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Irgendwann hört man die Buhrufe nicht mehr

Irgendwann hört man die Buhrufe nicht mehr

Die Ehrungen von treuen Schiedsrichterkameraden und ein Rückblick auf das alte Fußballjahr standen bei der Schiedsrichtergruppe Merzig unter ihrem Obmann Björn Becker auf der Tagesordnung des jüngsten Lehrabends im Vereinslokal Schützenhof in Rimlingen.

Zum Lehrabend der Schiedsrichtergruppe Merzig konnte Obmann Björn Becker den Kreislehrwart Willy Bauer begrüßen, der zusammen mit ihm die Ehrungen der treuen Kameraden vornahm.

"Zehn Jahre Schiedsrichter zu sein, bedeutet zugleich, aus dem Gröbsten raus zu sein und die Buhrufe der besserwissenden Kritiker an den Zuschauerbarrieren nicht mehr zu hören", stellten Becker und Bauer dem 24-jährigen Christoph Müller ein gutes Zeugnis aus und überreichten die Schiedsrichter-Ehrennadel in Silber mit Urkunde. Er zähle zum Stamm der Gruppe und pfeift mittlerweile Spiele bis zur Verbandsliga. Schon 25 Jahre sind Kai Mautes und Arno Gregorius Schiedsrichter. Beide wurden mit dem Schiedsrichter-Ehrenbrief sowie der Verbandsehrennadel in Silber ausgezeichnet. Mautes ist 40 Jahre alt und hat bereits als 15-Jähriger mit der Pfeiferei sein Taschengeld aufgebessert. Dazu ist er sogar mit dem Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Spielorten gefahren. Gregorius legte mit den 19 Jahren die Schiedsrichterprüfung ab, schaffte die Leitung von Spielen bis zur Oberliga. Heute kümmert er sich im Kreislehrstab Westsaar um die Ausbildung der neuen Schiedsrichter. Rainer Engels wurde die Ernennungsurkunde zum Ehrenschiedsrichter überreicht. Engels ist 50 jahre alt, seit 30 Jahren Schiedsrichter, hat in der Oberliga neun Jahre lang und in der höchsten saarländischen Liga 13 Jahre lang Spiele geleitet.

Die Schiedsrichter-Ehrennadel in Gold für 20-jährige Schiedsrichtertätigkeit heftete Bauer dem Obmann Becker ans Revers. "Mit 15 Jahren Schiedsrichter geworden, mit 25 bis 34 Jahren ein Amt im Verbandsschiedsrichterausschuss übernommen, sowie ab 2005 bis heute Mitarbeiter im SFV-Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit und seit März 2014 Obmann der Gruppe Merzig", schilderte Bauer den ehrenamtlichen Werdegang der 35-Jährigen, der damit eine ganz ordentliche Funktionärslaufbahn eingeschlagen habe. Bauer wünschte ihm weiterhin ein gutes Händchen bei der Leitung der Schiedsrichtergruppe.

"Für uns als Schiedsrichter-Gruppe war es ein arbeitsreiches Jahr. Insgesamt haben 53 Schiedsrichter 1653 Spiele geleitet. Darunter waren 124 Assistenten-, 38 Beobachter- sowie 49 Paten-Einsätze. Jeder einzelne Schiedsrichter hat im Schnitt 31 Spiele geleitet", listete der Obmann in seinem Rückblick die Spieleinsätze auf, gab aber gleichzeitig zu bedenken, dass es schön gewesen wäre, wenn jeder Schiri der Gruppe diese 31 Spiele auch geleitet hätte.

"30 Kameraden liegen unter diesem Schnitt. Mit ein Grund dafür kann sicherlich auch die riesige Anzahl an Rückgaben sein: 402 Aufträge mussten von mir mindestens einmal umbesetzt werden. Das entspricht in etwa einem Viertel aller Aufträge. Dabei haben zwei Kameraden mit 36 beziehungsweise 33 Rückgaben mehr Spielaufträge abgelehnt, als jeder einzelne durchschnittlich gepfiffen hat. Dreimal sind Schiedsrichter nicht angetreten", rief Becker seinen Kameraden die Realität in Erinnerung und bat darum, dass sich jeder einmal diese Zahlen durch den Kopf gehen lassen sollte. Hier sei für das neue Jahr viel Potential zur Besserung vorhanden.

Weit über dem Schnitt haben gepfiffen: Volker Langohr mit 92 Spielen, Tobias Ewerhardy, der 14-jährige Neuling in der Gruppe, im ersten Jahr gleich 85 Spiele, David Noack 72, Alfred Schwindling 70 Spiele. Erwin Kuhn ist mit 68 Jahren der älteste der Gruppe. Die Gruppe hat mit Aslan Yalak, Christoph Müller und Daniel Hilgert drei Ziffer-Schiedsrichter. Als Beobachter fungieren Klaus Kautenburger, Rainer Palz und Arno Gregorius.

"Die fetten Jahre mit 70 und mehr Schiedsrichtern sind endgültig vorbei, zwei Neulingen stehen zwölf Abgänge gegenüber, sodass wir nur noch über 47 Schiris verfügen, was eigentlich zu wenig ist, um alle Spielaufträge problemlos erledigen zu können", hob Becker mahnend den Zeigefinger. Dies sei aber nicht nur das Problem der Merziger Gruppe. Keine der sieben Gruppen im Westsaarkreis komme ohne fremde Hilfe über die Runden. Einige Spielaufträge mussten an Nachbargruppen weitergegeben werden. Auch habe so manches Spiel der Kreisliga B oder der Jugend ohne Schiedsrichter stattgefunden.

"Zum Glück gibt es eine tolle Zusammenarbeit unter den Obleuten", betonte Becker und lud zum abschließenden geselligen Beisammensein zur dritten Halbzeit ein.