| 20:32 Uhr

Losheim
Tauchgänge in eiskalter Winternacht

Bei eiskalten Temperaturen ging am Donnerstagabend die Übung der Polizeitaucher  am Losheimer Stausee vonstatten. Foto: Rolf Ruppenthal
Bei eiskalten Temperaturen ging am Donnerstagabend die Übung der Polizeitaucher  am Losheimer Stausee vonstatten. Foto: Rolf Ruppenthal FOTO: Ruppenthal
Losheim. Am und im Losheimer Stausee übte die Tauchergruppe der saarländischen Polizei am Donnerstag einen Sucheinsatz. Von Rolf Ruppenthal

Gespenstisches Szenarium am Donnerstagabend am Losheimer  Stausee: Es dämmerte bereits, das Abendrot spiegelte sich im Wasser, der Vollmond leuchtete sanft auf den See, als plötzlich zwei  mächtige Flutlichtstrahler die Uferbereiche in gleißendes Licht hüllten. Ungewohnte Aktivitäten am Landungssteg des Bootshauses: Eine Reihe von Polizeifahrzeugen säumte das Ufer, zwei Schlauchboote wurden zu Wasser gelassen. Taucher machten sich für ihren Einsatz fertig. Die Thermometer zeigten gerade einmal 1,5 Grad, und  das Wasser war  auch nur geringfügig wärmer, als die Boote ablegten. Ein Auto war in  den See gefahren und untergegangen. Wo genau war unklar, auch ob sich darin noch Personen befanden oder ob das Fahrzeug aus noch nicht geklärten Gründen von Unbekannten versenkt worden war.  Und es war Nacht und lausig kalt.


Die Polizeitaucher und die technische Einsatzeinheit probten unter schwierigen Rahmenbedingungen den Ernstfall. Unter Realbedingungen wurde der Bodenbereich des Sees mit dem Boot abgescannt. Schon nach kurzer Zeit wurden die Einsatzkräfte dank moderner Sonar-Technik fündig. Das Fahrzeug wurde in zwölf Metern Tiefe  ausgemacht. Ein Polizeitaucher machte sich fertig, lie  sich ins Wasser plumpsen, und  ein Sicherungstaucher bezog im Schlauchboot Posten.

War es  auf dem See trotz Vollmond und Flutlichtstrahlern schon dunkel, herrschte unter der Wasseroberfläche stockdunkle Nacht. Polizeitaucher Juri Kohl, einst Weltklasseringer bei den Bundesligisten ASV Mainz und KSV Köllerbach, musste sich auf seine ganze Erfahrung und auf den Tastsinn verlassen. Nachdem er das Fahrzeug ausfindig gemacht hatte, begann er dessen Durch- und Untersuchung, danach kam die Beweissicherung – eine der Hauptaufgaben der Polizeitaucher.



Einsatzleiter Thomas Bettingen war zufrieden. Seine Taucher schlugen sich trotz Kälte und Dunkelheit wacker, ebenso die Unterstützungskräfte der technischen Einsatzeinheit. 31 Mal war die Tauchergruppe der saarländischen Polizei in diesem Jahr bereits im echten Einsatz. Zehn Taucher gehören zu seiner Mannschaft, sind bei weitem aber nicht nur im oder unter Wasser im Einsatz. Sie verrichten ganz normal Dienst bei der Bereitschaftspolizei und sind auch bei allen anderen Einsätzen mit von der Partie, wie Thomas Bettingen betont.

Das Auto im See gibt es übrigens tatsächlich. Es handelt sich allerdings weder um die Folgen eines Unfalls noch eine Straftat. Es wurde zu Übungszwecken von der DLRG unter Berücksichtigung aller Umweltgesichtspunkte im Stausee vorsätzlich  versenkt. So können Taucher und Rettungsschwimmer  unter Realbedingungen trainieren. Das gleißende Flutlicht, das Surren der Stromaggregate, die Polizeifahrzeuge am Ufer wie auch die Schlauchboote mit den Tauchern lockten etliche Zuschauer ans Seeufer. Staunend verfolgten sie das Geschehen am, auf und im See, hielten aber in der Regel nicht lange durch: Dunkelheit und Kälte trieben sie sehr schnell in die Flucht.