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Früher Gegner – jetzt ein Team

Masse mit Klasse: Die Spielerinnen der FSG Merzig-Losheim peilen einen Platz im oberen Tabellendrittel an. Foto: Verein
Masse mit Klasse: Die Spielerinnen der FSG Merzig-Losheim peilen einen Platz im oberen Tabellendrittel an. Foto: Verein FOTO: Verein
Losheim. Geballte Mädels-Power nach der Fusion: Der TV Losheim und Ex-Oberligist HSV Merzig-Hilbringen bündeln im Frauenhandball ihre Kräfte. Für die FSG Merzig-Losheim starten zwei Teams in die neue Saison. Roland Schmidt

Alleine zu schwach, zusammen stark: In der vergangenen Saison waren die Handballerinnen des HSV Merzig-Hilbringen und des TV Losheim noch Gegnerinnen. Künftig wollen sie in der Bezirksliga West gemeinsam um Punkte kämpfen. Die Clubs bündelten ihre Kräfte mit dem Ziel, den Abwärtstrend im Frauenbereich zu stoppen. Für die Frauenspielgemeinschaft (FSG) Merzig-Losheim gehen künftig zwei Mannschaften an den Start. "Wir haben immer mehr Spielerinnen verloren und standen mit dem Rücken zur Wand. Ich denke, in Merzig lief es nicht viel besser", sagt Horst Gläsner, der Mann mit der Fusions-Idee. Bald hätte der Losheimer Ex-Trainer keine spielfähige Mannschaft mehr stellen können.



Die HSV-Truppe wurde nach dem Verlust vieler Leistungsträgerinnen von der Oberliga bis in die Bezirksliga durchgereicht. Die Zukunft des Teams sah also ähnlich düster aus. Es musste schnell gehandelt werden. Als Gläsner mit dem Vorschlag bei Jens Peter Schlingmann anklopfte, stieß er auf offene Ohren. "Beide Vereine wollen attraktiven Frauenhandball und den Jugendspielerinnen Perspektiven bieten. Also haben wir beschlossen, den Weg gemeinsam zu gehen", begrüßte der HSV-Vorsitzende eine Kooperation.

Die FSG war geboren. Nun galt es, das Konzept mit Leben zu füllen. Hier kam Matz Klee ins Spiel. Der frühere Merziger Jugendspieler übernahm die sportliche Leitung. Der 48 Jahre alte B-Schein-Inhaber hatte schon Männerteams in Lebach und Losheim trainiert. Die FSG ist seine erste Station als Frauentrainer. "Es ist eine Herausforderung, aus früheren Gegnerinnen eine Einheit zu formen. Den Teamgeist zu entwickeln, das ist die Kernaufgabe. Und das geht nur als Mannschaft", betont Klee und sieht seine Mädels auf einem guten Weg. Nach anfänglichen Berührungsängsten fanden sie im Lauf der Vorbereitung zusammen - auf und neben dem Feld. "Alle ziehen gut mit und sind mit Eifer dabei. Der Konkurrenzkampf ist aber groß. Manche Positionen sind mehrfach besetzt", erzählt Klee. Wo früher Leere herrschte, kann der Trainer nun auf eine Fülle von Spielerinnen zurückgreifen. Im Training der ersten Welle schauen 26 Handballerinnen zwischen 17 und 35 Jahren vorbei. Die zweite Mannschaft ist fast identisch mit dem alten Kader des HSV II und für ein Hobby-Team mit 14 Akteurinnen ebenfalls stark besetzt. Zehn Spielerinnen hat Klee mittlerweile für seine FSG I nominiert, die am Samstag um 17.30 Uhr in der Thielspark-Halle gegen den HC Dillingen-Diefflen antritt und sich dabei erstmals den Fans präsentiert. Chancen auf einen späteren Saison-Einsatz haben viele Spielerinnen im erweiterten Kader. "Oft unterscheiden nur Nuancen", betont Klee. Sein Saisonziel: "Ein Platz im oberen Drittel ist drin. Wir befinden uns aber im Neuaufbau und müssen uns erst finden. Den Aufstieg gehen wir in den kommenden Jahren an", sagt er. Und vielleicht gibt es bis dahin weitere Unterstützung aus der Nachbarschaft. Eine Erweiterung der FSG schließen die Verantwortlichen nämlich nicht aus. Gespräche mit dem HC Perl und der SG Brotdorf-Mettlach gab es schon.