Kreisbrandinspekteur zieht Bilanz des Einsatzjahres 2018 im Landkreis

Merzig-Wadern : Unwetter brachte Einsatzkräfte ans Limit

Kreisbrandinspekteur zieht Bilanz: Hervorragende Arbeit der Feuerwehren nach Starkregen in Wadern und Weiskirchen.

Im Gespräch mit der SZ lobte Kreisbrandinspekteur Siegbert Bauer die Arbeit der Feuerwehren im Landkreis Merzig-Wadern und dankte allen Wehrleuten für ihre ehrenamtliche Arbeit zum Wohle der Mitbürger. Dann gab er einen kleinen Rückblick auf das Feuerwehrgeschehen im vergangenen Jahr und schaute dabei auch nach vorne.

„Es ist uns Freiwilligen Feuerwehren ja schon per Gesetz und Gewissen auferlegt, Menschen und Tiere zu retten sowie das Hab und Gut unserer Mitmenschen zu schützen“, sagte Bauer Mithin sei auch die nachbarliche Hilfe unter den Wehren über die Ortsgrenze hinweg unerlässlich. „Somit bedeutet auch zum Beispiel das Ausrücken einer Drehleiter nach der Alarm-und Ausrückordnung in eine benachbarte Gemeinde eine ganz natürliche Sache“, erklärte er.

Es gehöre aber mehr dazu. „Alleine zu meinen, unsere interkommunale Zusammenarbeit würde sich darauf begrenzen, dass eine Drehleiter für mehrere Kommunen zuständig ist, ist etwas zu kurz gedacht.“ Die interkommunale Zusammenarbeit unter den sieben Wehren des Kreises werde schon seit vielen Jahren praktiziert, betont Bauer. „So kann eine Wehrfrau oder ein Wehrmann auf einem kreiseigenen Fahrschulauto seinen Führerschein machen und durch die gute Arbeit der Kreiskleiderkammer können alle Feuerwehrangehörigen des Landkreises einheitliche Uniformen tragen.“

Der Kreisbrandinspekteur erklärte weiter. „Wenn gemeinsame Projekte seitens unserer Fachabteilung gestartet werden, erfolgt in Zusammenarbeit mit mir und den Wehrführern die entsprechende Vorbereitung, ehe sie in einer Dienstbesprechung der Landrätin mit den Bürgermeistern auf den Weg gebracht werden.“ Die seit einigen Jahren bestehende gemeinsame Kleiderkammer funktioniere bestens. Durch den zentralen Einkauf der Bekleidung könnten niedrigere Preise herausgeholt werden. Die Beschaffung der neuen Dienstkleidung ist nach Bauers Worten soweit erledigt und geht noch nach Bedarf weiter. Auf eine den heutigen Erfordernissen entsprechende feuerwehrtechnische Ausbildung werde viel Wert gelegt. Alle Lehrgänge unterhalb der Landesfeuerwehrschule, außer Truppmann, werden über den Kreis abgewickelt. Der Kreisbrandinspekteur unterstrich in seinem Resümee auch die vorbildliche Stabsarbeit, bei der Kräfte der Feuerwehr, anderer Hilfsorganisationen, der Polizei und Bundeswehr mindestens einmal jährlich realistisch, wie sich zum Beispiel jederzeit ein Großschadensereignis mit kompletten Stromausfall ereignen kann, üben.

Bei dem für die Ausbildung zum Feuerwehrführerschein zuständigen Fahrlehrer stehe ein eigener Fahrtrainingsemulator mit Modul. Nach den Worten Bauers sind die Feuerwehrangehörigen im Einsatz großen körperlichen und seelischen Belastungen ausgesetzt. Dies trifft im Brandfall ganz speziell auf die Atemschutz-Geräteträger im Innenangriff zu, die enorme Temperaturen zu ertragen haben, um Menschen zu retten oder so nahe wie möglich an den Brandherd kommen wollen, um diesen gezielt löschen zu können. „Neben den körperlichen Strapazen sind auch die die seelischen Belastungen unserer Einsatzkräfte von enormer Bedeutung. Sie treten insbesondere bei Verkehrsunfällen mit Schwerstverletzen und auch Todesopfern auf.“ Hier seien insbesondere die Führungskräfte gefordert. „Zum einen zu erkennen, wann die Einsatzkräfte auf Grund der körperlichen Belastung erschöpft sind und zum anderen wie der seelische Zustand nach solchen unter die Haut gehenden Einsätzen bei den Einsatzkräften ist. Ehrenamtliche und hauptamtliche Hilfe steht der Feuerwehr in solchen Fällen zu Verfügung“, erläutert der KBI.

Das Unwetter entlud sich auch in Wadern. Feuerwehr und andere Hilfskräfte hatten bis in die Nacht zu tun, um die Wassermassen aus Straßen, Wegen und Kellern zu pumpen. Foto: Ruppenthal
Knöcheltief im Wasser standen die Frauen nach dem Unwetter am 11. Juni im Wasser und versuchten verzweifelt, der Überschwemmung auf ihrem Gelände Herr zu werden. Foto: Dieter Ackermann

Als herausragende Einsätze des vergangenen Jahres führt er neben Gebäudebränden und Verkehrsunfällen besonders die gravierenden Wetterereignisse in Wadern und Weiskirchen sowie die nachbarliche Löschhilfe beim Rathausbrand in Saarburg an. Anstehende aktuelle Projekte der interkommunalen Zusammenarbeit der Wehren des Kreises sind die zentrale Schlauchpflegeanlage und Reinigungsanlage für kontaminierte Einsatzkleidung im Feuerwehrgerätehaus Merzig. In Kooperation zwischen dem Landkreis und der Stadt soll hierfür eine hauptamtliche Kraft acht Stunden in der Woche tätig sein. In den einzelnen Kommunen des Kreises werden mit Solarstrom ausgestattete Fertiggaragen errichtet werden, wo im Rahmen der Fahrschulausbildung mit dem kreiseigenen Feuerwehr-Lkw die verschmutzten Schläuche abgeholt und gereinigte zurückgebracht werden. Dies bedeutet eine Arbeitserleichterung für die Gerätewarte der Löschbezirke und die Wehrleute nach Einsätzen.

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