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Losheim
GALL: Zu viel Verkehr belastet Losheim

Deutlich zu viele Fahrzeuge sind nach Auffassung der Grün-Alternativen Liste im Ort Losheim (Luftaufnahme) unterwegs.
Deutlich zu viele Fahrzeuge sind nach Auffassung der Grün-Alternativen Liste im Ort Losheim (Luftaufnahme) unterwegs. FOTO: www.luftbilder-saarpfalz.de
Losheim am See. Grün-Alternative Liste fordert Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und lädt zu Infoabend zu dem Thema ein red

(red) Die Grün-Alternative Liste Losheim (GALL) fordert ein Konzept zur Verkehrsberuhigung im Kernort Losheim sowie in der Gesamtgemeinde. Gleichzeitig ruft die im Losheimer Gemeinderat mit zwei Sitzen vertretene Liste zu einer Bürgerversammlung zu diesem Thema auf. Diese soll am Montag, 12. November, um 19.30 Uhr im Museum der Eisenbahnhalle stattfinden, wie GALL-Sprecher Joachim Selzer mitteilte. Selzer führt in seiner Mitteilung weiter aus: „Im September gab es eine Unterschriftensammlung von Anwohnern der Saarlouiser Straße in Losheim, die von zahlreichen Bürgern unterschrieben wurde. Es wurden Maßnahmen gegen den zunehmenden Verkehr und die hohe Zahl der Geschwindigkeitsübertretungen gefordert.“ Die Forderungen seien der Gemeindeverwaltung übergeben worden. Die Antwort des Bürgermeisters empfindet Selzer als „mehr als unbefriedigend“: Die Ankündigung einer entsprechenden Messung und ein Verschieben der Verantwortung auf das Landesamt für Straßenwesen betrachtet der GALL-Vertreter als unzureichend.


Selzer weiter: „Leider konnte sich der Ortsrat Losheim auf seiner letzten Sitzung zu diesem Thema nur zur Forderung der Einstellung von zwei zusätzlichen Hilfspolizisten an den Bürgermeister durchringen. Angesichts der Tatsache, dass die Hilfspolizisten der Gemeinde einen großen Teil ihrer Arbeitszeit mit Verkehrskontrollen in Beckingen und Weiskirchen verbringen, führt diese Forderung zu keiner Verbesserung.“

Die GALL fordert nach Selzers Worten „schon seit Jahren effektive Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung wie Fahrbahnverengungen, fest installierte Blitzer und Geschwindigkeitsbegrenzungen“ – diese seien aber stets von der Mehrheit im Gemeinderat abgelehnt worden. Selzer: „Im Gegensatz dazu haben CDU, Bürger Direkt und SPD im Jahr 2017 rund 80 000 Euro zur Asphaltierung eines Feldwegs auf der Wahlener Platte bewilligt.“



Die GALL nehme die Unterschriftensammlung der Bürger zum Anlass, zu einer Bürgerversammlung am Montag, 12. November, um 19.30 Uhr im Museumssaal der Eisenbahnhalle aufzurufen. Eingeladen sind nach den Worten von GALL-Sprecher Selzer alle Bürger, die von übermäßigem Verkehrslärm betroffen sind. Im Rahmen der Versammlung soll der vom Gemeinderat vor einigen Jahren verabschiedete Lärmaktionsplan vom Leiter des Umweltamtes der Gemeinde, Werner Ludwig, vorgestellt und dann die aktuelle Situation diskutiert werden.

Aus der Sicht der GALL stellt sich die Situation wie folgt dar: „Pro Tag fahren auf den Durchgangsstraßen der Gemeinde vor allem in der Haagstraße, Saarbrücker Straße, Trierer Straße, Merziger Straße und Saarlouiser Straße zwischen 4000 und 12 000 Pkw und Lkw. In den vergangenen Jahren haben sowohl der Pkw als auch der Lkw-Verkehr stetig zugenommen.“ Vor allem die hohe Zahl an Lkw, insbesondere die landwirtschaftlichen Großgeräte verursachten laut Joachim Selzer einen Lärm weit über den Grenzwerten. Es gebe Sonntage, an denen weit über 100 solcher Lkw und Traktoren durch den Ort Losheim fahren. Zudem gebe es vor allem an den Ortsein- und -ausgängen viele Geschwindigkeitsübertretungen. Neben dem gesundheitsschädlichen Verkehrslärm ergeben sich aus Sicht der GALL Gefahren für die dort wohnenden Kinder.

Die GALL fordert vor diesem Hintergrund fest installierte Blitzer an Ortseingängen, verkehrsberuhigende Umbauten an Ortseingängen, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Begrenzung von Anlieferung durch landwirtschaftliche Großfahrzeuge an die Biogasanlage sowie die Bauernhöfe auf der Wahlener Platte vor allem an Sonn- und Feiertagen sowie zwischen 20 Uhr abends und 7 Uhr morgens.

Selzer weiter: „Die Verantwortung auf Kreis und Land zu schieben, heißt nichts verändern zu wollen. Im Losheimer Gemeinderat müssen diese Maßnahmen beschlossen werden und der Bürgermeister kann dies an von den Straßenverkehrsbehörden von Kreis und Land einfordern. Losheim hat genügend finanzielle Möglichkeiten, sich in der Umsetzung an der Finanzierung zu beteiligen.“

Sollten diese Anträge vom Landkreis und vom Land abgelehnt werden, müssten nach Selzers Dafürhalten die politisch Verantwortlichen wie Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich für die Straßenbehörde des Landkreises und Ministerin Anke Rehlinger in deren Ministerium das Landesamt für Straßenwesen angesiedelt ist, dazu Stellung nehmen. Über diese Forderungen hinaus macht sich die GALL für den Beginn einer neuen Verkehrspolitik stark, „vor allem mit einer konsequenten Förderung des Radverkehrs und des ÖPNV endlich anzugehen“.