Gasthaus Weins in Bergen feiert 150-jähriges Bestehen

Bergen : Der „Chef“ lädt ein zur Jubiläumsfeier

Seit 150 Jahren gibt es in Bergen das Gasthaus Weins. Zum runden Geburtstag steht am Wochenende ein Fest an. Am Sonntag kocht der „Chef“ für die Gäste.

Nanu? 2007 wurde beim „Chef“ im Bergener Gasthaus Weins das 125-jährige Bestehen gefeiert und am vergangenen Wochenende bereits der 150. Geburtstag – wie kann das denn sein? Ganz einfach: Lange glaubte man, das beliebte Lokal existiere erst seit 1882. Der vor zwei Jahren verstorbene Heimatforscher Bernhard Minninger fand jedoch bei seinen Recherchen heraus, dass der Urgroßvater des heutigen Besitzers, Peter Bodem, bereits im Jahre 1868 ein Wohnhaus mit Stallung erwarb. Ein Jahr später eröffnete er darin eine Schankwirtschaft.

Drei Generationen lang wurde der Betrieb nebenerwerblich geführt. Die Männer, Urgroßvater, Großvater und Vater, gingen ihrem Beruf nach, während die dazugehörigen Ehefrauen neben Kindern, Haus und Garten auch noch die durstigen Gäste versorgten. Sicherlich kein leichtes Leben, denn bis zu Beginn der 60er Jahre gehörten auch noch die Aufgaben der Posthalterin dazu, bis 1953 ehrenamtlich, später dann mit Entgelt und rentenrechtlicher Anerkennung.

Der Name Weins tauchte auf, als Maria Bodem im Mai 1951 den Bergmann Herbert Weins heiratete. Immer noch wurde die Schankwirtschaft nebenerwerblich geführt. Herbert Weins arbeitete weiter unter Tage und „Wiertz Maria“ (1931 bis 2011) schenkte aus, besorgte die Post, brachte vier Kinder zur Welt und machte als eine der ersten Bergener Frauen den Führerschein.

Bis zum Jahre 1984 gab es im Gasthaus Weins nur Getränke. Wollte eine Gruppe dort feiern, musste sie ihr Essen mitbringen oder selbst kochen. Das änderte sich, als Christoph Weins das Lokal übernahm. Er hatte im Hotel Christophel in Trier eine Lehre als Koch erfolgreich abgeschlossen und entwickelte nun eine abwechslungsreiche und ansprechende Speisekarte.

Bald war das Gasthaus ein beliebter Anlaufpunkt für Einheimische, aber auch für zahlreiche Feriengäste, die teilweise regelmäßig wiederkommen. Die Räumlichkeiten wurden modernisiert, behielten aber dennoch den Charme der 60er Jahre. Alte Fotos und etliche Geweihe schmücken die Wände. Die Jagdtrophäen stammen noch aus der Zeit vor dem Krieg und sind der Restbestand einer umfangreichen Sammlung. „Die einzigen, die die Amis nicht mitgenommen haben“, pflegte Mutter Maria zu sagen.

Heute wird das Lokal von „Chef“ Christoph Weins und seiner Schwester Christel Müller betrieben. Der Spitzname „Chef“ wurde Weins schon in der Kindheit von seinen Spielkameraden verpasst. Einer von ihnen entdeckte eine Ähnlichkeit mit dem Chef, der gerade in einer Fernsehserie über die häuslichen Bildschirme flimmerte, und schon war es passiert. In Bergen geht man nicht zum Gasthaus Weins, sondern zum „Chef“.

Weins hat Freude am Kochen. Er zaubert Gerichte für den kleinen und großen Hunger, fleischlich und vegetarisch in großer Auswahl, sowohl nach heimischen als auch nach internationalen Rezepten. „Und alles wird frisch zubereitet“, betont er. Hin und wieder hatte er mit dem Gedanken gespielt, den Gastraum umzugestalten und mit neuen modernen Möbeln auszustatten, aber das würde den meisten Besuchern nicht gefallen. Sie finden es gemütlich hier, und wenn Feriengäste zum wiederholten Male hierher zum Essen kommen, lautet oft der erste Ausspruch: „Gott sei Dank! Es hat sich nichts verändert.“

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