Josef Theil als Geschäftsführer der Technischen Werke Losheim verabschiedet

Losheim : Ein „Losheimer Patriot“ geht von Bord

Josef Theil wurde mit einer Feierstunde als Geschäftsführer der Technischen Werke Losheim (TWL) verabschiedet.

Bei den Technischen Werken Losheim (TWL) steht zum 1. April eine Zäsur an: Mit Beginn des kommenden Monats wird sich der langjährige kaufmännische Geschäftsführer Josef Theil in den Ruhestand verabschieden. Mit einer Feierstunde am Donnerstag würdigten die Gemeinde und die TWL, ein Gemeinschaftsunternehmen der Stauseekommune mit dem Energieversorger Energis, die Verdienste Theils, der seit 2005 zusammen mit dem technischen Geschäftsführer Wolfgang Martin die Geschicke des kommunalen Energie- und Wasserversorgers geleitet hat.

Der heute 66-jährige Theil übernahm das Ruder bei den TWL als Nachfolger des damaligen Geschäftsführers Günter Schröder in turbulenten Zeiten, erinnerte der Losheimer Bürgermeister Lothar Christ in der Feierstunde: „Als Ende 2004 und 2005 die Nachfolgeregelung für Günter Schröder für kommunale Turbulenzen sorgte, galt es zu verhindern, dass die TWL Schaden nahm.“ Die Mehrheit im damaligen Gemeinderat hatte im März 2004 einen Beschluss zur Einstellung eines neuen Geschäftsführers gefasst, gegen den Christ als Bürgermeister bei der Kommunalaufsicht vorgegangen war, weil seiner Ansicht nach der Rat bei der Bestimmung des neuen Geschäftsführers nicht nach dem Prinzip der Bestenauswahl vorgegangen sei. Diese Kontroverse hatte seinerzeit kurz vor den Kommunalwahlen im Juni 2004 hohe politische Wellen in der Gemeinde geschlagen. Aber nach einer rund vier Monate dauernden Prüfung hatte die Kommunalaufsicht dem Bürgermeister Recht gegeben und den Ratsbeschluss als rechtswidrig gekippt.

Nach der Entscheidung der Aufsichtsbehörde galt es, die Wogen zu glätten. Lothar Christ: „Es war für mich als Bürgermeister wichtig, eine Person vorzuschlagen, der ich diese auch für die Gemeinde wichtige Aufgabe von der Kompetenz und Erfahrung her zutraue und der andererseits auch quer durch die Parteien so viel Anerkennung besaß, dass er akzeptiert wurde.“ Diese Person fand er in Gestalt seines damaligen Hauptamtsleiters Josef Theil. Der Gemeinderat stimmte der Berufung von Theil zu, und am 1. Juli 2005 war es so weit: Nach 27 Jahren in Diensten der Gemeinde, wo Theil 1978 seine Verwaltungslaufbahn begonnen hatte, wechselte der gebürtige Waldhölzbacher auf den Chefsessel beim kommunalen Versorgungsunternehmen, das die Gemeinde seit 1994 als Mehrheitseigner (50,1 Prozent) zusammen mit der Energis (49,9 Prozent) betreibt. Und Theil erfüllt die Hoffnung, die mit seiner Berufung einhergingen, sagte Lothar Christ: „Mit Josef Theil kehrten Ruhe und Kontinuität in die Gesellschaft nach den Turbulenzen der Neubesetzung zurück.“ Der Verwaltungschef, der ebenfalls in diesem Jahr aus dem Amt scheiden wird, würdigte Theil als „Losheimer Patrioten“, der nie vergessen habe, „dass die Leistungen der TWL auch den Menschen von Losheim am See zu Gute kommen mussten – dies unter anderem durch eine gute Energieversorgung und eine qualitativ hoch stehende Wasserqualität zu günstigen Preisen“. Für Theil sei die Aufgabe als TWL-Geschäftsführer mehr als ein Job, sondern eine Berufung gewesen: „Er hat diese Aufgabe gelebt.“

Für den TWL-Mitgesellschafter Energis würdigte dessen Geschäftsführer Michael Dewald das Wirken Theils: „Er hat seit seinem Amtsantritt am 1. Juli 2005 gezeigt, welche Vorteile es bringt, wenn sich in der Energiewirtschaft eine Kommune und ein Wirtschaftsunternehmen zusammentun.“ Er habe mit dazu beigetragen, dass die Gemeinde Losheim heute Trinkwasser in benachbarte Kommunen „exportiere“, unter anderem in dem Verbund-Unternehmen Hochwald Wasser GmbH (HWW), das die Gemeinde Losheim am See zusammen mit Wadern und Weiskirchen betreibt. Außerdem habe Theil die TWL strategisch neu ausgerichtet, sagte Dewald: „Als du gestartet bist, war die TWL ein Versorgungs-Unternehmen für Gas und Strom. Inzwischen sind auch erneuerbare Energien ein solides Standbein innerhalb der TWL, unter anderem mit dem Windpark in Britten.“

Wolfgang Martin, als technischer Geschäftsführer der zweite Mann an der Spitze der TWL, sagte: „Ich weiß, wie schwer dieser Abschied Josef Theil fällt.“ Er wertete die Tatsache, dass so viele Vertreter aus dem kommunalen Bereich und aus der saarländischen Versorgungswirtschaft zur Feierstunde gekommen waren, als Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung. Die bringe er ihm auch persönlich entgegen, sagte Martin: „Ich werde dich als Kollegen sehr vermissen, ich habe deinen Rat und deine Loyalität stets sehr geschätzt.“

Josef Theil selbst bekannte: „Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich durch viele Zufälle und spezielle Umstände einmal in der freien Wirtschaft, und dann noch in einer sehr umkämpften Branche, landen würde.“ Er dankte seinen Mitarbeitern und seinem Mit-Geschäftsführer Wolfgang Martin dafür, „dass ich als Greenhorn in dem neuen Umfeld so gut Fuß fassen konnte“. Die letzten 14 Jahre seien für die TWL sehr erfolgreich gewesen, so Theil: „Wir haben immer noch eine herausragende Kundenbindung trotz eines brutalen Wettbewerbs.“ Dank sagte er auch den politischen Gremien, mit denen es stets eine hervorragende Zusammenarbeit gegeben habe. Sechs Jahre lang war Theil auch saarländischer Vertreter im Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft in Berlin gewesen. Diese Arbeit innerhalb der Verbandsgremien habe seinen Erfahrungshorizont erweitert, sagte Theil rückblickend. Er werde sich nun verstärkt seiner Familie, seinem Enkelsohn und seinem großen Steckenpferd, dem Reisen widmen, kündigte der scheidende Geschäftsführer an. Seinem Nachfolger Roman Rein, der am 1. April wie er von der Position des Hauptamtsleiters im Rathaus auf den TWL-Chefsessel wechseln wird, wünschte er abschließend eine glückliche Hand bei der Leitung der Technischen Werke.