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Frisörsalon Losheim will 1000 Bäume pflanzen

Aktion für das Klima : Losheimer Friseursalon stiftet 1000 Bäume

Auf einer Waldfläche am Stausee stehen jetzt neue Bäume, für die der Friseurbetrieb Krämer Spender zusammengetrommelt hat.

Wo gibt es einen Friseursalon, der dafür sorgt, dass in seinem Einzugsgebiet 1000 Bäume gepflanzt werden? „In Deutschland nur ganz selten“, erklärte Patrick Kukuck, Unternehmens- und Marketingberater des Friseurgeschäftes Krämer, das mit zwei Salons in Losheim am See vertreten ist. Die Firma verdiente sich bereits ein Klimazertifikat, weil sie Bäume im Regenwald gekauft hat und sie auf 30 Jahre hinaus vor dem Fällen bewahrt.

„Beim Spazierengehen in unserer schönen Landschaft kam mir der Gedanke, dass es auch hier vor Ort sinnvoll ist, Bäume zu pflanzen“, erzählte Firmenchefin Martina Bohr. Also rief sie eine Aktion ins Leben, über die sie für dieses „1000-Bäume-Projekt“ Spender suchte, und war damit überaus erfolgreich. Sie selbst, ihre Kundinnen, Mitarbeiterinnen und viele weitere Menschen, darunter auch die Mitglieder des Lions Clubs, beteiligten sich daran, ein passendes Gelände am Stausee wurde gefunden, und so konnten die Gemeindeförster und ihre beiden angehenden Forstwirte zur Tat schreiten.

Bürgermeister Helmut Harth, dem als ehemaligem NABU-Mitarbeiter der Wald besonders am Herzen liegt, begrüßte die Initiative der engagierten Unternehmerin, bevor er selbst zum Spaten griff, um einen der 1000 Bäume in die Erde zu setzen. „Eigentlich müsste jeder, der ein Auto fährt, jährlich einen Baum pflanzen oder einen kaufen und bewahren“, legte er seine Ansicht dar. Der Zeitpunkt für die Aktion sei gut gewählt, denn nach dem Abflauen der Corona-Pandemie werden die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit wieder mehr in den allgemeinen Fokus rücken.

Die Gemeinde Losheim besitzt viel Wald und tut einiges dafür, ihn lebendig und gesund zu erhalten. Es wurde neben Ralf Simon mit Kilian Schäfer ein zweiter Förster eingestellt und zwei junge Männer befinden sich in der Ausbildung zum Forstwirt.

Die rund 0,4 Hektar große Pflanzfläche trug früher einen Fichtenbestand, der wegen Borkenkäferbefalls kahl geschlagen werden musste. Bevor sich nun Adlerfarn und Brombeeren breit machen können, zäunte man das Gelände ein und setzte junge Eichen, Hainbuchen, Linden, Bergahorn, Esskastanien und weitere Arten, die sich später zu einem gesunden Mischwald ergänzen werden.

„Auf einem kleinen Stück experimentieren wir mit türkischen Baumhaseln“, erzählte Schäfer. Durch Erderwärmung und Trockenperioden gedeihen bei uns heute auch Pflanzen, die eher an mediterranes Klima gewöhnt sind.

Die Beteiligten hoffen, dass die „Aktion 1000 Bäume“ eine Vorbildfunktion einnimmt und andere Firmen dazu anregt, dem Beispiel von Martina Bohr und ihrer Belegschaft zu folgen. Auch für Privatpersonen hatte Bürgermeister Harth eine gute Anregung auf Lager: „Wenn Sie Ihren nächsten runden Geburtstag feiern, wünschen Sie sich einfach einen oder mehrere Bäume.“