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Gemeinde Losheim am See will Tourismus am Stausee stärken

Kostenpflichtiger Inhalt: Tourismus in Losheim : Künftig Wasserski und größeres Strandbad am Stausee

Mit Sanierungs- und Baumaßnahmen will die Gemeinde Losheim am See im Bereich Tourismus noch attraktiver werden.

Der Losheimer Stausee soll noch mehr Touristen anlocken. Dafür plant die Gemeinde eine Reihe von Maßnahmen auf dem Gelände rund um den See. So sieht ein Plan der Gemeinde eine Überarbeitung des Fußgängerleitsystems des Rundwegs mit einer Rundumbeleuchtung und die Erweiterung des Strandbads in Richtung des Bootsstegs vor. Darüber hinaus sind eine Wasserski-Anlage mit Schlepplift und die Errichtung eines Grill- und Freizeitplatzes geplant sowie der Umbau des Campingplatzes zum Fünf-Sterne-Areal. Wie Losheims Bürgermeister Helmut Harth erläuterte, habe dieser derzeit drei Sterne.

Auch Maßnahmen für den Natur- und Artenschutz seien vorgesehen. Denkbar seien eine Wasserrückhalteanlage für den Sandfang und zur biologischen Reinigung oberhalb der Naturschutzinseln mit Aussichtsturm zur Naturbeobachtung, eine Neugestaltung der Naturschutzfunktionen von Vogel- und Amphibienschutz sowie eine angelegte Pflanzung verschiedener Bäume in Form eines Arboretums. Insgesamt umfassen die Pläne der Gemeinde 20 Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität.

„Die Klima- und Corona-Krise wird das Konsumverhalten der Menschen verändern“, sagte Bürgermeister Harth, der damit rechnet, dass der Inlandstourismus durch die Corona-Pandemie zunehmen werde. Da sich immer mehr Menschen im Internet über die Ausflugsziele informieren, ging vergangene Woche die neue Tourismus-Seite der Gemeinde ans Netz (siehe Text unten). Gleichzeitig sei es wichtig, in die Infrastruktur vor Ort zu investieren.

Sie stellten die Zukunftsperspektiven vor (von links): Monika Priesnitz (Pressestelle Gemeinde), Bürgermeister Helmut Harth, Christina Jochum (Kaufmännische Leiterin Eigenbetrieb Tourismus, Freizeit und Kultur), Peter Klein (Geschäftsführer Saarschleifenland Tourismus GmbH) und Vanessa Mertes (Eigenbetrieb Tourismus, Freizeit und Kultur). Foto: leis/Tina Leistenschneider

So habe man über die Wintermonate an den Wanderwegen die Beschilderungen erneuert, Bänke ausgetauscht und die Routen angepasst. Neben den Wanderwegen setzt Losheim auf seinen Stausee, der auch Urlauber anlocken soll, die ein verlängertes Wochenende bleiben wollen, wie Harth ausführte. Diese blieben seit Wochen aus. „Die Ausnahmesituation, die wir seit Wochen durch die einschneidenden Einschränkungen im öffentlichen Leben erfahren, trifft die Tourismus- und Gastronomiebranche besonders schwer“, sagte Harth. „Hier gilt es, mit klugen Konzepten und Investitionen unter dem Leitbild der Nachhaltigkeit den Tourismusstandort Losheim am See auch in Zukunft zu stärken, aber die Region gleichzeitig auch als Ganzes durch interkommunale Kooperationen auf Landkreis-Ebene voranzubringen. Unser touristischer Masterplan sieht für die Gemeinde beispielsweise verschiedene Projekte vor, die wir in Abstimmung mit unseren politischen Gremien in den kommenden Monaten umsetzen oder weiterentwickeln werden.“ Denn Gäste bringen mit ihrem Aufenthalt auch Umsatz in die Gemeinde und helfen so der örtlichen Wirtschaft. Problematisch bleibe, dass es an den Wegen keine Verpflegung gebe, weil alteingesessene Gastronomien schließen, wie im Januar die Dellborner Mühle. Die Gemeinde suche hier nach neuen Lösungen und habe in einem ersten Schritt das Bistro Seegarten einem privaten Pächter überlassen.

„Die nächste Maßnahme, die man sehen wird, ist der Neubau der Tourist-Info im Herbst“, kündigte Harth an, ebenfalls beschlossen ist bereits die Neuschaffung von Besucherparkplätzen. Sollten alle weiteren Maßnahmen so realisiert werden, rechnet der Losheimer Bürgermeister mit einer Umbauphase von etwa drei Jahren und Investitionen von drei bis vier Millionen Euro. So sind für die Erneuerung des Campingplatzes Kosten von 1,5 Millionen Euro angedacht. Außerdem plant die Gemeinde die Anschaffung neuer Tretboote in Höhe von 50 000 Euro, der neue Parkplatz soll 372 000 Euro kosten. Bürgermeister Harth betont: „Es handelt sich dabei um verschiedene Einzelprojekte.“ Je nach Einzelprojekt seien Zuschüsse aus verschiedenen Fördertöpfen des Landes und Bundes beantragt.

Aktuell steht in Losheim der Tourismus still: „Wir fiebern alle dem Wiedereinstieg in den Tourismus entgegen“, sagte Peter Klein, Geschäftsführer der Saarschleifenland Tourismus, mit Blick auf die Zeit nach der Corona-Krise. „Wenn das in naher Zukunft passiert, kann die Saison trotz allem durchaus noch einen positiven Verlauf nehmen. Denn wir rechnen mit noch länger anhaltenden Beschränkungen des internationalen Reiseverkehrs und somit mit einer Welle von Urlaubsreisen innerhalb Deutschlands. Und davon könnten vor allem die etwas unbekannteren und somit nicht so überlaufenen deutschen Destinationen profitieren, darunter das Saarland.“