Kappensitzung in Wahlen mit Wahlener Platt und der Griminalbolizei

Kappensitzung : Wenn aus Wahlen Wöhlen wird . . .

Um die Mysterien des Wahlener Platts drehte sich eine Nummer bei der Kappensitzung. Auch im Programm: Tänze, Garden und die Griminalbolizei.

Allmählich werden die Wahlener neurotisch. Auf der Bühne tagte doch tatsächlich eine Selbsthilfegruppe. Einer fürchtete sich vor dem Wort „Entschuldigung“, ein Zweiter vor der Silbe „Aaah“. Eine Dame flippte aus, wenn es peinliche Pausen gab, der Vierte bei Wiederholungen, und Nummer Fünf quittierte jede phobische Äußerung mit einem herzhaften „Wuff-wuff!“ Dass die Unterhaltung der Gruppe die Zuschauer vor Lachen fast von den Stühlen kippen ließ, kann man sich unschwer vorstellen.

„Spart heute Abend nicht mit Applaus, sonst wandern wir auch noch nach Kanada aus“, hatten Prinz Dirk I. und seine Prinzessin Karina II. zu Beginn der Sitzung gedroht. Dieser Warnung hätte es aber gar nicht bedurft, denn das Publikum lachte, trampelte und pfiff vor Begeisterung, weil die Akteure vom KV einfach wieder spitze waren.

Ein gutes Thema ist immer wieder das Wahlener Platt. Ein urbayerischer Bazi, der in das idyllische Dörfchen eingewandert war, wollte die hiesige Sprache erlernen und bat Gerdi Selzer um Hilfe. Nach der Lektion „Frage heißt Frö“ und „da heißt dö“ meinte der Bayer, er könne einfach jedes A durch ein Ö ersetzen. Als er dann aber statt Wahlen Wöhlen sagte, legte der ansonsten eher friedliche Gerdi eine beunruhigende Gewaltbereitschaft an den Tag.

Witz und Phantasie kennzeichnen alle Programmpunkte der Kappensitzungen des KV „Änn de Bitt“, ob eine Schar Neandertaler die Bühne stürmt, ein zum Verkauf stehendes Haus sich als Gespensternest erweist oder die „Golden Girls“ als „Oma und Opa on Tour“ beweisen, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Auch die „Joy’s“ mit ihrem Tanz „Après-Ski“, Tanzpaar, Mariechen und Garden waren in Hochform und wurden mit begeistertem Applaus belohnt.

Die Damen der Gruppe „Haarscharf“, früher als Klageweiber bekannt, pilgerten auf dem Jakobsweg, um für ihre Sünden zu büßen, die „Bundies“ hatten als Paar auch schon mal bessere Zeiten erlebt und sparten nicht mit boshaften Lebensweisheiten. „Ehemänner sind toll – so lange es nicht die eigenen sind“, meinte sie, worauf er konterte: „Wenn der Teufel keine Zeit hat, schickt er ein Weib.“

„Susi un de Motta“, beide von kampf- und trinkerprobten Männern dargestellt, verzauberten das Publikum mit ihrem Liebreiz. Einer der Höhepunkte war auch in diesem Jahr wieder das „Duo of de letschten Drecka“. Die Kombination aus virtuosem Geige- und Klavierspiel sowie Sprachtalent, Gesang und Körpereinsatz ist einfach unwiderstehlich. Daniel wurde seinem geliebten Wahlener Platt ein wenig untreu und begann gekonnt zu sächseln.

In Dresden hatte er zwei Polizisten beobachtet, die einen englischen Wagen anhielten, weil der den Lenker auf der falschen Seite hatte. Da entdeckte einer das GB auf dem Nummernschild und meinte zu seinem Kollegen: „Da lassen wir besser die Finger weg. Die sind von der Griminalbolizei.“

Mit einer Hymne bedachten die beiden die Urwahlener Bergkapelle, die bei jeder Kappensitzung für den richtigen Ton sorgt – wenn es sein muss, auch noch um fünf Uhr morgens. So spielte sie auch dieses Mal nach dem großen Finale zum Tanz auf und die Wahlener feierten bis in den neuen Tag hinein.