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Harald Haag aus Britten sammelt alte Motorsägen

Britten : Seine Schätze sind alt, laut und sehr selten

Seit rund zehn Jahren sammelt und repariert Schreinermeister Harald Haag aus Britten alte Motorsägen.

Alte Motorsägen sammeln – ein ungewöhnliches Hobby, dem sich Harald Haag aus Britten seit etwa zehn Jahren widmet. Angefangen hat alles mit dem im Hochwaldraum tief verwurzelten „Holzmachen“ aus heimischen Wäldern. Der Schreinermeister wurde auf eine Zeitungsannonce aufmerksam, in der ein Hobbyschrauber alte, defekte Motorsägen anbot. Haag zögerte nicht lange und begutachtete die sieben dort angebotenen Motorsägen der Firma Solo, die er kurzerhand kaufte und reparierte.

Mittlerweile haben sich knapp 40 Motorsägen bei ihm angesammelt. Er hat alle in teilweise mühsamer Kleinstarbeit repariert, bis sie wieder voll funktionsfähig waren. Dazu zählen Fabrikate der namhaften Firmen Solo, Stihl und Dolmar. „Ich hatte auch schon amerikanische Motorsägen gekauft, aber da ist es noch schwieriger, an Ersatzteile zu kommen.

Am besten funktioniert dies bei der Firma Stihl“, erklärt der Hobbysammler aus Britten. Zum Erwerb der lautstarken Sammelstücke fährt er schon mal bis nach Bayern oder in den Stuttgarter Raum. Manchmal kauft oder tauscht er auch Modelle, um an Ersatzteile ranzukommen. „Ein deutschlandweites Motorsägenforum im Internet sowie eine Motorsägengruppe helfen mir sehr, mich auszutauschen oder um an gesuchte Maschinen oder Ersatzteile zu kommen“, sagt Haag. Oft sei es auch einfacher, gezielt eine Annonce unter der Rubrik „Suche“ aufzugeben, weil man so direkt die richtigen Leute anspricht und sich so mancher schon an ein vergessenes Gerät in der Scheune erinnert, erzählt Haag schmunzelnd.

Sein ältestes Exemplar ist eine Dolmar CL aus dem Jahre 1945. Ein ausgefallenes Stück ist auch eine Bügelsäge von 1947, ebenfalls eine Rarität sind seine beiden Zweimannsägen. Auch eine Dolmar CX Super ist eine absolute Seltenheit, denn sie wurde für die Deutsche Bundesbahn hergestellt und ist noch in der roten Originalfarbe der Bundesbahn lackiert.

Der Brittener hat ein Auge auf seltene Modelle geworfen, das heißt auf Geräte mit möglichst vielen Kubikzentimetern Hubraum. Die Zweimannsäge mit 250 Kubikzentimetern Hubraum beispielsweise konnte sich früher kaum jemand leisten. Meistens wurde sie in großen Bauernbetrieben oder im Staatsforst verwendet. Alte Preislisten der Firma Solo belegen, dass die Motorsäge Solo 70 beispielsweise 1963 rund 700 D-Mark gekostet hat – eine Anschaffung, die sich nicht allzu viele Menschen damals leisten konnten.

Ein Blick auf die gesammelte Schätze, im Vordergrund ist eine Bügelsäge zu sehen. Foto: Ruth Solander

Oft legten zwei Partien zusammen, um sich ihre Wunschsäge zu kaufen. Bei der Restaurierung legt Harald Haag großen Wert auf Originalität, das bedeutet, den Maschinen soll man ansehen, dass sie etwas „geleistet“ haben. „Es kommt vor, dass eine Motorsäge noch prima aussieht. Beim Zerlegen stellt sich dann heraus, dass doch viel dran zu reparieren ist, bis sie wieder funktionsfähig ist. Da kommen schon mal 40 bis 50 Stunden zusammen. Viel Zeit geht auch bei der Suche nach den Originalteilen drauf“, erläutert der Hobbysammler.Trotz allem hat der erfahrene Handwerker nicht die Lust am Sammeln und Reparieren verloren. Gerne stellt er seine Sammlung auch bei verschiedenen Schleppertreffen oder Märkten aus. „Es ist immer wieder eine spannende Sache, wenn ich auf einen ‚Schatz’ aus einer Scheune, Keller oder Garage stoße. In meinem Kopf sehe ich dann schon die restaurierte Maschine vor mir“, fügt Harald Haag hinzu. Bis aber das fertiggestellte Objekt im Regal steht, dauere es dann doch noch einige Zeit.