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Jetzt ist es offiziell: Losheim am See wird Fairtrade-Gemeinde

Zertifikat erhalten : Losheim am See ist jetzt Fairtrade-Kommune

Gastronomen, Händler und weitere Akteure aus der Stauseegemeinde haben für die Zertifizierung zusammengearbeitet.

Die Seegemeinde möchte sich verstärkt für fairen Handel und faire Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern einsetzen. Die ersten Weichen wurden nun mit einer offiziellen Zertifizierung vor wenigen Tagen gestellt. Fairtrade-Kommunen beziehungsweise sogenannte Fairtrade-Towns haben das Ziel, den fairen Handel auf kommunaler Ebene zu fördern. Sie sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich für den fairen Handel in ihrer Heimat stark machen. So wächst in Deutschland zunehmend das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen.

Per Ratsbeschluss machte sich im Juli 2018 die Gemeinde Losheim am See auf den Weg, eine Fairtrade-Kommune zu werden. Dabei führt der Weg zum Titel, der von der nationalen Fairtrade-Organisation für Deutschland, dem gemeinnützigen Verein TransFair (Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt) vergeben wird, über verschiedene Eckpunkte beziehungsweise Kriterien, die es zu erfüllen gilt.

Neben dem erforderlichen Beschluss des Gemeinderates, den Titel offiziell anzustreben, sowie dem Einsatz von fair gehandelten Produkten in der Verwaltung beinhaltete der nächste Schritt laut einer Mitteilung der Gemeinde die Bildung einer lokalen Steuerungsgruppe. „Diese koordiniert die Aktivitäten vor Ort, ist die treibende Kraft und dient der Vernetzung innerhalb der Kommune“, heißt es aus dem Losheimer Rathaus. Im Fall von Losheim am See besteht sie aus mindestens drei Personen aus den Bereichen Verwaltung/Politik, Handel/Gastronomie und der Zivilgesellschaft (Schulen, Vereine, Glaubensgemeinschaften).

„Unserer Losheimer Steuerungsgruppe gehören derzeit neben Joachim Selzer, Mitglied des Gemeinderates und Fraktionssprecher der GALL-Fraktion als politischem Repräsentanten beziehungsweise seiner Vertreterin und Fraktionskollegin Ellen Mohm sowie Silvia Kreis von der Gemeindeverwaltung auch Vertreter der VLU, des Eigenbetriebes Touristik, Freizeit und Kultur, der KiTas, der Initiative ‚Ebbes von Hei‘, der Filmfreunde Losheim, der Jugendkirche MIA und der Katholischen Pfarreiengemeinschaft sowie weitere Privatpersonen an. Neue Mitstreiter sind jederzeit herzlich willkommen“, sagt die Sprecherin der Steuerungsgruppe, Barbara Jung, die als Gemeindereferentin die Pfarreiengemeinschaft Losheim am See in der Gruppe vertritt.

Die Kriterien für eine Zertifizierung als Fairtrade-Kommune hängen von der Einwohnerzahl ab. Dabei sind bei Kommunen bis zu 200 000 Einwohnern mindestens vier Einzelhandelsbetriebe und zwei Gastronomiebetriebe zu beteiligen. Außerdem soll mindestens eine Schule an der Initiative teilnehmen und Vereine sollen ebenfalls zum Mitmachen animiert werden. „Selbstverständlich nehmen die Gemeinde und ihre Kooperationspartner auch an übergeordneten Fairtrade-Aktionen – beispielsweise im Rahmen der jährlichen Fairtradewoche – mit eigenen Sonderprojekten teil“, heißt es in der Mitteilung aus dem Rathaus.

Unterstützung und Beratung erhalte die Gemeinde durch die Fairtrade-Initiative Saarland, die es sich unter anderem zum Ziel gesetzt habe, das Saarland zum ersten „Fairen Bundesland“ zu machen.

Der Antrag auf Zertifizierung wurde vonseiten der Gemeinde Losheim am See im Sommer eingereicht und positiv bewertet. Mit der offiziellen Übergabe, die leider in dieser Pandemie-Zeit nur in ganz kleinem Rahmen erfolgen konnte, darf sich Losheim am See ab sofort Fairtrade-Gemeinde nennen.

„Damit ist ein wichtiger Schritt getan. Nun beginnt die eigentliche Arbeit, denn es gilt weitere Unternehmen, Institutionen, Vereine und Bildungseinrichtungen für die Faire Sache zu gewinnen und die Bevölkerung durch Aufklärung und Aktionen zum Kauf von fairen Produkten und fairem Verhalten zu motivieren“, heißt es in der Mitteilung der Gemeinde. „Wir freuen uns über die Zertifizierung“, erklärte Bürgermeister Helmut Harth bei der Übergabe der Zertifikats-Urkunde im Losheimer Schlösschen, „aber sehen diese zugleich als Herausforderung und Ansporn für ein nachhaltiges Engagement der Gemeinde Losheim am See, um künftig ein echtes Fairtrade-Bewusstsein zu etablieren.“

Dieser Gedanke sei nicht neu in der Seegemeinde, denn bereits seit vielen Jahren betreibe die Aktion 3. Welt Saar einen eigenen Weltladen im Herzen Losheims und sei mit vielfältigen Veranstaltungen und Informationsangeboten aktiv. Harth: „Auch der Partnerschaftsverein Konga setzt sich schon lange für faire Arbeits- und Lebensbedingungen bei den Regenwaldvölkern im Kongo-Tshuapa-Gebiet ein. Wir möchten in den kommenden Jahren das vorhandene Wissen und Engagement bündeln und weitere Akteure aus der Gemeinde einbinden.“

Wer weitere Informationen benötigt oder Interesse an einer Mitarbeit hat, kann sich bei der Gemeinde Losheim am See an Astrid Härtel wenden unter Tel. (0 68 72) 60 91 22 oder E-Mail ahaertel@losheim.de.