Grüne im Kreis fordern: Keine Rallyes mehr in freier Natur genehmigen

Losheim : Die Grünen im Kreis wollen keine Rallyes mehr

Kreisvorsitzender Klaus Borger: Umwelt-Ministerium soll zukünftige Genehmigungen überdenken.

Die Grünen im Kreis Merzig-Wadern wollen in Zukunft keine Rallyeveranstaltungen mehr in der Region genehmigen lassen. Zuletzt hatte am 2. November ein Wertungslauf der ADAC-Deutschlandrallye auf der Wahlener Platte bei Losheim stattgefunden. Dabei hatte ein schwerer Unfall für Aufsehen gesorgt, bei dem ein Rallyefahrzeug während des Rennens von der Strecke abgekommen war und mit dem Fahrzeug eines Zuschauers kollidiert war. In beiden Fahrzeugen waren jeweils zwei Insassen bei dem Zwischenfall verletzt worden (die SZ berichtete).

Schon einige Wochen vor dem jüngsten Rallyelauf seien die Kreis-Grünen bei diesem Thema aktiv geworden, teilte der Kreisvorsitzende der Partei, Klaus Borger, jetzt mit: „Mit Schreiben vom 27. August wurden der saarländische Innenminister und Umweltminister gebeten diese, unseres Erachtens nicht mehr zeitgemäßen Veranstaltungen in freier Natur in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext zu stellen und die Genehmigungen dafür zu überdenken.“ Die beiden Minister seien aufgefordert worden, „alle Möglichkeiten zu nutzen, damit das Jahr 2019 das letzte Jahr für eine Saarland-Rallye im so genannten Außenbereich, das heißt in freier Natur war“. Der aktuelle, tragische Unfall auf der Wahlener Platte zeigt nach Ansicht von Borger, dass nicht nur die Frage des Natur- und Landschaftsschutzes eine Neubewertung verlange, „sondern auch die offensichtlich nicht vorhandene Sicherheit der Zuschauer“. Der Grünen-Kreischef: „Wenn unbedingt Motorsport, dann dort, wo weder Sicherheits-, noch Umweltbelange entgegenstehen.“ Die Grünen wünschten den bei dem Vorfall Verletzten, sowohl Fahrer als auch Zuschauer baldige und vollständige Genesung, betont der Grünen-Chef.

Er stellt gleichzeitig die Sinnhaftigkeit der Veranstaltung in Frage: „Natürlich sind solche PS-Festivals aus Gründen des Klimaschutzes, des Biodiversitätsschutzes und starken Vorbehalten einer Gesellschaft, die für vorgenannte Fragen immer sensibler wird, nicht mehr zeitgemäß.“ Auch wenn es Menschen gebe, die diesen Motorsportveranstaltungen Sympathie entgegenbringen, habe das Land nach Auffassung der Grünen „eine exponierte Verantwortung einzunehmen und seine Möglichkeiten zu nutzen, eine verantwortliche Interessenabwägung zu treffen“. Dem Schutz der Menschen, unabhängig ob Fahrer oder Zuschauer, aber auch Umwelt-, Arten-, Biodiversitäts- und Klimaschutz müsse hier Vorrang eingeräumt werden. Borger weiter: „Die Merziger Grünen konnten seinerzeit die Hochrisiko-Ralley aus der Merziger Innenstadt verbannen. Die anfänglichen Befürchtungen von Rallyebefürwortern, dass damit Merzig zur Geisterstadt wird, traten natürlich nicht ein.“