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Hallenfußball: Losheim ist die große Überraschung

Hallenfußball : Losheim ist die große Überraschung

Bahnt sich da eine Riesen-sensation an? Landesligist SV Losheim hat am Diens-tagabend das eigene Masters-Qualifikations-Turnier gewonnen – und hat jetzt beste Chancen, sich fürs Masters zu quali- fizieren. Ein Team aus der dritttiefsten Spielklasse war dort zuletzt 2005.

Als Daniel Mohm wenige Sekunden vor Ende der Verlängerung den Ball ins leere Tor des SV Mettlach schob, stand die vollbesetzte Dr.-Röder-Halle in Losheim Kopf. Der Treffer zum 5:2 des SV Losheim gegen den Saarlandligisten war die endgültige Entscheidung zugunsten der Gastgeber in einem eigentlich schon verloren geglaubten Endspiel des Mc-Donald’s-Cups.

Denn der Landesligist lag 20 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit noch mit 1:2 hinten. Rouven Friedrich hatte die Gastgeber mit 1:0 in Führung gebracht. Doch dann drehte der SV Mettlach, der Losheim bereits im Endspiel des Brotdorfer Turniers bezwungen hatte, die Partie: Fabian Theobald gelang das 1:1, Andreas Becker das 2:1 für den Saarlandligisten.

Mit dem Mute der Verzweiflung warf Losheim danach alles nach vorne. Spielertrainer Nico Lalla nahm Schlussmann Timo Strassel vom Feld und brachte dafür mit Thomas Bies einen zusätzlichen Feldspieler. Bies schlich sich in den Mettlacher Strafraum und traf tatsächlich noch zum 2:2. „Wir haben das mit dem fliegenden Torwart noch nie geübt, trotzdem ist es voll aufgegangen“, jubelte Lalla nach dem Schlusspfiff.

Beflügelt vom Last-Minute-Ausgleich blieb Losheim in der Verlängerung am Drücker: Bies, jetzt wieder als „normaler Feldspieler“ im Einsatz, markierte das 3:2, Lalla sorgte mit dem 4:2 für die Vorentscheidung, ehe Mohm mit dem 5:2 den Sack zumachte.

Die Lalla-Elf kletterte durch den Erfolg beim mit 59 Wertungspunkten dotierten Turnier auf Rang zwei der Masters-Wertung. Damit hat Losheim nun exzellente Chancen auf seine erste Masters-Teilnahme seit 2011. Sollte dem SV die Qualifikation gelingen, wäre erstmals seit 2005 ein Team aus der drittuntersten saarländischen Liga dort mit von der Partie. Vor zwölf Jahren schaffte der ATSV Saarbrücken (damals Bezirksliga) den Sprung zum Endturnier.

„Wir haben uns jetzt in eine richtig gute Ausgangsposition gebracht“, freute sich Lalla. „Zumal wir noch einige Turniere spielen.“ Am gestrigen Donnerstag war der SVL in der Vorrunde beim heute endenden Turnier des SV Limbach-Dorf im Einsatz. Am Wochenende kicken die Schwarz-Weißen beim Turnier der Spvgg. Merzig. Danach nimmt die Lalla-Elf an den Cups des SV Mettlach und des SV Wahlen-Niederlosheim teil. Reichlich Chancen also, um die letzten fehlenden Punkte zur Masters-Qualifikation einzufahren. „Ich denke, 90 Zähler braucht man am Ende“, rechnet Lalla vor. Aktuell hat sein Club 74,55 Punkte.

Während Losheim jubelte, war die Stimmung bei Finalgegner Mettlach getrübt. Der SV verpasste durch die Endpsiel-Niederlage nämlich den Sprung auf einen Masters-Qualifikations-Platz. „Wenn man bis zehn Sekunden vor Schluss führt und dann am Ende verliert, dann ist das schon sehr bitter“, stöhnte Mettlachs Mittelfeldspieler Lukas Schaller. Der 21-Jährige war mit zehn Treffern bester Torschütze seiner Mannschaft. „Wenn wir jetzt noch zum Masters wollen, müssen wir wohl das Turnier in Merzig und unser eigenes gewinnen. Das wird schwer.“

Rang drei in Losheim ging an Verbandsligist FC Noswendel Wadern, der im kleinen Finale den Ligakonkurrenten SV Wahlen-Niederlosheim mit 5:2 bezwang. Titelverteidiger SF Köllerbach scheiterte in der Zwischenrunde. Dort kam auch das Aus für die Saarlandligisten FSG Bous und FV Schwalbach sowie für die Verbandsligisten FC Brotdorf und FC Rastpfuhl. Das Turnier sahen insgesamt 1200 Zuschauer.

Das Hallen-Masters 2018 könnte ohne den FV Diefflen, Sieger der Jahre 2015 und 2016, stattfinden. Der FV konnte beim eigenen Auto-Galerie-Cup in der Sporthalle Diefflen (53 Wertungspunkte) am Dienstag überraschend keine Punkte einfahren. In der Qualifikations-Tabelle steht der FV derzeit nur auf Rang zehn.

In der Runde der letzten Acht zog Diefflen gegen Verbandsligist FSV Hemmersdorf mit 3:5 den Kürzeren. Den Sieg konnte knapp zwei Stunden später Diefflens Lokalrivale VfB Dillingen bejubeln. Der Saarlandligist bezwang im Endspiel Regionalligist SV Röchling Völklingen mit 5:3 nach Siebenmeterschießen.

Auf VfB-Seite gab es gleich drei Matchwinner. Der erste: Matthias Krauß, der mit zehn Treffern Torschützenkönig wurde. Der zweite: Murat Anlamaz, der sein Team drei Sekunden vor Schluss mit dem 3:3-Ausgleichstreffer gegen Völklingen in die Verlängerung rettete. Der dritte: Torwart Sascha Kilper, der im Siebenmeterschießen zwei Schüsse parierte. Vor dem Endspiel hatte sich Hemmersdorf durch ein 3:2 im kleinen Finale gegen die SG Saubach (Landesliga) Rang drei gesichert.