„Ich schätze Oskar nach wie vor“

Nach seinen Live-Konzerten mit der Märchenfigur „Tabaluga“ kehrt Peter Maffay nun zu seinen Rockwurzeln zurück. Auf seiner „Wenn das so ist“-Tour kommt der Musiker am 25. Januar in die Arena Trier und am 30. Mai ins Strandbad nach Losheim am See. SZ-Mitarbeiter Marko Völke sprach mit ihm über seine Tour und das lange Leben als Musiker.

Den Besuchern Ihrer neuen Tour versprechen Sie eine "Rock'n'Roll' Party". Können Sie schon ein bisschen was von dem verraten, was die Fans erwartet?

Maffay: Es wird einen Block geben, der dem neuen Album gewidmet ist. Das haben wir noch nie gemacht. Wir spielen das komplette Album "Wenn das so ist" von vorne bis hinten durch - wahrscheinlich auch in der Reihenfolge, wie wir es auf der CD haben. Dass man das macht, ist selten der Fall. Dann wird es einen akustisch angelegten Block geben, in dem wir Cover-Songs der Musiker spielen, die uns irgendwann mal vor vielen Jahren auf den Weg gebracht haben, selber Musiker zu sein. Das sind unsere ganzen alten Heroes, in meinem Fall der 50er, 60er und 70er Jahre. Leute wie Chuck Berry , Elvis, die Stones, Van Morrison , Bob Dylan und so weiter. Jeder von uns hat solche musikalischen Vorbilder. Wir spielen uns gegenseitig auf einer kleinen Vorbühne, die es gibt, die Lieder vor. Diese Geschichte wird so eine halbe Stunde bis 40 Minute dauern. Wir wollen einfach zeigen, dass die DNA von damals in unserem Album heute immer noch auszumachen ist. Am Ende gibt es dann ein Voting, was wir auch in dieser Form noch nie gemacht haben. Wir stellen den Fans 15 Songs zur Verfügung und die können dann in der Halle aussuchen, was sie so zusagen als Rausschmeißer am Abend noch gerne hören wollen. Das machen wir, weil wir ansonsten in der ganzen Show keine ausgespielten Repertoire-Songs haben, sondern nur neues Material und die Covers. Und dann, wie gesagt, am Ende drei Klassiker, die wir die Leute aussuchen lassen. Das ganze Auswahl-Verfahren ist dann Teil der Show. Das werden wir übertragen und sehen, wie sich die Auswahl entwickelt und am Ende sagt einer wie beim Eurovision Song Contest: "And the winner is...".

Wird auch das Tourleben vom Rock'n'Roll-Geist geprägt sein?

Maffay: Sie meinen die hübschen Mädels und so? Dafür gibt es ja keine Garantien, das muss man sich erarbeiten (lacht). Deshalb kann ich jetzt noch keine Prognosen aufstellen. Aber ich denke schon. Die letzte Geschichte, die wir gemacht haben, war "Tabaluga". Das ist ein völlig anderes Genre. Das ist schön gewesen, hat viel, viel Spaß gemacht und ist auch sehr gut gelaufen. Aber das, was jetzt passiert, ist eigentlich das, was wir eigentlich sind. Es ist natürlich ein anderer Ablauf, wir reisen anders und sind eigentlich mehr die Band und sonst nix. Seit "Tattoos" hat es das so nicht mehr gegeben. Und das, was davor vergleichbar wäre, war das Album "Ewig". Und das liegt jetzt ewig zurück.

Wie steht es aktuell um Ihre langjährige Freundschaft mit Oskar Lafontaine ?

Maffay: Wir haben uns ein bisschen aus den Augen verloren - durch vielerlei Umstände, nehme ich an, die ihn betreffen, aber auch mich. Aber wir sind im Guten ich will jetzt nicht sagen auseinander gegangen. Unser Verhältnis ist nicht angeknackst. Deswegen halte ich es für absolut belebbar. Aber ich bin ein fauler Hund, wenn es um Kontaktpflege geht. Ich bin so viel unterwegs und habe nicht dieses Talent anzurufen, Briefe zu schreiben. Und dann kann es schon passieren, dass ich jemandem entgleite. Und der sagt nach einer gewissen Zeit: "Na gut, der hat vielleicht andere Dinge im Kopf" und so. Aber das ist selten der Fall. Der eigentliche Grund ist einfach, dass ich das nicht drauf habe. Ich schätze Oskar nach wie vor sehr. Wir haben uns immer wunderbar ausgetauscht. Aber er hat natürlich auch eine Bewegung hinter sich. Ich denke, wenn es sich ergeben soll, und wenn wir uns dann in der Art, wie wir uns früher gegenüber gestanden haben, wiedererkennen, ist alles gut.

Gibt es bei Ihnen daheim ein Weihnachts-Ritual?

Maffay: Geschenke (lacht)! Es müssen auch nicht so viele sein und auch nicht so teure. Diesen Konsum-Wahnsinn machen wir nicht mit. Aber eine Kleinigkeit, eine Aufmerksamkeit und so ist schon klar. Ich habe ja einen kleinen Sohn. Er ist elf und für ihn ist ein Baum noch ein extrem wichtiges Symbol. Für mich ist es wieder eins geworden. Also wird es einen geben. Es ist mit Sicherheit die Zeit des Jahres, wo wir am ehesten zueinander finden. Insofern ist mir jede Stunde wertvoll. Wir versuchen daraus etwas Sinnvolles zu machen.