal die ersten Forderungen aus der Infoveranstaltung in einem Arbeitspapier zusammengefasst hatte. Zu schnell fahrende Autos insbesondere im Bereich der Saarlouiser Straße und an den Ortseinfahrten kamen jetzt ebenso wieder zur Sprache wie der zunehmende Lkw-Verkehr. Als Beispiele wurden die zahlreichen Zuliefer-Fahrten an verschiedene Firmen in und rund um Losheim beklagt. Das Treffen am Mittwochabend im Gasthaus Alter Markt machte deutlich: Die Betroffenen wollen sich diese Belastungen nicht länger gefallen lassen.



Millen erinnerte daran, dass im Rathaus von Losheim bereits ein Lärmaktionsplan vorhanden sei, nur umgesetzt worden sei dieser noch nicht. „Wenn die Gemeinde mehr gegen die Raser unternehmen würde, dann würde dies für uns Bürger weniger Lärm und mehr Sicherheit bedeuten.“ Zwar habe Losheim zwei Politessen und ein Messgerät zur Überwachung des ruhenden Verkehrs und für Geschwindigkeitsmessungen, nur dürften diese nicht mehr nach Weiskirchen und Beckingen „vermietet“ werden, sondern müssten in Losheim eingesetzt werden. Im selben Atemzug schlug Millen die Anschaffung oder Anmietung von mobilen Messgeräten vor, die von der Gemeinde ohne eigenes Personal auf den eigenen Straßen zur Tempodisziplin und damit zur Lärmreduzierung beitragen könnten.

Aus der Versammlung wurde außerdem beispielsweise angeregt, die vorhandenen Kanaldeckel an das jeweilige Fahrbahnniveau anzupassen. Dann würde nicht länger jedes Pkw- oder Lkw-Rad wie bisher lautstark darüber rumpeln. Ferner sollten die Verantwortlichen im Rathaus mit Landwirten und den Betreibern der Biogasanlage eine freiwillige Vereinbarung anstreben, wonach zwischen 20 und 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen keine Großfahrzeuge mehr zum Einsatz kommen dürfen. Dass die Betroffenen bei ihren Vorschlägen nicht jeglichen Sinn für die Realitäten aus den Augen verloren haben, dokumentierte ihr Zugeständnis, diese Einschränkungen in Notfällen ausklammern zu wollen.

Nachdem diese und viele weitere Ziele und Forderungen von der Versammlung besprochen und zunächst auf die vordringlichen Anliegen konzentriert wurden, kam man zur Frage: Wie geht’s jetzt weiter? Achim Laub soll jetzt im Auftrag der BI entsprechende Briefe an den Bürgermeister und die Politik formulieren. Gleichzeitig wollen die betroffenen Bürger den bevorstehenden Wahlkampf für sich nutzen, indem sie „Wahlprüfsteine“ für die drei Bürgermeisterkandidaten zu Papier bringen. In ihren Antworten sollen die Kandidaten erklären, wie sie zu den BI-Forderungen stehen.

Kontakt zur BI gibt es unter der E-Mailadresse achim-laub@gmx.de.