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Zum 90. Geburtstag
Gemeinde feiert ihren Patrioten

Losheim. Losheims früherer Bürgermeister Raimund Jakobs ist am Freitag 90 Jahre geworden.

Stühle und Tische müssen gerückt werden, damit alle Gäste einen Platz finden. Rund 40 Menschen sind im Bistro im Seegarten Losheim, unterhalten sich, trinken Sekt. Mittendrin der Mann, wegen dem alle an diesem Morgen gekommen sind: Raimund Jakobs, früherer Bürgermeister der Seegemeinde. Dass er seinen 90. Geburtstag feiert, sieht man ihm kaum an. Er strahlt über das ganze Gesicht, während er die Gäste mit Handschlag begrüßt, für jeden hat er ein freundliches Wort übrig. Unter anderem erzählt er, dass er selbst für die Saarbrücker Zeitung geschrieben hat – von 1946 bis 1970. Aber diese Tätigkeit ist nur ein winziges Puzzlestück im umfangreichen Lebenslauf eines echten Losheimer Patrioten.



Was er alles für seine Heimatgemeinde getan hat, lässt Bürgermeister Lothar Christ in seinem Grußwort Revue passieren. Von 1968 bis 1970 war Jakobs ehrenamtlicher Bürgermeister von Losheim, danach Amtsvorsteher und von 1974 bis 1990 schließlich hauptamtlicher Bürgermeister. Christ betont aber auch das ehrenamtliche Engagement von Jakobs, mit dem er sich 2005 das Bundesverdienstkreuz verdient hat – „von der Feuerwehr über den Tennisclub zum Heimatverein“, für den er heute noch als Autor tätig ist. „Das Herz von Raimund Jakobs schlägt an mehreren Stellen“, bringt es Losheims Ortsvorsteher Stefan Palm auf den Punkt. Jakobs ist gelernter Oberbrandmeister, Vorsitzender des Krankenhausfördervereins Losheim – und Karnevalist. „Man braucht auch Humor bei allem“, lacht der Jubilar.

Kein Wunder, dass sich beim Geburtstagsempfang der Gemeinde zahlreiche Wegbegleiter eingefunden haben. Mitglieder aus Kreistag und Gemeinderat sind gekommen, Feuerwehrkameraden und Vertreter des Krankenhauses, seine Kinder und viele weitere Gäste. Dr. Christoph Stöhr ergreift das Wort, um seinen herzlichen Dank auszusprechen. Pastor Peter Alt gibt zu, dass er ganz „baff“ war, als er erfahren hat, was Jakobs in all den Jahrzehnten für die Gemeinde geleistet hat. Die CDU-Kreisvorsitzende Helma Kuhn-Theis betont den „guten Job“, den Jakobs für die Bürger der Gemeinde geleistet hat.

Jakobs selbst sagt, es seien zu viele Mitstreiter, um sie alle aufzuzählen. Er blickt auf eine „wunderbare Zeit mit vielen Highlights“. Nur das Familienleben sei manchmal ein bisschen zu kurz gekommen. Neben seinen beiden leiblichen Kindern seien auch der Stausee, dessen Einrichtung er angeregt hat, und das Krankenhaus seine Kinder, scherzt er. Die leiblichen Kinder nehmen ihm das nicht krumm. Wenn ihr Vater aufzähle, was im Frühjahr 1974 passiert sei, kämen immer drei Punkte, erzählt seine Tochter Gudrun Jakobs: „die Stausee-Einweihung, die erste Kommunalwahl nach der Gebietsreform – und meine Kommunion“. Das Familienleben sei immer voll von politischen Diskussionen gewesen, ergänzt ihr Bruder Manfred Jakobs.

Wie wichtig ihm die Familie in all den Jahren war, betont Raimund Jakobs selbst in seiner Rede. Dabei hebt er die Rolle seiner Frau Alma hervor, mit der er 63 Jahre verheiratet war, bis sie im Dezember 2016 starb. Denn sie sei es gewesen, „die es mir ermöglicht hat, dass ich so agieren konnte, wie ich wollte“.